Die Biosphäre Bliesgau im Winter 2025

Kostenlos – zum Mitnehmen! Familienzeit neu erleben Winterwandern auf dem Bliessteig Streuobstwiesen im Stockalmet 10. Jahrgang | Ausgabe 4 Dezember 2025 – Februar 2026

2 Die Rundschau für das Biosphärenreservat Bliesgau Dezember 2025 – Februar 2026 Bernd Pfeil sorgt für ein gastronomisches Angebot im Europäischen Kulturpark Beste Stimmung herrschte bei der Wiedereröffnung der Taverne im Europäischen Kulturpark Bliesbruck-Reinheim. Zu einer offiziellen Eröffnungsfeier hatte der neue Pächter Bernd Pfeil eingeladen. Die dabei gereichten kulinarischen Kostproben gaben einen Vorgeschmack auf das, was die Küche, besser gesagt der Koch, in Zukunft hergeben wird. In seiner Begrüßung machte der ambitionierte Gastronom deutlich, dass er kein Restaurant betreiben, sondern es bei einer „Taverne“ belassen werde. Das Wort Taverne stammt vom lateinischen „taberna“ ab und bezeichnete im antiken Rom einen einfachen Schuppen oder Laden. Ergo wird mit einer kleinen Karte gestartet, auf der Flammkuchen, ein Pasta-Gericht, Burger und Salat stehen. Hinzukommen sollen je nach „Laune des Wirts“ noch ein, bis zwei deftige Gerichte am Wochenende. Nicht zu vergessen: etwas Süßes zum Dessert. Selbstgebrautes Bier „Ich stecke hier viel Herzblut rein. Es ist ein Projekt, von dem ich geträumt habe, seit ich 16 bin“, offenbarte Bernd Pfeil in seiner Begrüßung. Vor allem die „gigantische Küche“ habe es ihm angetan, in der er sich nun austoben könne. Natürlich wird Bernd Pfeil, dem es nichts ausmacht, wenn ihn seine Gäste „Bier-Bernd“ nennen, mit seinem selbstgebrauten Bier punkten können. „Vier Biere aus dem Zapfhahn wird es geben“, kündigte der Gastronom nicht ohne Stolz an. Denn der Braukunst hat er sich seit der Pandemie mit Leib und Seele verschrieben. Bernd Pfeil fühlt sich im Bliesgau wohl, daraus macht er kein Geheimnis. Im Mai 2024 übernahm er die Gastronomie im Kulturlandschaftszentrum „Haus Lochfeld“ und mit seiner Klein-Brauerei „TinyBrew“ ist er erfolgreich auf Wochenmärkten und Events Wiedereröffnung der Taverne unterwegs, so beispielsweise von Beginn an auch auf dem Gersheimer Mondscheinmarkt. Einkehrmöglichkeit für Besucherinnen und Besuchern der deutschen und französischen Parkseite Die Taverne bietet demnach den Besucherinnen und Besuchern der deutschen und französischen Parkseite wieder eine willkommene Einkehrmöglichkeit und allen, die das gesellige Beisammensein suchen, einen idealen Treffpunkt mit gastfreundlicher Bewirtung. Dass es dazu letztendlich gekommen ist, dafür bedankte sich Bernd Pfeil bei allen Verantwortlichen des Saarpfalz-Kreises und der Stiftung Europäischer Kulturpark Bliesbruck-Reinheim, allen voran beim Landrat und Stiftungsvorsitzenden Frank John. Die Öffnungszeiten der Taverne sind von Freitag bis Sonntag von 12 bis 22 Uhr. Bis zum 14. März 2026 ist die Durchfahrt zur Taverne ganztägig geöffnet! Stoßen auf die Wiedereröffnung an (v. l.): Reinheims Ortsvorsteher Patrick Schöndorf, Stefan Munz, Geschäftsführer der Stiftung Europäischer Kulturpark BliesbruckReinheim, Ann-Kathrin Göritz, Projekt- und Verwaltungsleiterin bei der Stiftung, Landrat Frank John, Bürgermeister Michael Clivot und Bernd Pfeil. Foto: Sandra Brettar Familienzeit neu erleben – Der Freizeitplaner 2026 ist da! Vorstellung Familien und Freizeitplaner 2026 in der Kreissparkasse Homburg: vlnr: Bürgermeisterin Maria Vermeulen, Mandelbachtal; Landrat Frank John; Bürgermeister Bernd Hertzler, Blieskastel; Sparkassenvorstand Armin Reinke, Kreissparkasse Saarpfalz; Katrin Thieser, Saarpfalz-Touristik; Ingo Sonnenschein, Kreissparkasse Saarpfalz; Julia Serov, Saarpfalz-Touristik und Wolfgang Henn, Geschäftsführer der Saarpfalz-Touristik. Foto: Saarpfalz-Touristik Der Sagenweg in St.Ingbert Bild Manuela Mayer Die Schloßberghöhlen in Homburg. Foto: Manuela Meyer Anzeige

3 Die Rundschau für das Biosphärenreservat Bliesgau Dezember 2025 – Februar 2026 Neues aus der Biosphäre Der neue Familien- und Freizeitplaner 2026 lädt Groß und Klein ein, die Schätze des Biosphärenreservats Bliesgau und des Saarpfalz-Kreises zu entdecken. Mit spannenden Ausflugszielen, lehrreichen Erlebnissen und jeder Menge Abenteuer wird das kommende Jahr garantiert unvergesslich. Lauschen, Staunen, Lernen – Audiotouren für Entdecker Neun Lauschtouren mit Audioguides führen Familien zu archäologischen Stätten, historischen Orten und mitten in die Natur. Lokale Experten liefern spannende Hintergrundinfos und Anekdoten – ideal für neugierige Ohren und wissbegierige Köpfe. Abenteuer unter Tage – Schlossberghöhlen Homburg Mit Helm und Höhlenplan ausgestattet geht es auf eine 800 Meter lange Zeitreise durch die Homburger Schlossberghöhlen. Geschichte zum Anfassen und Staunen – ein Highlight für kleine und große Abenteurer. Sagenhaft wandern – Mythologie trifft Natur Die Sagenwege in St. Ingbert verbinden märchenhafte Geschichten mit familienfreundlichen Wanderwegen. Actionbounds sorgen für spielerisches Lernen unterwegs – perfekt für Kinder ab acht Jahren. Genuss und Natur – Ommersheimer Weiher & Höfe Weg Entspannen am Weiher, Minigolf spielen, Wasservögel beobachten und regionale Spezialitäten genießen – der Höfe Weg bietet kulinarische und tierische Begegnungen in idyllischer Landschaft. ! Zeitreise im Kulturpark – Kelten und Römer erleben Im Europäischen Kulturpark Bliesbruck-Reinheim wird Geschichte lebendig. Rekonstruierte Grabhügel, römische Landgüter und