10 Die Rundschau für das Biosphärenreservat Bliesgau März – Mai 2026 Die Leader-Region Der Biosphärenzweckverband Bliesgau setzt aktuell vier Förderprojekte, die mit LEADER-Mitteln gefördert werden, um. Die Geschäftsstelle des Zweckverbandes will mit den Projekten die Biosphäre Bliesgau in ihrer nachhaltigen Entwicklung weiter voranbringen. Insgesamt konnten somit Fördermittel in Höhe von knapp 440.000 € in die Biosphäre Bliesgau geholt werden, 80% der Mittel kommen von der Europäischen Union, 20% vom Saarland. Die LAG Biosphäre Bliesgau hat die Projekte von Anfang an unterstützt und über die Regionalmanagerin gut begleitet. Die hier vorgestellten Projekte beschäftigen sich mit der Stärkung der Regionalvermarktung und dem Aufbau eines Netzwerkes „Biosphären-Kitas“. Hierzu werden die beiden mit den Fördergeldern auf zwei Jahre befristet eingestellten, neuen Beschäftigten zu ihren Aufgabenfeldern befragt. In der Sommerausgabe der Biosphären Rundschau beleuchten wir dann die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zum Umbau des Kreissparkassengebäudes in Blieskastel zu einem Biosphärenhaus und das Konzept zur Einführung der Tierwohl freundlichen, teilmobilen Schlachtung im Biosphärenreservat Bliesgau. Letzteres Projekt könnte für die Landwirte in der Biosphäre Bliesgau Wege aufzeigen, wie der Verlust des Schlachthofes in Zweibrücken ersetzt werden könnte. Praxisbeispiele aktueller LEADER-Projekte in der Biosphäre Bliesgau Nach den Biosphärenschulen wächst das Bildungs-Netzwerk weiter: Künftig werden auch Kitas im UNESCO-Biosphärenreservat Bliesgau zertifiziert. Ziel ist es, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Naturerfahrung und ganzheitliche Entwicklung schon im frühen Kindesalter fest im Alltag zu verankern. Wie das konkret aussieht, welche Chancen sich für Kitas ergeben und was hinter dem neuen Konzept steckt, darüber sprechen wir mit Sandra Klingler, seit November 2025 Koordinatorin der Biosphären-Kitas im Bliesgau. Drei Fragen an Sandra Klingler: 1. Was unterscheidet eine Biosphären-Kita von einer „klassischen“ Kita im pädagogischen Alltag? Eine Biosphären-Kita versteht Bildung für nachhaltige EntBiosphäre von klein auf erleben – jetzt kommen die Biosphären-Kitas in den Bliesgau wicklung nicht als einzelnes Projekt, sondern als festen Bestandteil des pädagogischen Alltags. Kinder lernen spielerisch und altersgerecht, wie Natur, Mensch und Umwelt zusammenhängen – direkt vor ihrer Haustür im Biosphärenreservat Bliesgau. Regelmäßige Aufenthalte in der Natur, das Einbeziehen regionaler Themen, nachhaltiges Handeln im Kita-Alltag sowie die aktive Beteiligung der Kinder an Entscheidungen gehören selbstverständlich dazu. Bildung für nachhaltige Entwicklung zieht sich wie ein roter Faden durch den Tagesablauf und wird im Einklang mit dem saarländischen Bildungsprogramm umgesetzt. 2. Welche Rolle spielen Naturerfahrung, regionale Identität und Nachhaltigkeit für Kinder im Kita-Alter? Gerade im frühen Kindesalter werden wichtige Grundlagen für Werte, Haltungen und Handlungskompetenzen gelegt. Naturerfahrungen fördern nicht nur die motorische und emotionale Entwicklung, sondern stärken auch Neugier, Achtsamkeit und Verantwortungsbewusstsein. Wenn Kinder ihre Region, ihre Landschaft, Kultur und Geschichte kennenlernen, entwickeln sie eine starke regionale Identität und ein Gefühl der Verbundenheit. Nachhaltigkeit wird dabei nicht abstrakt vermittelt, sondern konkret erlebt und gelebt – etwa durch gemeinsames Entdecken, achtsamen Umgang mit Ressourcen oder Gespräche über globale Themen wie Klimawandel oder Artenvielfalt auf kindgerechte Weise. 3. Was müssen Kitas mitbringen, die sich als Biosphären-Kita auf den Weg machen möchten – und welche Unterstützung gibt es? Wichtig ist vor allem die Bereitschaft, sich gemeinsam auf einen Entwicklungsprozess einzulassen. Die Kita sollte im Biosphärenreservat Bliesgau liegen, einen formellen Beschluss des Trägers und der Leitung fassen und Bildung für nachhaltige Entwicklung fest im Konzept verankern. Mindestens eine pädagogische Fachkraft sollte als zertifizierte BNE-Begleitung tätig sein. Auf diesem Weg werden die Kitas jedoch nicht allein gelassen: Der Biosphärenzweckverband Bliesgau begleitet und berät die Einrichtungen, bietet Fortbildungen an, stellt Informationsmaterial zur Verfügung und unterstützt bei der Vernetzung mit Bildungspartnern, regionalen Betrieben und Initiativen. Ziel ist ein lebendiges Netzwerk, in dem voneinander gelernt und gemeinsam weiterentwickelt wird. In der