Die Biosphäre Bliesgau im Winter 2025

13 Die Rundschau für das Biosphärenreservat Bliesgau Dezember 2025 – Februar 2026 Masterarbeit zeigt Handlungsbedarf Streuobstwiesen sind weit mehr als nur idyllische Landschaftselemente. Sie sind Rückzugsräume für über 5.000 Tier- und Pflanzenarten, liefern Obst für Saft, Schnaps oder Marmelade, speichern CO2 und prägen die saarländische Kulturlandschaft seit Jahrhunderten. Doch der Klimawandel bringt dieses einzigartige Naturerbe zunehmend unter Druck. Das zeigt die aktuelle Masterarbeit von Luisa Seegmüller, die an der TH Bingen im Studiengang Landwirtschaft & Umwelt entstand. In Kooperation mit dem Biosphärenzweckverband Bliesgau analysierte sie Klimamodelle für die Region Saarbrücken-Ensheim bis zum Jahr 2100. Grundlage waren beobachtete Klimadaten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sowie Modellsimulationen zweier gängiger Emissionsszenarien (RCP 4.5 und RCP 8.5) des Deutschen Klimarechenzentrums (DKRZ). Diese Szenarien zeigen mögliche Klimaentwicklungen unter moderaten beziehungsweise fehlenden Klimaschutzmaßnahmen. Deutliche Ergebnisse Die Ergebnisse sind deutlich: Während die Jahresniederschläge insgesamt relativ stabil bleiben, nehmen die Sommerniederschläge spürbar ab. In Kombination mit steigenden Temperaturen und einer höheren Verdunstung verschlechtert sich die klimatische Wasserbilanz massiv. Das bedeutet: Obstbäume geraten in den Sommermonaten immer stärker unter Trockenstress. Gleichzeitig steigt das Risiko von Spätfrostschäden, weil die Bäume durch mildere Winter früher austreiben. Auch Schädlinge und Krankheiten profitieren von den veränderten Bedingungen. „Die Projektionen zeigen klar, dass Streuobstbestände ohne gezielte Anpassungsmaßnahmen langfristig gefährdet sind“, betont Seegmüller. Dabei gehe es nicht nur um die Obsternte, sondern um den gesamten ökologischen und kulturellen Wert dieser Flächen. Besonders im UNESCO-Biosphärenreservat Bliesgau, wo Streuobstwiesen ein zentrales Landschaftselement sind, wäre ein Verlust gravierend. Klimawandel bedroht Streuobstwiesen im Saarland Konkrete Ansätze, wie Streuobstwiesen zukunftsfähig gemacht werden können Doch die Arbeit macht auch Mut: Es gibt konkrete Ansätze, wie Streuobstwiesen zukunftsfähig gemacht werden können. Neben der Auswahl klimaresistenter Obstsorten gehören dazu eine standortangepasste Pflanzung mit ausreichendem Abstand, eine verbesserte Wasserspeicherung im Boden durch Humusaufbau, Mulch oder innovativen Ansätzen wie dem Keyline-Design, eine gezielte Pflege der Obstbäume sowie die Förderung der Artenvielfalt auf den Wiesenflächen. „Streuobstwiesen sind Hotspots der Biodiversität und ein wichtiger Teil unserer regionalen Identität“ Holger Zeck, externer Betreuer der Arbeit und Mitarbeiter des Biosphärenzweckverbands Bliesgau, unterstreicht die Bedeutung der Ergebnisse: „Die Streuobstwiesen sind ein Herzstück unseres Biosphärenreservats. Sie prägen nicht nur das Landschaftsbild, sondern sind auch ein Lebensraum für zahlreiche gefährdete Arten. Die Masterarbeit zeigt uns klar auf, dass wir jetzt handeln müssen, wenn wir dieses Erbe für kommende Generationen erhalten wollen.“ „Streuobstwiesen sind Hotspots der Biodiversität und ein wichtiger Teil unserer regionalen Identität“, fasst Seegmüller zusammen. „Ihr Erhalt ist deshalb kein Luxus, sondern Vorsorge für die Zukunft – sowohl für den Naturschutz als auch für kommende Generationen.