Mitmachaktionen wie das Römerfest „Vita Romana“ machen Historie greifbar. Burgen, Weiher, Spielplätze – Spaß für die ganze Familie Ob mittelalterlicher Burgsommer auf der Kirkeler Burg, Wasserspaß in Jägersburg oder fantasievolle Spielplätze wie die Drachengrube – der Saarpfalz-Kreis bietet Erlebnisse für jedes Alter. Natur mit allen Sinnen – Erlebniswege für Kinder Der Räuberweg im Kirkeler Wald, der Wolfsweg in Lautzkirchen und der Erlebnisweg „Ökologischer Rucksack“ laden zum Wandern, Entdecken und Lernen ein – Abenteuer garantiert! Jetzt kostenlos sichern – Der Planer für 2026 Der Familien- und Freizeitplaner 2026 ist ab sofort kostenlos erhältlich: • In den Filialen der Kreissparkasse Saarpfalz • Bei den Kultur- und Verkehrsämtern der Kommunen • Bei der Saarpfalz-Touristik, Paradeplatz 4, 66440 Blieskastel Tel. (0 68 41) 104 7174 Web: www. saarpfalz-touristik.de Mail: touristik@saarpfalz-kreis.de Raus aus dem Alltag – rein ins Erlebnis! Ob Natur, Geschichte oder Spiel und Spaß – der Freizeitplaner 2026 ist der perfekte Begleiter für ein Jahr voller Familienmomente. Jetzt entdecken, planen und gemeinsam losziehen! Wandern mit Kindern: Foto: Manuela Mayer Das Titelbild des Freizeitplaners. Foto: Manuela Meyer Doris Gaa verabschiedet sich nach mehr als 30 Jahren Wirtschaftsförderung in den Ruhestand. Alexandra Heß übernimmt die Geschäfte ab Januar 2026 und tritt damit die Nachfolge an. Nach drei Jahrzehnten engagierter Arbeit für die wirtschaftliche Entwicklung der Region verabschiedet sich Doris Gaa zum Jahresende in den verdienten Ruhestand. Unter ihrer Leitung hat sich die Wirtschaftsförderung Saarpfalz (WFG) zu einem verlässlichen Partner für mittelständische Unternehmen sowie Gründerinnen und Gründer entwickelt. „In den vergangenen 30 Jahren durfte ich viele spannende Projekte begleiten, zahlreiche Unternehmen auf ihrem Weg unterstützen und miterleben, wie sich unsere Region entwickelt hat. Diese Zeit war für mich persönlich wie beruflich sehr erfüllend“, so Gaa. Ab Januar 2026 übernimmt Alexandra Heß nun die Geschäftsführung der Wirtschaftsförderung. Heß, Jahrgang 1973, hat im Anschluss an eine kaufmännische Ausbildung ihr Studium der Betriebswirtschaft an der Hochschule Zweibrücken abgeschlossen, kommt aus Homburg und lebt aktuell in Bexbach. Seit mehr als 21 Jahren ist sie für die Wirtschaftsförderung Saarpfalz in verantwortungsvoller Position beschäftigt und verfügt demzufolge über fundierte Erfahrung, um an die erfolgreiche Arbeit ihrer Vorgängerin anzuknüpfen. „Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe und darauf, gemeinsam mit dem Team und unseren Partnerinnen und Partnern die Zukunft der Wirtschaftsförderung aktiv zu gestalten“, sagt Alexandra Heß. Die WFG berät Unternehmen und Gründende im Saarpfalz-Kreis zu allen Fragen rund um den Unternehmensalltag, verhilft zu Kontakten und Kooperationsmöglichkeiten, unterstützt bei der Suche nach Gewerbeflächen sowie Büro- und Hallenflächen und bietet Veranstaltungen zu aktuellen Themen. Gleichzeitig ist die WFG auch geschäftsbesorgend für die Saarpfalz-Park Bexbach GmbH (SPB) tätig, die über kein eigenes Personal verfügt. Im Rahmen der Geschäftsbesorgung für die SPB kümmert sich die WFG um die Vermarktung von Gewerbeflächen, Vermietung von Büro- und Hallenflächen sowie die Organisation des Gründer- und Mittelstandszentrums und des Coworking Spaces. Aufsichtsräte und Gesellschafter von WFG und SPB konnten die Nachfolge erfolgreich regeln und Alexandra Heß für die Position der Geschäftsführerin gewinnen und so die Weichen für Nachfolge geregelt bei der Wirtschaftsförderung Saarpfalz eine weiter erfolgreiche Entwicklung des Saarpfalz-Kreises stellen. Der Aufsichtsratsvorsitzende, Landrat Frank John, würdigte bei einem Übergabetermin den langjährigen Einsatz von Doris Gaa und wünschte Alexandra Heß viel Glück und Erfolg für die neue Aufgabe. „Mit großem Engagement, Weitblick und viel Herzblut hat Doris Gaa die Wirtschaftsförderung geprägt und entscheidend zur positiven Entwicklung unserer Region beigetragen. Wir danken ihr herzlich für ihre hervorragende Arbeit und wünschen ihr für den neuen Lebensabschnitt alles Gute und viel Spaß. Alexandra Heß wünschen wir für die neue Aufgabe einen guten Start, viel Erfolg und Schaffenskraft.“ Kontakt: Wirtschaftsförderungsgesellschaft Saarpfalz mbH Petra Stein Saarpfalz Park 1 66450 Bexbach Telefon (06826) 52 02-0 Telefax (06826) 52 02-28 Email: info@wfg-saarpfalz.de Internet: www.wfg-saarpfalz.de Landrat Frank John bei der Staffelübergabe mit neuer und aktueller Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Saarpfalz (WFG). Doris Gaa (rechts) verabschiedet sich nach mehr als drei Jahrzenten engagierter Wirtschaftsförderung zum Jahresende in den Ruhestand. Ab Januar 2026 übernimmt Alexandra Heß (links), die seit mehr als 21 Jahren bei der WFG in leitender Position tätig ist, die Geschäftsführung. Foto: Sandra Brettar, Saarpfalz-Kreis Danke für 30 Jahre Engagement und Herzblut Das Team der Biosphären Rundschau bedankt sich von Herzen bei Doris Gaa für die Unterstützung seit 2015, für all die inspirierenden Ideen und die vertrauensvolle Zusammenarbeit, die unsere Arbeit über viele Jahre bereichert hat. Ihr Engagement und ihre Herzlichkeit haben vieles möglich gemacht. Wir wünschen ihr einen wunderbaren Start in diesen neuen Lebensabschnitt und hoffen sehr, sie auch künftig oft im Bliesgau bei Veranstaltungen und Begegnungen wiederzusehen.