Pilotphase können fünf Kitas als Biosphären-Kita ausgezeichnet werden – interessierte Einrichtungen haben sich bereits gemeldet oder sind schon angenommen. Damit ist ein wichtiger Grundstein für die weitere Entwicklung des Projekts gelegt. Der Aufbau des Netzwerkes „Biosphären-Kitas“ wird mit 67.807,12 € - davon 80% Mittel der Europäischen Union aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) und 20% Mittel des saarländischen Ministeriums für Umwelt unterstützt. Weitere Infos:Sandra Klingler, Biosphärenzweckverband Blies– gau, Telefon: 06842-9600921, E- Mail: sn.klingler@biosphaere- bliesgau.eu Regionalität lebt von Menschen, die sie aktiv voranbringen. Seit November 2025 verstärkt Markus Strauß im Rahmen eines LEADER-Projekt die Geschäftsstelle des Biosphärenzweckverbandes als Projektmitarbeiter zur Förderung der Regionalvermarktung. Er unterstützt den Verein Bliesgau Genuss e. V., berät Produzent*innen regionaler Produkte und betreut die Bliesgau-Regale als sichtbares Aushängeschild regionaler Qualität. Im Gespräch gibt er Einblicke in seine Arbeit, aktuelle Herausforderungen und das Potenzial regionaler Vermarktung im Bliesgau. Drei Fragen an Markus Strauß 1. Welche Rolle spielt die Regionalvermarktung für die nachhaltige Entwicklung des Biosphärenreservats Bliesgau – und wo sehen Regional genießen, Wertschöpfung vor Ort stärken Sie aktuell den größten Hebel? Durch die überwiegend extensive landwirtschaftliche Bewirtschaftung der Flächen und Streuobstwiesen verwildern diese nicht und bleiben als Kulturlandschaften mit ihrer biologischen Vielfalt erhalten. Die Erzeugung und Veredelung von Lebensmitteln stehen seit Jahrtausenden in einer engen Verbindung zur Region und zur Landschaft. Auch die kurzen (Transport)Wege zwischen Erzeuger, Verarbeiter und Verbraucher spielen eine wichtige Rolle. Dies vermindert Emissionen und trägt so zum Klimaschutz bei. 2. Mit welchen Anliegen kommen Produzent*innen regionaler Produkte derzeit am häufigsten auf Sie zu, und wie unterstützen Sie sie konkret? Zu einem möchten die Produzenten ihre Produkte verstärkt in der regionalen Gastronomie anbieten. Zum zweiten soll die Logistik optimiert werden. Wir betreiben eine sogenannte Mikrologistik. Diese wirtschaftlich zu betreiben, ist äußerst schwierig. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, ist eine stärkere Vernetzung und Nutzung von Synergien notwendig. Diesbezüglich werden derzeit Gespräche mit den Beteiligten geführt, mit dem Ziel die Logistik zu optimieren. 3. Die Bliesgau-Regale mit ihren Produkten machen Regionalität sichtbar: Wie sollen sie sich künftig weiterentwickeln, um noch mehr Menschen für regionale Produkte zu begeistern? Es müssen weiterhin attraktive Standorte gesichert werden, insbesondere exponierte Standorte mit hoher Besucherfrequenz. Die Vielfalt der Produktpalette muss sichergestellt sein. Auch im touristischen Bereich. Dabei könnten auch Lebensmittelautomaten zum Einsatz kommen. Verkaufsfördernde Aktionen wie gezielte Werbemaßnahmen direkt an den Regalen und Verkostungen sollen durchgeführt werden. Auch in den Social-Media-Kanälen sollen die Produkte stärker in den Fokus gerückt werden. Neben den Bliesgau-Regalen gibt es weitere Ansätze die Regionalvermarktung voranzutreiben wie z. B. Themenwochen in der Gastronomie, Genussmärkte etc. Das Projekt zur „Stärkung der Regionalvermarktung als Motor der Regionalentwicklung im Biosphärenreservat Bliesgau“ wird mit 164.564,69 Euro - davon 80% Mittel der Europäischen Union aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) und 20% Mittel des saarländischen Ministeriums für Umwelt unterstützt. Aufruf: Regionale Produkte sichern Arbeitsplätze vor Ort, erhalten die Kulturlandschaft und machen die Biosphäre Bliesgau erlebbar. Wer regional produziert, vermarktet oder bewusst regional einkauft, ist Teil dieses Netzwerks. Bringen Sie sich ein, nutzen Sie die Angebote der Regionalvermarktung und unterstützen Sie die Bliesgau-Produzenten. Kurze Wege für einen nachhaltigen Genuss und für eine einzigartige, ökologisch wertvolle Region mit Zukunft. Weitere Infos: Markus Strauß, Biosphärenzweckverband Bliesgau, Telefon: 06842-9600910, E-Mail: m.strauss@biosphaere-bliesgau. eu Hier wurde in den ländlichen Raum investiert. Gefördert durch: Sandra Klingler kümmert sich beim Biosphärenzweckverband um die Biosphären-Kitas. Foto: Manuela Mayer Markus Strauss ist jetzt für die Regionalvermarktung der Biosphärenprodukte zuständig. Foto: Sabine Groll
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