Die Biosphäre Bliesgau im Sommer

11 Die Rundschau für das Biosphärenreservat Bliesgau Juni – August 2024 St. Ingbert startet Umweltkampagne: „Mach mit: Zigarettenstummel in den Müll“ Am 15. Juni beginnt in St. Ingbert die neue Umweltkampagne „Mach mit: Zigarettenstummel in den Müll“, die von Claus Günther, dem Nachhaltigkeitsbeauftragten der Stadt, und Barbara Böhme vom NABU St. Ingbert ins Leben gerufen wurde. Ziel der Kampagne ist es, die Bevölkerung für die schwerwiegenden Umweltbelastungen durch achtlos weggeworfene Zigarettenstummel zu sensibilisieren und deren ordnungsgemäße Entsorgung zu fördern. Ein einziger Zigarettenstummel kann bis zu 1000 Liter Wasser verschmutzen Ein Zigarettenstummel kann verheerende Folgen für die Umwelt haben. Die Filter bestehen aus dem Kunststoff Celluloseacetat und enthalten schätzungsweise rund 15.000 Mikroplastikstränge. Zusammen mit den zahlreichen Schadstoffen aus dem Tabakrauch – darunter Nikotin, Arsen, Blei, Chrom, Kupfer, Cadmium, Formaldehyd und Benzol – kann ein einziger Zigarettenstummel bis zu 1000 Liter Wasser verschmutzen. Zudem sind Zigarettenstummel eine tödliche Gefahr für Tiere wie Igel, Eichhörnchen, Vögel und Insekten, die diese versehentlich verschlucken. Verschiedene Maßnahmen und Aktionen in St. Ingbert Die Kampagne setzt auf verschiedene Maßnahmen, um die Bürger von St. Ingbert zu erreichen und zu informieren. Plakate in Bussen und an Bushaltestellen werden die Aufmerksamkeit auf das Problem lenken. An Mülleimern in der Stadt werden spezielle Hinweise angebracht, die zur richtigen Entsorgung der Zigarettenstummel auffordern. Zudem wird die Kampagne auf städtischen Festen präsent sein, wo Standbetreiber dazu aufgerufen werden, Aschenbecher bereitzustellen. Besonderer Fokus auf Schulen Ein besonderer Fokus liegt auch auf der Zusammenarbeit mit Schulen. Geplant sind Projekte mit Schulklassen, bei denen das Thema Rauchen und die Umweltbelastung durch Zigaretten thematisiert werden. So sollen beispielsweise Raucherecken an Schulen kritisch beleuchtet und Klassenprojekte zur Müllvermeidung initiiert werden. „Jeder kleine Beitrag zählt“ Der offizielle Startschuss für die Kampagne fällt am 15. Juni von 10 bis 12 Uhr in der Fußgängerzone. An einem Stand wird es ein Quiz, Informationsmaterial, Plakate und eine Petition geben, bei der sich Interessierte über die Problematik informieren und aktiv für den Umweltschutz einsetzen können. „Wir hoffen, dass viele Bürgerinnen und Bürger von St. Ingbert mitmachen und sich der Verantwortung bewusst werden, die sie durch das richtige Entsorgen von Zigarettenstummeln tragen“, betont Claus Günther. Barbara Böhme ergänzt: „Jeder kleine Beitrag zählt. Zusammen können wir einen großen Beitrag zum Schutz unserer Umwelt leisten.“ Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, sich an der Kampagne zu beteiligen. Natürlich in St. Ingbert Waldwirtschaft im Wandel - Ein Blick auf St. Ingberts vielfältige Wälder Ein Spaziergang durch die Wälder von St. Ingbert offenbart nicht nur die Schönheit der Natur, sondern auch die Vielfalt der Bewirtschaftungsmethoden. Drei verschiedene Eigentümer - der Saarforst, die Stadt St. Ingbert und private Waldbesitzer - pflegen ihre Wälder auf unterschiedliche Weise und bringen dabei ihre eigenen Traditionen, Werte und Prioritäten ein. In Gesprächen mit Anna von