4 Die Rundschau für das Biosphärenreservat Bliesgau Dezember 2025 – Februar 2026 Wanderbarer Bliesgau Fürs Wandern im Winter sind viele der ausgezeichneten und top ausgeschilderten Wanderwege empfehlenswert. Unterwegs laden Ruhebänke und weite Ausblicke sowie die heimische Gastronomie zum Verweilen ein. Der Winter im Biosphärenreservat Bliesgau hat sehr viele Facetten - auch eine ganz ruhige und sanfte, die schöne Landschaft erwandern! Ein besonders schöner Winterwanderweg ist der Bliessteig, der sich 2025 als „Deutschlands schönster Wanderweg – Mehrtagestour“ gegen die starke Konkurrenz von neun Mitbewerbern aus ganz Deutschland durchsetzte. Er lädt zum Entspannen, Staunen und Genießen in der weißen Winterlandschaft ein. In diesem Jahr empfehlen wir die vierte Etappe von Blieskastel nach Kirkel. Der Wanderweg verläuft hier besonders idyllisch und wird am Ende mit einem wahrhaften Weitblick an der Burg Kirkel abgerundet. Die vierte Etappe des Bliessteigs führt auf ca. 10 km über mehrere An- und Abstiege durch überwiegend bewaldetes Gebiet. Hier gibt es viel zu entdecken: die Barockstadt Blieskastel mit ihren zahlreichen Sehenswürdigkeiten oder den etwa 5.000 Jahre alten Gollenstein auf einer Anhöhe. Aber auch die Kirkeler Burg am Ende der Etappe, darf man sich nicht entgehen lassen! Erleben Sie auf dieser Etappe die unterschiedlichen Landschaftsformen in der Biosphäre. Während die ersten Etappen noch gekennzeichnet waren durch weite Ausblicke, sanfte Hügel und offene Wiesen, wandern Sie am Ende der vierten Etappe durch das Buntsandsteingebiet, vorbei an den ersten felsigen Abschnitten. Zum Schluss der vierten Etappe lohnt es sich den Weihnachtsmarkt von Kirkel zu besuchen. Die Kirkeler Burgweynacht findet 2025 wieder am dritten Adventswochenende vom 13. bis 14. Dezember statt. Die historischen Gemäuer der über 900 Jahre alten Burg Kirkel bilden die perfekte Kulisse für ein besinnliches und nostalgisches Weihnachtserleben. Auf elektrische Beleuchtung und Musik aus der „Konserve“ wird auf der Kirkeler Burgweynacht auf der mittelalterlichen Burgruine weitgehend verzichtet. Bei Fackel- und Kerzenschein erlebt man tolles Programm mit Turmbläsern, Flöten- und Lautenspielern und Märchenerzähler. Abends erstrahlt die Burg Kirkel mitten im UNESCO Biosphärenreservat Bliesgau majestätisch und verzaubert mit mittelalterlichem Feuerspektakel. Unterwegs im „Winterwunderland“ Bliesgau: Winterwandern auf dem Bliessteig Der Paradeplatz in Blieskastel wird weihnachtlich geschmückt sein. Foto: Katrin Thieser Markierung: Blau-Grünes Stilisiertes B Länge: 10 km Gehzeit: ca. 3,5 Stunden Wegebeschaffenheit: zuerst durch städtisches Gebiet in Blieskasstel, dann überwiegend naturnah durch dichtes Waldgebiet Start: Paradeplatz in der Barockstadt Blieskastel Ziel: Am Wanderparkplatz Naturfreundehaus oder seitlich am Limbacher Weg, 66459 Kirkel Der Startpunkt der Wanderung ist in unmittelbarer Nähe des Busbahnhofs gelegen und daher gut über die Buslinien 501, 506, 547, R10 und R14 ab Homburg, Saarbrücken, St. Ingbert Kirkel, Gersheim und dem Mandelbachtal erreichbar. Nach der Etappe, welche in Kirkel endet, fährt die Buslinie 547 täglich den Blieskasteler Busbahnhof ab der in der Wielandstraße gelegenen Haltestelle „Ortsmitte“ an. Der Fußweg zur Haltestelle beträgt circa 550 m. Fahrplaninfo und Anreiseplanung unter: www.saarfahrplan. Weitere Informationen: Saarpfalz-Touristik, Paradeplatz 4, 66440 Blieskastel, Tel.: (0 68 41) 1 04 – 71 74, Fax: 1 04 – 71 75, E-Mail: touristik@ saarpfalz-kreis.de, www.saarpfalz-toursitik.de Mit dem Bus durch die Biosphäre Bliesgau. Foto: Eike Dubios, Saarpfalz-Touristik Der Kirkeler Burgwinter. Foto: Ralph Litz, Archiv Gemeinde Kirkel Vorbei Foto: Ralph Märchenhafter Biosphären-Wald. Foto: Alexander Kleinschmidt

5 Die Rundschau für das Biosphärenreservat Bliesgau Dezember 2025 – Februar 2026 Wandern im Bliesgau. Foto: Manuela Meyer, Saarpfalz-Touristik Die Barockstadt Blieskastel. Foto: Julia Serov Erholung pur auf dem Weg durch den Winterwald nach Kirkel. Foto: Alexander Kleinschmidt Der Weg führt vorbei am Gollenstein. Foto: Barbara Frey i an den Kirkeler Wasserfelsen. h Litz, Archiv Gemeinde Kirkel Die Weihnachtsmärkte in der Region bringen Sie in Adventsstimmung. Foto: Ralph Litz, Archiv Gemeinde Kirkel Die Kirkeler Burgweynacht Foto: Ralph Litz, Archiv Gemeinde Kirkel Kaiserradweg rückt näher Absichtserklärung unterschrieben Der nächste Meilenstein für den so genannten „Kaiserradweg“ – Radvorrangroute für den Alltagsradverkehr auf der Kaiserstraße Homburg – Kirkel – St. Ingbert – Saarbrücken – ist erreicht. Beim 3. Saarländischen Radgipfel, zu dem Verkehrsministerin Petra Berg ins Saarrondo einlud, haben Vertreter des Landes, der beteiligten Kommunen und des Saarpfalz-Kreises gemeinsam mit dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) eine Absichtserklärung unterzeichnet. Damit ist klar: Die Region will die 36 Kilometer lange Radvorrangroute für den Alltagsradverkehr gemeinsam und verbindlich vorantreiben. „Kaiserradweg“ ist der Projektname für eine innovative Radverkehrsanlage des Alltagsradverkehrs auf der hoch verdichteten Siedlungsachse zwischen Saarbrücken und Homburg. Sie baut auf vorhandener Radinfrastruktur auf und hat eine attraktive, weil kreuzungs- und hindernisfreie Streckenführung für Radfahrende zum Ziel. Aufgrund ihrer direkten Führung entlang der historischen Kaiserstraße hat sie den Arbeitstitel Kaiserradweg. Das zuständige Verkehrsministerium und der Landesbetrieb für Straßenbau haben bereits Anfang des Jahres eine Machbarkeitsstudie beauftragt. Fachleute prüfen derzeit, wie die Strecke optimal geführt werden kann, welche Engstellen beseitigt werden müssen und wie sich eine leistungsfähige Radverbindung auf Verkehrsfluss, Sicherheit und Pendlerströme auswirkt. Begleitet wird das Projekt von einer breit aufgestellten Arbeitsgruppe, die seit dem Startschuss durch den VCD Saar im Jahr 2022 schon 16-mal zusammenkam. Vertreter aus Saarbrücken, St. Ingbert, Kirkel, Homburg, dem Saarpfalz-Kreis, dem Biosphärenzweckverband, dem Verkehrsministerium, dem Landesbetrieb für Straßenbau, VCD, ADFC und der HTW arbeiten dort gemeinsam an Lösungen. Moderiert wird die Runde seit Beginn ehrenamtlich von VCD-Mitglied Werner Ried. Mit der nun unterzeichneten Absichtserklärung steigt die Chance, dass die Region eines ihrer wichtigsten Radverkehrsprojekte endlich Realität werden lässt. Eine durchgängige, sichere Achse für Pendler würde die Mobilität zwischen Saarbrücken und Homburg spürbar verbessern.

