11 Die Rundschau für das Biosphärenreservat Bliesgau März – Mai 2026 Frauen sichtbar machen, Geschichte neu erzählen. Die Geschichte des Saarpfalz-Kreises ist reich an prägenden Persönlichkeiten – doch bis heute wird sie überwiegend aus männlicher Perspektive erzählt. Frauen und ihre Leistungen tauchen in der historischen Überlieferung oft nur am Rand auf oder bleiben ganz unsichtbar. Genau hier setzt das LEADER-Projekt „Frauenspuren im Saarpfalz-Kreis“ an. Es verfolgt das Ziel, die Lebensleistungen von Frauen aus der Region systematisch zu erforschen, einzuordnen und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das Projekt ist auf zwei Jahre (2025–2027) angelegt und wird vom Frauenbüro des Saarpfalz-Kreises umgesetzt. Im Mittelpunkt stehen Frauen, auch aus St. Ingbert, die beruflich, kulturell, sozial, kirchlich oder politisch eine bedeutende Rolle gespielt haben – häufig unter schwierigen gesellschaftlichen Bedingungen und lange ohne öffentliche Anerkennung. Ziele des Projekts: Sichtbarkeit und Einordnung Zentrales Anliegen von „Frauenspuren im Saarpfalz-Kreis“ ist es, weibliches Handeln in der Regionalgeschichte sichtbar zu machen. Dabei geht es nicht nur um einzelne Biografien, sondern auch um den historischen Kontext, in dem diese Frauen lebten. Das Projekt zeigt, welchen Anteil Frauen am Gemeinwesen hatten, welche Handlungsspielräume ihnen offenstanden und welche Hürden sie überwinden mussten. Darüber hinaus will das Projekt Identifikationsangebote für heutige Frauen und Mädchen schaffen. Die historischen Lebenswege sollen Mut machen und verdeutlichen, dass Frauen zu allen Zeiten Verantwortung übernommen, gestaltet und verändert haben – auch wenn ihre Leistungen oft nicht dokumentiert wurden. Die entscheidende Grundlage für die Umsetzung bildete die Förderzusage über das EU-Programm LEADER, regional vertreten durch die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Biosphärenreservat Bliesgau. Diese Förderung ermöglichte es, eine eigene Projektstelle einzurichten – ein zentraler Faktor für die Qualität und Nachhaltigkeit der Arbeit. Projektkoordination durch Helen Tepper Seit dem 1. Mai wird das Projekt von Helen Tepper koordiniert. Ein besonderes Augenmerk liegt darauf, alle Städte und Gemeinden des Saarpfalz-Kreises einzubeziehen. Gerade in kleineren Ortsteilen ist die Quellenlage oft schwierig, dennoch sollen auch dort Frauengeschichten recherchiert und dokumentiert werden. Inhalte: Biografien und historischer Kontext Das Projekt arbeitet auf zwei Ebenen. Zum einen werden Biografien bedeutender Frauen aus unterschiedlichen Jahrhunderten recherchiert und aufbereitet. Zum anderen wird der gesellschaftliche und historische Rahmen beleuchtet, der das Leben von Frauen in den jeweiligen Epochen geprägt hat. Bereits jetzt zeigt sich, dass vor allem aus dem 19. und 20. Jahrhundert vergleichsweise viele Quellen vorhanden sind. Für frühere Zeiträume sind die Recherchen aufwendiger, liefern jedoch wichtige Erkenntnisse über weibliche Lebensrealitäten. Thematisiert werden unter anderem Frauen aus dem Bürgertum, Arbeiterinnen, Unternehmerinnen, Kulturschaffende oder politisch engagierte Frauen. Namen wie Charlotte „Lotty“ Faber, Edith Aron oder Katharina Loth verdeutlichen die Bandbreite der recherchierten Lebenswege. Formate und geplante Angebote Die Ergebnisse des Projekts sollen öffentlich, niedrigschwellig und dauerhaft zugänglich sein. Geplant sind mehrere Formate, die sich gegenseitig ergänzen. Dazu zählen eine Website mit Biografien und begleitenden Texten sowie eine Broschüre, in der die Forschungsergebnisse dauerhaft dokumentiert werden. EinzentralesElementisteineWanderausstellung, die an verschiedenen Orten im Saarpfalz-Kreis Station machen wird. Ergänzt werden soll sie durch Vorträge, Führungen und weitere Begleitangebote. Darüber hinaus entsteht in Kooperation mit der Saarpfalz-Touristik ein thematischer Wanderweg, der Frauengeschichte im wahrsten Sinne des Wortes erfahrbar macht. Perspektivisch sind auch digitale Formate wie interaktive Karten oder Lauschtouren vorgesehen. Beteiligung der Öffentlichkeit Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist die Einbindung der Bevölkerung. Bürgerinnen und Bürger sind ausdrücklich eingeladen, Hinweise auf historische Frauen aus ihren Familien oder Heimatorten zu geben. Viele dieser Geschichten sind bislang nicht archiviert, sondern nur mündlich überliefert. Genau diese Spuren sollen gesichert und bewahrt werden. Das Frauenbüro nimmt Informationen unter den unten genannten Kontaktdaten entgegen. Weitere Informationen finden sich auf der Website unter www.saarpfalz-kreis.de/frauen/frauenspuren/angebote. Die Veranstaltungen sind kostenfrei, eine Anmeldung jedoch erforderlich unter 06841 104-7138 oder frauenbuero@saarpfalz-kreis.de. Frauenspuren im Saarpfalz-Kreis Sie hat ihren Lebensraum schon im Namen Die Sumpfdotterblume (wissenschaftlich Caltha palustris) findet man in feuchten Wiesen, an Quellen, Bächen und Gräben. Auch in Auwäldern und Röhrichten kommt sie vor. Sie mag es also nass und sumpfig. Aber nicht nur ihr deutscher Name weist darauf hin, auch „palustris“ bedeutet sumpfig, morastig oder moorig. Viele bezeichnen sie zwar auch umgangssprachlich als „Butterblume“, aber mit „Butterblume“ werden - regional unterschiedlich - viele verschiedene Pflanzen vom Scharbockskraut über gelbe Hahnenfuß-Arten bis zum Löwenzahn bezeichnet. Außer, dass sie gelb blühen, haben die Arten dann meistens nicht viel gemeinsam. Und damit kommen wir dann auch schon zum Aussehen der Sumpfdotterblume: Wie schon erwähnt blüht sie gelb. Manchmal können die kräftig gelben Blüten schon im März erscheinen. Je nach Standort kann die Art bis in den Juni blühen. Die Sumpfdotterblume wird 10 – 60 cm hoch. Ihre Blätter sind herz- oder nierenförmig. Im Saarland verzeichnet die Art zwar auch Rückgänge, wird in der letzten Roten Liste aber noch als „ungefährdet“ geführt, während sie deutschlandweit auf die Vorwarnliste gerückt ist. Gefährdet sind ihre Bestände durch Trockenlegung von Feuchtwiesen oder Begradigung und Verrohrung von Bächen und Gräben. Früher wurde die Pflanze zum Färben von Butter oder die Knospen der Blüten als Kapernersatz genutzt. Die Sumpfdotterblume ist jedoch leicht giftig und wird daher heute nicht mehr verwendet. Im Bliesgau kann man ihr in allen Gemeinden begegnen, wenn man in den entsprechenden Lebensräumen unterwegs ist. Die Sumpfdotterblume Die Sumpfdotterblume findet sich häufog an feuchten Stellen. Foto: Anita Neumann Foto: Saarpfalz-Kreis
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