Die Biosphäre im Herbst

11 Die Rundschau für das Biosphärenreservat Bliesgau September – November 2022 Die LEADER-Region Wir müssen die Dörfer attraktiver machen. Wie das gehen könnte, erklärt Torsten Czech, der beim Saarpfalz-Kreis u.a. für das Thema Dorfentwicklung zuständig ist: „Wir sollten imwahrsten Sinne des Wortes die Kirche im Dorf lassen: Sie soll als Ort der Gemeinschaft in Dörfern fungieren, hier soll das soziale Leben brodeln.“ Weitere Treffpunkte müssten geschaffen, die Gründung von Dorfvereinen initiiert, die Nahversorgung undMobilität gesichert sein. Planen–Mitmachen– Zukunft gestalten! Ein gutes Beispiel dafür ist der als gemeinnützig anerkannte Verein „DorfVerein Gutes Klima im Dorf“ in Bolzum und Wehmingen. Dieser setzt sich für ein gutes Klima in sozialer und auch in ökologischer Hinsicht ein. Im Zentrum steht die Förderung der aktiven eigenverantwortlichen Mitgestaltung an einer zukunftsfähigen Dorfentwicklung, bei der alle Aktivitäten und Aufgaben die Leitlinien der Nachhaltigkeit berücksichtigen. Der Verein sieht sich als Impulsgeber, Initiator und Beteiligungsplattform, um die seit Jahrzehnten gewachsenen Strukturen aber auch neue Formen des dörflichen Miteinandersdarinzuunterstützen, Ideen für ein lebens- und liebenswertes Dorfleben zu entwickeln und umzusetzen. Sein Handeln richtet sich an jetzige und zukünftige Generationen im Ort und den umliegendenNachbarschaften. Auch im Saarpfalz-Kreis gibt es schon gute Beispiele, wie Dorfvereine das Dorfleben bereichern und Fördergelder für Projekte akquirieren können. Exemplarisch können hier Wittersheim, Höchen oder Kleinottweiler genannt werden. Selbstverständlich sind das nicht alle Initiativen. „Wir bieten als Beratungsstelle „Rund ums Dorf“ gerne an, die Vernetzung untereinander herzustellen“, so Torsten Czech. Fördertöpfe LEADER oder GAK-Regionalbudget Unterstützung für solche Initiativen gibt es viele, weiß Torsten Czech: Das Förderprogramm LEADER schafft mit großzügigen finanziellen Unterstützungen zukunftssichere starke ländliche Räume. Es ermöglicht der lokalen Bevölkerung, regionale Projekte eigenständig zu entwickeln und umzusetzen. Mit ihrem Wissen können die Menschen vor Ort die Zukunft ihrer Heimat mitgestalten und Herausforderungen gemeinsam meistern. Mit seinem neuen Förderschwerpunkt zur Dorfentwicklung ab 2023 haben engagierte Bewohner also gute Voraussetzungen, ihr Dorf in ihrem Sinne zukunftssicher zu gestalten. Das sogenannte Regionalbudget aus dem GAK-Sonderrahmenplan ermöglicht die Unterstützung von Kleinprojekten bis zu 20.000 € Gesamtkosten. Der Schwerpunkt liegt auch hierbei auf demThemenfeld der Dorfentwicklung. Geförderte Projekte müssen innerhalb des jeweils laufenden Jahres umgesetzt und abgewickelt werden. Es besteht eine Fördermöglichkeit von maximal 80 %. Antragsberechtigt sind nicht nur Kommunen, sondern auch Vereine und Privatpersonen. ImpulsgeberWettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ Der bekannte saarländische Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ soll für die zukünftigen Dorfentwicklung als Impuls dienen. Er zielt nicht nur darauf ab, genau diese örtliche Infrastruktur zu erhaltenundauszubauen. Erverfolgt auchdas Ziel, soziale Beziehungen innerhalb der Dorfgemeinschaft zu stärkenundauchkulturelleAngebote auf- und auszubauen. Einige Herausforderungen durch den demografischen Wandel, Infrastrukturverluste oder leerstehende Wohn- und Wirtschaftsgebäude sind in vielen Dörfern ähnlich. Gute Ideen können so weitergegebenwerden. Biosphärenverein: Mitmachen und gemeinsam gute Ideen entwickeln Der Biosphärenverein ist wie die LEADER-LAG „Biosphäre zum Mitmachen“. Er ist Ideenschmiede und Bürgerforum und fördert Ideen und Projekte in unserer Region imSinne einerWertegemeinschaft für Nachhaltigkeit. Die akDie Fahrradreparaturstation in Kirkel war Teil eines Leaderprojektes. Foto: LAG Ein Kräuterbeet in Blieskastel amBusbahnhof verschönert den Platz. Foto: Andreas Ternes Attraktive Dörfer – So geht’s!!! Die Zahl der Bevölkerung steigt weiter. Das Leben in Städten, wo es Arbeit gibt, wird heißer, teurer, ungesünder. VieleMenschen zieht es wieder aufs Land. Ideal, denn das entlastet die Städte. Das Problem: Die Rahmenbedingungen stimmen nicht. Was also tun? tuellen Arbeitsschwerpunkte bilden sich in folgenden Arbeitsgruppen ab: • Kommunikation und Netzwerkbildung • Bildung für nachhaltige Entwicklung • Sport in der Biosphäre • Kunst und Kultur in der Biosphäre • Industriekultur/ Stadt-Land-Beziehung • Kirche und Biosphäre Die Arbeitsgruppen werden kompetent und ehrenamtlich betreut und bieten die Möglichkeit, sich anhand der vorgegebenen Schwerpunkte amEntstehen neuer Projekte für das Biosphärenreservat zu beteiligen. Der beste Platz also, um im Team mit vielen anderenMitstreitern gute Ideen zu entwickeln, das eigene Dorf zukunftssicher, lebens- und liebenswert weiterzuentwickeln. Wer Best-Practice-Beispiele sucht, findet in der Biosphäre Bliesgau viele. Torsten Czech dazu: “Die Kreisverwaltung des Saarpfalz-Kreises, die LEADERLAGoder auchder Biosphärenverein bieten einen bunten Strauß an Beratungs-undFörderangeboten, die in den letzten Jahren zu sichtbarenVerbesserungen inderRegiongeführt haben.Wir habenDorfplätze, Brunnen, Dorfgemeinschaftshäuser, Generationenplätze, aber auch regionale Produkte und Tourismus gefördert, damit Dörfer und der gesamte ländliche Raum lebenswert bleiben“. Auf der Seite https://www.biosphaere-bliesgau.eu/index.php/de/lag/ unsere-projekte gibt es weitere Informationen zu den Projekten, die beispielhaftmit Unterstützung von LEADER-Mitteln in der Förderperiode 2014-2020 in der LEADER-Region Biosphärenreservat Bliesgau entstanden sind. Kontakt: Beratungsstelle„RundumsDorf“, Saarpfalz-Kreis, Torsten Czech, Telefon 06841 104 8456 rundumsdorf@saarpfalz-kreis.de In Kirrberg waren Jugendliche an einemProjekt beteiligt. Foto: Landesjugendring

RkJQdWJsaXNoZXIy NjQ0NDQ=