6 Die Rundschau für das Biosphärenreservat Bliesgau Dezember 2025 – Februar 2026 Ein Beitrag von Luisa Holbach, neue Forstoberinspektorin bei der Stadt Blieskastel Es ist ein ganz normaler Dienstag, Ende Oktober. Heute Morgen habe ich mich in der Forstwerkstatt mit meinen jungen Kollegen zusammengesetzt und besprochen, was der Tag bringt. Danach stand noch etwas Büroarbeit an: Brennholzanfragen aufnehmen, einen Förderantrag ausfüllen und ein paar Unterlagen sortieren. Damit bin ich beschäftigt, bis es draußen richtig hell ist. Dann geht es endlich raus in den Wald. Der Nebel hängt tief zwischen den Bäumen. Im Mischbestand beginne ich mit dem Auszeichnen. Keine Menschenseele ist zu sehen, nur ich, die Stämme und die Sprühdose. Es riecht nach Herbst, nach feuchtem Laub und Erde. Die Blätter leuchten in allen Farben, und zwischen Moos und Farn entdecke ich einige Steinpilze, die ich mir fürs Abendessen mitnehme. Arbeiten im Wald Mein Alltag als Försterin Stiele für Garten- und Arbeitsgeräte aus heimischen Hölzern und regionaler Produktion Im Stadtwald Blieskastel sowie in den mitbetreuten Kommunalwäldern von Gersheim, Kirkel, Homburg und Mandelbach legt man von jeher Wert auf eine möglichst regionale Vermarktung der nachhaltig erzeugten und sorgfältig geernteten heimischen Hölzer. Beispiele hierfür sind neben der örtlichen Brennholzversorgung der Bevölkerung auch der Verkauf von Eichen- Fassholz an einen regionalen Produzenten sowie die Biosphären- Birke, die lokal geerntet und regional bearbeitet dann ihren Siegeszug in die bundesweite Saunalandschaft angetreten hat. Hochwertige Stiele für Garten- und Arbeitsgeräte aus regionalen Hölzern Gemeinsam mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Landesverband Saarland, und der PEFC- Regionalen Arbeitsgruppe Saarland wurde nun eine weitere Initiative ins Leben gerufen: „Der Bliesgau hat Sti(e)l“. Hierbei werden vor allem Eschen, aber auch Buchen, Hainbuchen und Erlen im Biosphärenreservat Pfälzerwald- Nordvogesen (Réserve de biosphère transfrontalière des Vosges du Nord-Forêt palatine) als auch im Biosphärenreservat Bliesgau geerntet und in einer regionalen Manufaktur im Biosphärenreservat Pfälzerwald- Nordvogesen eingeschnitten und zu hochwertigen Stielen für Garten- und Arbeitsgeräten weiterverarbeitet. Zertifizierte Hölzer aus nachhaltiger Waldwirtschaft Das Holz für diese besonderen Stiele stammt sowohl aus dem nördlichen Elsass, aber auch in der Region um Sarreguemines und aus dem Bliesgau. Es wird im Rahmen eines naturnahen Waldbaues pfleglich geerntet und im Sägewerk Lejeune in Siersthal im Bitscherland zu Blochware aufgeschnitten. Es handelt sich hierbei ausschließlich um zertifizierte Hölzer aus nachhaltiger Waldwirtschaft. Nach einer mindestens einjährigen Trocknungszeit an der frischen Luft und bei Wind und Wetter kann es dann zu Werkzeugstielen weiterverarbeitet werden. Herstellung in der fast 100 jährigen Fabrique de Manches D´utils en Bois“ Dies geschieht in der „Fabrique de Manches D´utils en Bois“ J. DuDer Bliesgau hat „Sti(e)l“ bois. Das J steht für den Firmengründer und Großvater des heutigen Besitzers, Joseph Dubois. Dieser gründete trotz aller Vorbehalte seiner Gattin vor fast 100 Jahren, genau im Jahre 1929 im elsässischen Reichshofen, rund 50 km vom Bliesgau entfernt, die Stielfabrik Dubois. Das Unternehmen entwickelte sich gut und schon bald konnte neben dem Firmengelände ein ansehnliches Wohnhaus errichtet werden, das heute noch von der Familie bewohnt wird. Nach dem Ausscheiden des Großvaters Joseph wurde die Manufaktur ab 1959 an dessen Tochter und deren Ehemann weitergegeben und so wurden die Geschäfte fortan von der Familie Sensenbrenner geführt. Sohn Raphael Sensenbrenner stieg im Jahre 1982 in das Familienunternehmen ein und leitet den Betrieb seit 1991. Das Holz, neben der Esche auch Buche, Hainbuche sowie etwas Erle, bezieht er regional im Umkreis von 50 bis 60 km. Damit erstreckt sich der Einzugsbereich des Holzeinkaufs überwiegend auf das binationale Biosphärenreservat Pfälzerwald- Nordvogesen, aber auch auf das Biosphärenreservat Bliesgau. Gute Qualitäten für Schippen oder Rechen, weniger gute Qualitäten für kürzere Stiele für Äxte und Hämmer Das Rundholz wird zunächst aus dem Wald transportiert und im Sägewerk Lejeune in Siersthal eingeschnitten und gelangt dann stapelweise zur weiteren Lagerung auf den Holzplatz der Firma Dubois. Damit es für die Verarbeitung geeignet ist, muss das aufgeschnittene Holz mindestens einen Sommer und einen Winter erlebt haben, so Raphael Dubois. Auf den Einsatz einer Trockenkammer zum Trocknen des Holzes wird dabei bewusst verzichtet. Danach erfolgt durch den Chef persönlich die Einteilung des Holzes für die verschiedenen Verwendungsbereiche. Gute Qualitäten werden für lange Stiele für Schippen oder Rechen eingesetzt, weniger gute Qualitäten ergeben kürzere Siele für Äxte und Hämmer. Aus den verbleibenden Resthölzer werden „Pöschtle“ gemacht, beispielsweise Tomatenpfähle oder Verbissschutz- Pfähle im Wald. Die Maschinen sind ausschließlich Spezialmaschienen zur Herstellung der verschiedensten Stielformen und stammen teilweise noch aus der Gründerzeit des Unternehmens. Viel Erfahrung und gekonnte Handarbeit erforderlich Bei der Herstellung der Produkte ist dabei nach wie vor viel Erfahrung sowie gekonnte Handarbeit erforderlich. Die Ausbeute an tatsächlichen Stielen liegt im Vergleich zum Schnittholz bei gerade mal 25 Prozent. Das Repertoire ist sehr vielfältig. Raphael Sensenbrenner und seine wenigen Mitarbeiter haben so rund 250 Arten von Stielen im Sortiment, angefangen von Stielen für Rechen, Schippen, Spaten, Hacken und Pickeln bis hin zu Spezialanfertigungen für die französische Bahn SNCF. Alleine fünf Sorten von Axtstielen werden in Reichshofen produziert. Gerne erläutert Raphael Sennsenbrenner auch ausführlich die Unterschiede zwischen den deutschen und französischen Arten von Schippen- und Pickelstielen sowie den traditionellen lothringischen und elsässischen Heurechen. Mehrere 10. 000 Stiele pro Jahr Nachdem die Stiele hergestellt und gegebenenfalls auch poliert sind, gelangen sie nach einer strengen und gewissenhaften Endkontrolle entweder ins Lager oder direkt in den Versand. Alljährlich verlassen so mehrere 10.000 Stiele die kleine Manufaktur in Reichshofen. Luisa Holbach ist die neue Forstoberinspektorin bei der Stadt Blieskastel. Foto: Helmut Wollf „Der Wechsel der Jahreszeiten, die unterschiedlichen Aufgaben und die Unvorhersehbarkeit der Natur machen jeden Tag einzigartig“ Der Beruf der Försterin ist so vielseitig wie der Wald selbst. Kein Tag ist wie der andere. Mal geht es darum, Bestände zu kontrollieren, zu pflegen und Aufforstungsprojekte zu planen, mal heißt es, sich bei Wind und Wetter durch dichtes Unterholz zu kämpfen. Für mich ist die Arbeit im Freien eine der schönsten Facetten dieses Berufs. Der Wechsel der Jahreszeiten, die unterschiedlichen Aufgaben und die Unvorhersehbarkeit der Natur machen jeden Tag einzigartig. Mein Name ist Luisa Holbach, ich bin 25 Jahre alt und seit diesem Herbst Forstoberinspektorin bei der Stadt Blieskastel. Hier hat alles mit meinem ersten Praktikum im Wald begonnen. Damals war für mich klar: Ich möchte Försterin werden. Jetzt und in den kommenden Jahren freue ich mich darauf, aktiv an der Gestaltung des Waldes meiner Heimat mitzuwirken. Revierleiter Hannes Born, links, und Raphael Sensenbrenner. Foto: Helmut Wolf