“ Luisa Segmüller schrieb ihre Masterarbeit über das Thema Streuobstwiesen im Zuge des Klimawandels Bild Privat Ein Beitrag von Eva Alberts, neue Praktikantin im Stadtwald Blieskastel Mein Name ist Eva, und ich bin die neue Praktikantin im Stadtwald Blieskastel. Ursprünglich stamme ich aus dem Sauerland, genauer gesagt aus der Nähe der Biggetalsperre. Nach dem Abitur hat es mich zunächst ins märchenhafte Marburg in Hessen verschlagen, wo ich mein Lehramtsstudium im kommenden Frühjahr erfolgreich abschließen werde. Da eines meiner Fächer Biologie ist hatte ich eigentlich gehofft, während des Studiums vermehrt draußen in der Natur zu sein. Jedoch fand mein Studium während der Coronazeit weitgehend online statt und so fehlte mir der Bezug zu unserer heimischen Tier- und Pflanzenwelt. Um dem entgegenzuwirken, absolvierte ich parallel zum Studium das „grüne Abitur“. Als Jägerin war ich dann vermehrt draußen und lernte das Ökosystem Wald von einer neuen Seite kennen. Auf Gesellschaftsjagden kam ich mit Försterinnen und Förstern des Hessen Forst in Kontakt – und dabei wurde mir bewusst, dass der Wald nicht nur ein Ort der ErhoVom Sauerland ins Saarland: Vieles spricht dafür! lung, sondern auch ein vielfältiger Arbeitsplatz sein kann. Der Beruf der Försterin weckte schnell mein Interesse: Er umfasst viele verschiedene Aufgaben – von der Pflege und Bewirtschaftung des Waldes über die Holzernte und Jagd bis hin zur Waldpädagogik mit Schulklassen. Um den Berufsalltag des Försters kennenzulernen entschied ich mich dazu ein Praktikum in einem forstlichen Betrieb zu machen. Diese Region ist landschaftlich und biologisch ausgesprochen vielfältig: Wälder, Streuobstwiesen, Auenlandschaften und Kalk-Halbtrockenrasen Für mein Praktikum fiel meine Wahl schließlich auf das Saarland – genauer gesagt auf den Stadtwald Blieskastel. Dabei hat mich das von der UNESCO anerkannte Biosphärenreservat besonders interessiert. Diese Region ist landschaftlich und biologisch ausgesprochen vielfältig: Wälder, Streuobstwiesen, Auenlandschaften und Kalk-Halbtrockenrasen bieten einen beeindruckenden Kontrast zu den Fichtenmonokulturen, in denen ich aufgewachsen bin. Auch im Vergleich zu den überwiegend von RotbuEva ist die neue Praktikantin im Blieskastler Wald Bild Eva Alberts che geprägten Wäldern Hessens scheint das Biosphärenreservat eine große ökologische Vielfalt zu bieten – das wollte ich mir unbedingt einmal selbst ansehen. Ebenso möchte ich die Arbeit eines Kommunalförsters näher kennenlernen, da ich bislang nur Einblicke in die Tätigkeiten staatlicher Revierleiter in Hessen hatte. Und natürlich freue ich mich auch darauf, das Saarland mit all seinen Facetten kennenzulernen – besonders die Kulinarik interessiert mich. Ganz nach eurem und Ihrem Motto „Hauptsach gudd gess“. IMPRESSUM Herausgeber/verantwortlich für Anzeigen und Vertrieb: Andrea Klein, Auf‘m Hahnacker 1, 66583 Spiesen-Elversberg, Tel. 06821 9728359, Fax 06821 73403, E-Mail: rundschau@t-online.de. Redaktion: Andrea Klein (V. i. S. d. P.); Redaktionsleitung: Barbara Hartmann. Titelfoto: Winterwanderung im Kirkeler Wald von Alexander Kleinschmidt (Saarpfalz-Touristik). Layout und Druckvorstufe: Siffrin.net CrossMedia UG, Mandelbachtal-Ommersheim. Druck und Weiterverarbeitung: johnen-druck GmbH, Bernkastel-Kues. Alle Rechte vorbehalten. © 11/2025. MIX Papier aus verantwortungsvollen Quellen FSC® C013024

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