Schwindt, Besitzerin eines Privatwaldes, Förster Michael Weber vom Saarforst und Christian Lambert, Mitarbeiter der Stadt St. Ingbert, eröffnen sich spannende Einblicke in die Hintergründe und Herausforderungen der jeweiligen Bewirtschaftungsstrategien. Interessant auch: Gerade was die Herausforderungen betrifft, haben alle drei mit den gleichen Problemen zu kämpfen. Saarforst: Tradition und Nachhaltigkeit im Einklang Der Saarforst, als größter Waldbesitzer der Region, verfolgt eine lange Tradition der nachhaltigen Waldbewirtschaftung, die auf ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit setzt. Förster Michael Weber betont die Verbundenheit mit dem Wald und die Verantwortung für kommende Generationen: „Unser Ziel ist es, den Wald als lebendiges Ökosystem zu erhalten und gleichzeitig eine nachhaltige Holznutzung zu ermöglichen.“ Die Bewirtschaftung des Staatswaldes richtet sich nach strengen gesetzlichen Vorgaben, die den Schutz des Waldes und seiner Bewohner gewährleisten sollen. Der Saarforst setzt auf eine Mischung aus natürlicher Verjüngung und gezielter Bewirtschaftung, um die Stabilität des Waldökosystems langfristig zu sichern. Stadt St. Ingbert: Naturnähe und Naherholung als Leitprinzipien Im Stadtwald von St. Ingbert legt die Stadtverwaltung Wert auf eine ganzheitliche Waldbewirtschaftung, die Natur- und Erholungsaspekte gleichermaßen berücksichtigt. Christian Lambert erklärt: „Unser Ziel ist es, den Wald nicht nur als Wirtschaftsfaktor zu betrachten, sondern auch als Naherholungsgebiet für die Bürger.“ Der Stadtwald dient nicht nur der Holznutzung, sondern auch der Erholung, Bildung und dem Naturschutz. Durch eine naturnahe Bewirtschaftung und eine breite Palette von Freizeitangeboten wird der Stadtwald zu einem wichtigen Teil des städtischen Lebensraums. Privatwald: Wirtschaftliche Interessen und ökologische Verantwortung Für Anna von Schwindt vom privaten Waldgut Ettental stehen die wirtschaftlichen Interessen im Vordergrund, ohne dabei die ökologische Verantwortung zu vernachlässigen. „Unser Wald ist eine wichtige Einnahmequelle für uns. Wir produzieren und verkaufen Holz, um unseren Lebensunterhalt zu sichern“, erklärt sie. Trotzdem betont sie die Verantwortung gegenüber der Natur und den Menschen: „Wir achten darauf, unseren Wald nachhaltig zu bewirtschaften und ihn für zukünftige Generationen zu erhalten.“ Der Privatwald setzt auf eine effiziente Holznutzung und trägt gleichzeitig zur regionalen Wertschöpfung und Arbeitsplatzsicherung bei. Herausforderungen und Perspektiven für die Zukunft Alle drei Waldbesitzer stehen vor ähnlichen Herausforderungen, wie dem Klimawandel und seinen Auswirkungen auf den Wald. „Die zunehmenden Extremwetterereignisse und der Borkenkäferbefall setzen unseren Wäldern stark zu“, erklärt Weber. Dennoch zeigen sich auch Perspektiven für die Zukunft. „Durch eine angepasste Waldbewirtschaftung und die Förderung von Mischwäldern können wir den Herausforderungen begegnen und unsere Wälder langfristig erhalten“, fasst Lambert zusammen. Die verschiedenen Bewirtschaftungsmethoden der St. Ingberter Wälder verdeutlichen die Vielfalt und Komplexität der Waldwirtschaft. Zahlreiche Wanderschilder zeigen den Weg Bild Manuela Meyer Eine Oase der Entspannung, der Wald in St.Ingbert Foto Stadt St Ingbert

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