7 Die Rundschau für das Biosphärenreservat Bliesgau Dezember 2025 – Februar 2026 Aus dem Biosphären-Wald Menschen für den Lebensraum Wald begeistern Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Landesverband Saarland (SDW), möchte die Menschen für den Lebensraum Wald gewinnen und sie aktiv zum Besuch der heimischen Wälder einladen. Denn wer den Wald erlebt, versteht seine Bedeutung – für Umwelt, Klima und die eigene Gesundheit. Bewegung in der Natur stärkt Körper und Geist, frische Waldluft sorgt für Erholung und neue Energie. Die Idee: Kleine Hütten mit großer Wirkung Damit der Aufenthalt im Grünen bei jedem Wetter Freude macht, hat die SDW Saarland die Aktion „Micro-Cabane“ – übersetzt „Mini-Hütte“ – ins Leben gerufen. Diese überdachten Sitzgruppen aus massivem Holz bieten Schutz vor Regen und Sonne und laden zum Verweilen ein. Besonders Familien mit Kindern finden hier einen willkommenen Rastplatz mitten in der Natur. Nachhaltigkeit aus der Region Das Projekt steht beispielhaft für gelebte Nachhaltigkeit und regiEin Stück Heimat zum Innehalten Die „Micro-Cabanes“ bringen den Wald den Menschen näher onale Zusammenarbeit: Das Holz stammt aus heimischen Wäldern – unter anderem aus dem Biosphärenreservat Bliesgau – und wird im grenznahen Sägewerk von Christian Lejeune verarbeitet. Den Bau der Mini-Hütten übernimmt die Zimmerei Schumacher, die von Pierre Fromholtz und seinem Bruder geführt wird. Beide Betriebe arbeiten ausschließlich mit zertifizierten Hölzern und sind im grenzüberschreitenden Biosphärenreservat Pfälzerwald–Nordvogesen ansässig. Langlebig, wetterfest und klimafreundlich Die robusten „Micro-Cabanes“ sind langlebig, wetterfest und nahezu ganzjährig nutzbar. Sie erfordern nur geringen Pflegeaufwand und tragen durch kurze Transportwege und regionale Wertschöpfung zum Klimaschutz bei. Mittlerweile wurden bereits rund ein Dutzend dieser Mini-Hütten im Bereich des Biosphärenreservats Bliesgau und im Stadtwald von Lebach aufgestellt – mit durchweg positiver Resonanz der Waldbesucher. Finanzierung durch Fördermittel und Engagement Finanziert wird das Projekt durch die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Saarland und weitere Sponsoren. www.biosphaere-bliesgau.eu/partner Mit uns Biosphäre schenken! Ausblick: Weitere Projekte in Planung Aus der gleichen Produktlinie sind inzwischen auch Einzelbänke entstanden. Zudem wurde im Nationalpark Hunsrück-Hochwald in Kooperation mit der Tourismuszentrale Saarland eine erste Müllsammelstation aus heimischem, zertifiziertem Holz als Pilotprojekt eingeweiht – ein weiteres Beispiel dafür, wie Umweltschutz, Handwerk und Tourismus im Saarland Hand in Hand gehen. Sie sind auf der Suche nach einem außergewöhnlichen Geschenk, das liebevoll in Handarbeit hergestellt wurde, abseits der eintönigen Massenware von weit her? Dann kommen Sie zu einem unserer Biosphären-Partnerbetriebe und entdecken Sie, was es Leckeres (z.B. Öle, Nudeln, Pestos, Fruchtaufstriche, Liköre, Eis, Geschenkkörbe), Spannendes (Alpaka-Touren, Wildkräuter-Workshops, Pastakurse, Safaris), Einzigartiges (Holzschalen, Schneidebretter, Gewürzmühlen) und Erholsames (Achtsamkeitskurse, Kräuterkissen, Heilpflanzen-Workshops) im Bliesgau gibt. Damit bereiten Sie nicht nur Ihren Liebsten eine Freude, sondern stärken auch Ihre Heimat! Die Biosphären-Partner heißen Sie herzlich willkommen und wünschen Ihnen eine entspannte Adventszeit! Besondere regionale Geschenkideen zu Weihnachten und auch danach…

8 Die Rundschau für das Biosphärenreservat Bliesgau Dezember 2025 – Februar 2026 Die Leader-Region Das GAKRegionalbudget 2026 im Biosphärenreservat Bliesgau fördert kreative Ideen und Engagement vor Ort Gute Ideen brauchen manchmal nur einen kleinen Anschub – und genau den gibt es mit dem GAK-Regionalbudget der LEADER-Region Biosphärenreservat Bliesgau. Seit 2019 unterstützt die Jetzt bewerben: Mit kleinen Projekten Großes für die Region bewegen! Lokale Aktionsgruppe (LAG) mit Mitteln von Bund und Land engagierte Menschen, Vereine und Kommunen, die ihre Region mit Herzblut gestalten wollen. Für das Jahr 2026 stehen wieder rund 166.667 Euro zur Verfügung. Gefördert werden Kleinprojekte bis zu 20.000 Euro (brutto) mit einem Zuschuss von bis zu 80 Prozent. Ob Dorfentwicklung, touristische Infrastruktur oder Projekte zur Grundversorgung auf dem Land – gefördert wird, was das Leben in den Dörfern und Gemeinden der Biosphärenregion nachhaltig verbessert. Beispiel eines GAK-Projektes: Bücherschrank Rohrbach. Foto: G.Maass Beispiel eines GAK-Projektes: Brunnen Ommersheim. Foto: G. Maass Beispiel eines GAK-Projektes: Wegekreuz, Gersheim. Foto: G. Maas „Das GAK-Regionalbudget ist eine großartige Chance für alle, die ihre Ideen in die Tat umsetzen möchten“, sagt Gabi Maaß von der LEADER-Geschäftsstelle. „Oft sind es gerade die kleinen Projekte, die große Wirkung entfalten – weil sie direkt bei den Menschen vor Ort ankommen.“ Von der Idee zur Förderung Bewerben können sich Kommunen, Vereine oder Privatpersonen, deren Projekte zur regionalen Entwicklungsstrategie der LEADER-Region passen. Wichtig: Die Maßnahme muss vollständig vorfinanziert und im Jahr 2026 umgesetzt werden. Möbel, Reparaturen, kommunale Pflichtaufgaben, Ausgleichsleistungen oder die Umsetzung von Bauauflagen sind von der Förderung ausgenommen. Der aktuelle Projektaufruf läuft bis zum 30. Januar 2026. Bis dahin müssen die vollständigen Unterlagen – Projektbeschreibung, Zuwendungsantrag, Kostenschätzung (mit Angeboten) und gegebenenfalls Genehmigungen – bei der LEADER-Geschäftsstelle eingereicht werden: LEADER-Geschäftsstelle Biosphärenreservat Bliesgau c/o Saarpfalz-Kreis, Am Forum 1, 66424 Homburg E-Mail: lag@biosphaere-bliesgau.eu Das Saarland darf sich offiziell Fairtrade-Bundesland nennen – eine Auszeichnung, die es so in Deutschland noch nicht gegeben hat. Ministerpräsidentin Anke Rehlinger und Bildungs- und Kulturministerin Christine Streichert-Clivot haben bei einem Festakt die Urkunde entgegengenommen. „Als erstes Bundesland beweist das Saarland, dass sozialer und ökologischer Wandel auch auf Landesebene gestaltet werden kann“, erklärt Ministerpräsidentin Anke Rehlinger. „Fairer Handel geht uns alle an und im Saarland nehmen wir diese Verantwortung ernst“, so Rehlinger im Rahmen der Auszeichnungsfeier. Die saarländische Ministerin für Bildung und Kultur und Vorsitzende der Steuerungsgruppe faires Saarland, Christine Streichert-Clivot, ergänzt: „Die Saarländerinnen und Saarländer ebenso wie die Landesverwaltung engagieren sich seit vielen Jahren für den fairen Handel. Die Auszeichnung des Saarlandes als erstes Fairtrade-Bundesland beweist, dass das Streben nach globaler Gerechtigkeit für uns als Selbstverständlichkeit im gemeinsamen politischen Handeln Das Saarland ist erstes Fairtrade-Bundesland verankert ist.“ Im Saarland ist die Entwicklungszusammenarbeit dem Ministerium für Bildung und Kultur zugeordnet – daher verantwortet Streichert-Clivot als zuständige Ministerin auch die Koordination des Engagements für den fairen Handel. Saarland baut Vorreiterrolle aus Claudia Brück, Vorständin von Fairtrade Deutschland, betont die Vorreiterrolle des Bundeslandes: „In politisch stürmischen Zeiten, in denen Entwicklungszusammenarbeit sukzessive abgebaut wird, zeigt das Saarland, dass nachhaltiger Konsum und globale Gerechtigkeit keine Grenzen kennen. Ich würde mir wünschen, dass andere Bundesländer, große und kleine, diesem tollen Beispiel folgen“, so Brück. Das Bundesland im Südwesten Deutschlands engagiert sich seit langem für den fairen Handel: Die Landeshauptstadt Saarbrücken erhielt 2009 als erste Stadt in Deutschland den Titel Fairtrade-Town. 2014 folgte die Universität des Saarlandes als erste ausgezeichnete Fairtrade-University. Heute leben über drei Viertel der Saarländerinnen und Saarländer in einer Fairtrade-Town oder einem Fairtrade-Landkreis, 21 Schulen im Saarland tragen den Titel Fairtrade-School. Mehr als 200 Geschäfte, 70 Cafés und Restaurants sowie über 130 öffentliche Einrichtungen bieten fair gehandelte Produkte an. Zehn Jahre, viele Akteure und ein Ziel Um die Kriterien für die Auszeichnung zu erfüllen, waren rund zehn Jahre Vorbereitungszeit und eine enge Zusammenarbeit zwischen engagierter Zivilgesellschaft und Landesregierung nötig. Eine der Engagierten ist Vivian Pollner, Schülerin der Gemeinschaftsschule Marpingen und Sprecherin der Steuerungsgruppe faires Saarland: „Niemand kann alles tun, aber gemeinsam verändern wir die Welt – dieser Satz ist für unser Engagement sehr wichtig.“ Dass sie die Welt verändern – wenn auch in kleinen Stücken – beweist die Partnerschaft mit der Cashew-Kooperative CCPA BIO EQUITABLE aus dem Partnerland Benin. Gaya Chabi Boum ist Vorsitzender der Cashew-Kooperative: „Der faire Handel trägt dazu bei, dass die Kinder eine bessere Ausbildung bekommen. Früher haben wir mit Verlust verkauft. Dank Fairtrade können wir die Kerne zu angemessenen Preisen verkaufen.“ Die Fairtrade-zertifizierten Cashews werden unter anderem in den saarländischen Weltläden vertrieben und sind eine von vielen Maßnahmen zur Erfüllung von sechs Kriterien, mit denen das Saarland seinen Einsatz für fairen Handel nachweisen konnte. Hintergrund zur Kampagne und zur Organisation Fairtrade ist das bekannteste Nachhaltigkeitssiegel weltweit – das bestätigt eine Verbraucherstudie von Globe Scan und Fairtrade. Für die Studie wurden über 12.900 Teilnehmende in 13 Ländern befragt. Das Ergebnis: 83 Prozent der Käufer vertrauen dem Siegel. Ein Vertrauen, das sich im Kaufverhalten widerspiegelt: 2024 stieg der Umsatz mit Fairtrade-Produkten auf 2,9 Milliarden Euro. Auch das zivilgesellschaftliche Engagement wächst seit Jahren: Deutschlandweit wurden bisher mehr als 900 Fairtrade-Towns, über 1000 Fairtrade-Schools und 51 Fairtrade-Universities ausgezeichnet, die sich für eine nachhaltige Beschaffung und fairen Handel einsetzen. Freude über hohe Auszeichnung in der Landesregierung. Foto: Cuv Die Werbewinzer

9 Die Rundschau für das Biosphärenreservat Bliesgau Dezember 2025 – Februar 2026 Natürlich in St. Ingbert Biosphärenmarkt: St. Ingberter Gartenplakette 2025 – Auszeichnung für naturnahe Gartengestaltung und Vielfalt aus der Biosphäre Der beliebte Biosphärenmarkt stand auch in diesem Jahr ganz im Zeichen von Regionalität und Nachhaltigkeit. Eingemachtes Obst, feine Fruchtaufstriche, Marmeladen, Chutneys, Relishes, Pestos, vegane Brotaufstriche, Apfelessig, wertvolle Speiseöle, Latwerge, Edelbrände und Liköre ließen Genießerherzen höherschlagen. Imker aus der Region boten Honigsorten in Bioqualität an. Bio-Fleisch- und Wurstwaren rundeten das kulinarische Sortiment ab. Selbstgebraute Bierspezialitäten und Softgetränke sorgten für Erfrischung. Im Kuppelsaal wurden warme Pasta-Gerichte mit Pesto und einem leckeren Salat aus Bliesgau-Linsen angeboten. Außerdem lockten Spezialitäten von den Highland-Rindern aus dem Rohrbachtal – frisch gegrillt im Außenbereich vor dem Kuppelsaal. Wer nach besonderen Geschenken suchte, wurde hier ebenfalls fündig: Drechselarbeiten, Heudekorationen, handgefertigte Seifen, Badezusätze, Kräuterkissen oder Taschen aus Bio-Baumwolle – alles liebevoll produziert mit dem Bezug zur Biosphäre. Auch Schmuckstücke, Kosmetik und Wellnessprodukte luden zum Stöbern ein. Fairer Handel und besondere Aktionen Die Fairtrade-Steuerungsgruppe Saarpfalz-Kreis informierte über aktuelle Projekte, während der Weltladen St. Ingbert fair gehandelte Waren anbot. Auch die Foodsharinggruppe St. Ingbert war vertreten und informierte über ihr langfristiges Ziel, die Verschwendung von genießbaren Lebensmitteln zu stoppen. Höhepunkt: Überreichung der St. Ingberter Gartenplakette „Naturnaher Garten“ Neben kulinarischen Genüssen und handwerklichen Schätzen aus der Biosphäre Bliesgau bot der Markt einen besonderen Höhepunkt: die Überreichung der St. Ingberter Gartenplakette „Naturnaher Garten“ an die von der Jury ermittelten Preisträger. Bereits zum neunten Mal zeichnete die Stadt St. Ingbert gemeinsam mit dem NABU St. Ingbert e.V. und dem Nachhaltigkeitsbeauftragten Claus Günther engagierte Gärtnerinnen und Gärtner aus, die ihre Gärten, Balkone, Schulhöfe oder Firmengelände im Einklang mit der Natur gestalten. Der Wettbewerb möchte das Bewusstsein für den Schutz der heimischen Tier- und Pflanzenwelt stärken und zeigen, wie jede und jeder im eigenen Umfeld zur Erhöhung der Artenvielfalt beitragen kann. Junge Familien als Vorbilder dafür, wie Nachhaltigkeit im Alltag gelingen kann In seiner Ansprache würdigte der Beigeordnete Olaf Blaumeiser das Engagement der Teilnehmenden: „Unsere Preisträgerinnen und Preisträger schaffen mit ihren naturnahen Gärten wertvolle Lebensräume für Insekten, Vögel und Kleintiere – und zeigen, dass ökologische Vielfalt und ästhetische Gestaltung wunderbar zusammenpassen.“ Besonders freute er sich über die Tatsache, dass auch einige junge Familien unter den Preisträgern waren. Sie seien Vorbilder dafür, wie Nachhaltigkeit im Alltag gelingen kann. Zusammen mit Olaf Blaumeiser überreichten Claus Günther, Nachhaltigkeitsbeauftragter der Stadt St. Ingbert, und Barbara Böhme vom NABU St. Ingbert die begehrten Gartenplaketten sowie ein kleines Vogelhäuschen an die Gewinnerinnen und Gewinner des Wettbewerbs. „Die prämierten Gärten zeichnen sich durch regionale Pflanzenvielfalt, den Verzicht auf Pestizide und chemisch-synthetische Dünger, den Einsatz von torffreier Erde sowie durch das Zulassen von „wilden Ecken“ aus. Wir würden uns sehr freuen, wenn sich auch Schulen und Firmen mit ihren Grünanlagen bewerben würden, das wäre uns sehr wichtig. Natürlich stehen wir Mitglieder vom NABU bei Fragen gerne beratend zur Seite“, so der Aufruf von Barbara Böhme. Gesucht: Schulen und Firmen, die 2026 mitmachen Der Wettbewerb zeigt eindrucksvoll, dass Naturschutz im eigenen Garten beginnt – ob auf einer großen Fläche, auf dem Balkon oder in Gemeinschaftsprojekten von Schulen und Kitas. Manche der Teilnehmenden sind bereits seit Jahren erfahrene Naturgärtner, andere haben gerade erst begonnen – und lassen sich inspirieren von den guten Beispielen ihrer Mitbürgerinnen und Mitbürger. Die Stadt St. Ingbert bedankt sich bei allen Teilnehmenden und Unterstützenden und freut sich schon jetzt auf den nächsten Gartenwettbewerb, der wieder im Zeichen von Artenvielfalt, Nachhaltigkeit und regionalem Engagement stehen wird. Elstersteinpark erwacht zu neuem Leben Der Elstersteinpark in St. Ingbert, ein traditionsreicher Ort mit bewegter Geschichte, soll künftig wieder stärker ins Bewusstsein rücken. Wo einst das Schloss Elsterstein stand, entsteht ein lebendiger Lern- und Erlebnisort, der Geschichte, Natur und Bildung miteinander verbindet. Mit einem umfangreichen LEADER-Projekt will die Stadt den historischen Bürgerpark aufwerten und fit für die Zukunft machen. „Der Elstersteinpark ist ein besonderer Ort – mit Geschichte, Charme und großem Potenzial. Wir möchten diesen Schatz stärker in Wert setzen und für die Bürgerinnen und Bürger, aber auch für Gäste aus der Region, erlebbar machen“, sagt Irene Kaiser, Initiatorin und Ortsratsvorsitzende der Stadt St. Ingbert. Der Park blickt auf eine lange und wechselvolle Historie zurück. Ursprünglich gehörte das Gelände den Grafen von der Leyen, bevor es 1828 an den französischen Seifenfabrikanten Gerdolle verkauft wurde, der 1835 das Herrenhaus errichten ließ – das spätere Schloss Elsterstein. Nach mehreren Besitzerwechseln erwarb 1938 die Stadt St. Ingbert das Anwesen und öffnete es für die Bevölkerung. Das Schloss selbst musste 1970 dem Neubau des DRK-Kurheims weichen, doch die alten Baumriesen, geschwungenen Wege und historischen Sichtachsen erinnern bis heute an die glanzvolle Vergangenheit. Am 17. Februar 2025 bewarb sich die Stadt St. Ingbert bei der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Biosphäre Bliesgau um eine Empfehlung zur LEADER-Förderung – einem europäischen Programm zur Entwicklung des ländlichen Raums. Bereits im März 2025 wurde das Projekt „Bürgerpark Elsterstein im Netzwerk Gärten der Geschichte“ angenommen. Die zuwendungsfähigen Ausgaben betragen 189.641,90 Euro. Die Gesamtförderung von 170.677,71 Euro setzt sich aus 80 Prozent EU-Mitteln, 20 Prozent Landesmitteln und einem städtischen Eigenanteil von 18.964,19 Euro (10 Prozent) zusammen. Der Zuwendungsbescheid traf am 17. Juli 2025 offiziell ein – damit kann das Projekt nun umgesetzt werden. Im Mittelpunkt der Maßnahme steht die behutsame Weiterentwicklung des Parks, die den historischen Charakter bewahrt und zugleich neue Nutzungsmöglichkeiten eröffnet. Geplant sind ein Veranstaltungspavillon mit zugehöriger Fläche für kulturelle und gesellschaftliche Formate sowie ein Info-Pavillon, der künftig als Infopoint zur Biosphäre Bliesgau dient. Dort sollen Besucherinnen und Besucher Wissenswertes über die Biosphäre, kommende Veranstaltungen und das Netzwerk „Gärten der Geschichte“ erfahren. Außerdem werden 14 neue Ruhebänke an markanten Aussichtspunkten aufgestellt, und der bestehende Baumlehrpfad wird erweitert und mit 24 Stationen neu beschildert. Dabei entstehen auch Tafeln, die über die Historie des Ortes informieren. Die Pavillons orientieren sich in Bauweise und Formensprache an den historischen Vorbildern des ehemaligen Krämerschen Pavillons und des Schlosses Elsterstein. Der Elstersteinpark ist seit 2020 Teil des saarländischen Netzwerks „Gärten mit Geschichte“. Mit der aktuellen Förderung beginnt nun die nächste Entwicklungsphase. Ziel ist es, den Park als grünes Bindeglied zwischen Stadt und Biosphärenregion Bliesgau zu stärken und seine kulturhistorische Bedeutung zu unterstreichen. „Mit der Aufwertung wollen wir nicht nur Geschichte sichtbar machen, sondern auch neue Räume für Begegnung, Bildung und Erholung schaffen – ganz im Sinne der Biosphäre“, betont Irene Kaiser. Schüler des Albertus-Magnus-Gymnasiums pflanzen vier neue Obstbäume fürs Klima Im Rahmen der bundesweiten Aktion „Einheitsbuddeln“ haben Schülerinnen und Schüler des Albertus-Magnus-Gymnasiums St. Ingbert gemeinsam mit dem Nachhaltigkeitsbeauftragten der Stadt, Claus Günther, jeweils zwei Oullins Reneklode- und Hauszwetschebäume auf der städtischen Streuobstwiese im Rohrbachtal gepflanzt. Unterstützt wurde das Projekt vom Gärtnermeister Alexander Schneider, Baubetriebshof, und vom Werkstudenten Max Sokoli, der die Aktion im Auftrag der Stadt organisiert und betreut hat. Die Idee entstand, als Schulleiterin Heike Scholz im Zuge der Vorbereitungen zum Tag der Deutschen Einheit auf die Aktion „Einheitsbuddeln“ aufmerksam wurde. Dieses Klimaschutzprojekt wurde 2019 in Schleswig-Holstein ins Leben gerufen und ruft jedes Jahr dazu auf, neue Bäume zu pflanzen – als Zeichen für Zusammenhalt und gelebte Nachhaltigkeit. Neun Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe folgten dem Aufruf und packten mit Spaten und Handschuhen kräftig an. Unter Anleitung von Claus Günther und dem städtischen Team hoben sie Pflanzlöcher aus, brachten Wühlmaus- und Bissschutz an, setzten die jungen Bäume ein, banden sie mit Kokosschnur fest und sorgten mit Kompost und Wasser für die erste Stärkung. Anton und Tristan aus der siebten und achten Klasse helfen auch zu Hause gerne im Garten – hier konnten sie ihr Wissen direkt praktisch anwenden. „Nachhaltigkeit bedeutet nicht nur pflanzen, sondern sich auch langfristig um die Natur zu kümmern“ Initiiert wurde das Projekt von der Schülervertretung des AMG, die für die Anschaffung der Bäume das beim Ostermarkt eingenommene Geld spendete. Künftig möchten sich die jungen Leute noch stärker mit Themen rund um Klima und Umwelt beschäftigen. Im kommenden Jahr plant das Gymnasium eine Projektwoche zu den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen. Auch Claus Günther möchte die Zusammenarbeit fortsetzen: „Ich könnte mir gut vorstellen, dass wir im nächsten Jahr gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern die Früchte ernten und weiterverarbeiten. Nachhaltigkeit bedeutet nicht nur pflanzen, sondern sich auch langfristig um die Natur zu kümmern.“ Und Max Sokoli fügt hinzu: „Wenn junge Menschen erleben, wie aus einem gepflanzten Baum über die Jahre etwas wächst und er schließlich Früchte trägt, entsteht ein echtes Bewusstsein dafür, dass Nachhaltigkeit direkt vor der eigenen Haustür beginnt. Solche Aktionen zeigen, dass Umweltschutz und Stadtnatur keine fernen Themen sind, sondern Teil unseres Alltags hier in St. Ingbert.“ Immer wieder beliebt ist der Biosphärenmarkt in St. Ingbert. Foto: Stadt St. Ingbert So sah das Schloss Elsterstein am jetzigen „Haus Elstersteinpark“ aus. Foto: Stadt St.Ingbert Schüler aus dem AMG pflanzten mit Verantwortlichen aus der Stadt vier neue Obstbäume zwischen St.Ingbert und Rohrbach. Foto: T. Bastuck Gefördert durch:

10 Die Rundschau für das Biosphärenreservat Bliesgau Dezember 2025 – Februar 2026 Städte und Gemeinden in der Biosphäre Druck, Lager- & Versandlogistik, Shopsysteme Wir beraten Sie gerne: Tel. 06531 509-335 · www.johnen-gruppe.de · Bornwiese 5 · 54470 Bernkastel-Kues QR-Code scannen & weitere Informationen erhalten Gemeinschaftlich wirtschaften, regional genießen – nachhaltige Landwirtschaft mit Herz und Verstand Frisches Gemüse direkt vom Acker, solidarisches Wirtschaften statt Supermarktpreise und echtes Miteinander: Mit der SoLaWi Röthlinger Hof bringen Katja und Markus Degott gemeinsam mit Donato und Dominik ein Stück landwirtschaftliche Zukunft nach Kleinblittersdorf. Seit Februar 2025 bewirtschaftet das Team den traditionsreichen Hof an der Röthlinger Straße – regional, ökologisch und solidarisch. Der Hof, seit Generationen im Besitz der Familie Degott, war viele Jahre an die Lebenshilfe Obere Saar verpachtet. Nun sind Katja und Markus aus Bad Vilbel bei Frankfurt in ihre saarländische Heimat zurückgekehrt, um das Erbe weiterzuführen. „Uns war klar: Wenn wir den Hof übernehmen, dann nur in einer Form, die zur heutigen Zeit passt – nachhaltig, gemeinschaftlich und fair“, sagt Markus Degott. Vielfalt auf kleiner Fläche Auf rund einem halben Hektar wachsen über 25 verschiedene Gemüsekulturen – alles ohne chemische Pflanzenschutzmittel oder mineralische Dünger. Neben Freilandanbau sorgen Folientunnel für frische Ernten fast das ganze Jahr über. Streuobstwiesen mit alten Obstsorten gehören ebenso dazu wie tierische Helfer: Laufenten halten Schnecken fern, Zwerghühner legen fleißig Eier, und bald sollen Schafe die Wiesen pflegen. „Wir wirtschaften im Einklang mit der Natur – mit Zurück zu den Wurzeln Familie Degott gründet SoLaWi Röthlinger Hof in Kleinblittersdorf Handarbeit, Achtsamkeit und einem klaren Bewusstsein für den Boden, der uns ernährt“, erklärt Katja Degott. Solidarische Landwirtschaft – mehr als nur Bio Das Konzept der SoLaWi (Solidarische Landwirtschaft) beruht auf Gemeinschaft: Mitglieder übernehmen mit einem monatlichen Beitrag gemeinsam die Verantwortung für die Kosten der Landwirtschaft. Im Gegenzug erhalten sie wöchentlich frische Gemüseanteile direkt vom Hof – vom Frühjahr bis in den Winter. „Es geht nicht nur darum, gesundes Essen zu bekommen, sondern auch darum, Landwirtschaft wieder erlebbar zu machen“, sagt Katja. Wer möchte, kann bei Aktionen oder auf dem Feld mithelfen, muss aber nicht – jede und jeder beteiligt sich so, wie es passt. Das Team des Solawi Röthlinger Hof freut sich auf weitere Mitglieder für die Ernte 2026. Foto: privat Lernort und Begegnungsraum Neben der landwirtschaftlichen Arbeit versteht sich der Röthlinger Hof auch als Ort des Lernens und der Begegnung. Schulklassen sind eingeladen, den Hof zu besuchen und Landwirtschaft hautnah zu erleben. Und sonntags verwandelt sich die Scheune in einen ganz besonderen Ort der Ruhe: Dann lädt Katja, ausgebildete Yoga-Lehrerin, zu „Yoga in der Scheune“ ein – umgeben von Holzduft, Vogelgezwitscher und der Energie eines besonderen Ortes. „Wir möchten zeigen, dass Landwirtschaft und Achtsamkeit wunderbar zusammenpassen“, sagt Katja. Kontakt: SoLaWi Röthlinger Hof Katja &Markus Degott Röthlinger Straße 31 66271 Kleinblittersdorf Tel. 0173 315 3857 www.roethlingerhof.de Neue Sinnesbänke am Bliessteig eingeweiht Eine besondere Verbindung von Naturerlebnis und Erinnerung ist am Bliessteig entstanden: Zwei neue Sinnesbänke laden Wandernde und Spaziergängerinnen und Spaziergänger ab sofort zu einer „Pause mit Perspektive“ ein. Entstanden sind die Bänke im Rahmen der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in Saarbrücken, wo die Tourismus Zentrale Saarland (TZS) gemeinsam mit touristischen Partnern aus den Landkreisen Besucherinnen und Besucher dazu eingeladen hatte, sich auf den Holzflächen mit Namen zu verewigen. Rund 400 Menschen nutzten an den drei Festtagen die GelegenPause mit Perspektive Zwei neue Traumbänke als Erinnerung an den Tag der Deutschen Einheit in Saarbrücken. Foto: Susanne Renk heit, mithilfe eines Gravurwerkzeugs ihren persönlichen Beitrag zu diesem Gemeinschaftsprojekt zu leisten. Nun haben die beiden Bänke ihren endgültigen Platz in der Natur gefunden – am Bliessteig, der vom Wandermagazin zur „Schönsten Mehrtagesroute Deutschlands 2025“ gekürt wurde. Die Saarpfalz-Touristik, die den Bliessteig entwickelt und umgesetzt hat, hat die Sinnesbänke in Homburg, nahe der Orangerie im WaldPark Schloss Karlsberg, aufgestellt. Der idyllische Standort soll sowohl Wandernden als auch Erholungssuchenden einen Ort der Ruhe und Begegnung bieten. Weitere Informationen: Saarpfalz-Touristik, Telefon 06841 104-7174, E-Mail: touristik@saarpfalz-kreis.de

RkJQdWJsaXNoZXIy NjQ0NDQ=