Die Biosphäre im Herbst

3 Die Rundschau für das Biosphärenreservat Bliesgau September – November 2022 GerhardMörsch beimAufladen seines E-Autos mit Stromaus seiner PV Anlage. Foto: privat Solarstrom und Elektromobilität gehören zusammen „Wo soll der ganze Stromherkommen, wenn alle Elektroautos fahren?“ ist eine oft gestellte Frage. Ob wirklich jemals alle Elektroautos fahren werden, sei mal dahingestellt. Schließlich gibt es ja auch noch den ÖPNV, der ja seit dem9-Euro-Ticket gottlob wieder neuen Zuspruch erfährt. Die Erkenntnis aus dem Solarkatasters ist, dass fast jede/r Hausbesitzende mit dem zugehörigen Dach etwas gegen den Klimawandel tun kann und dass es funktioniert, Solarenergie mit nachhaltiger Elektromobilität zu verbinden. Dennoch, der Strom für die Elektromobilität sollte aus erneuerbaren Energien kommen. „Alle Hausbesitzenden, Firmen und Institutionen können etwas tun,“ so die Aussage von Dr. Gerhard Mörsch, Geschäftsführer des Biosphärenzweckverbandes Bliesgau. Er weiß aus eigener Erfahrung,dassesmöglichistmitder eigenen PV-Anlage auf dem Dach sein Elektroauto zu laden. Zumindest im Sommer und an sonnigen Tagen in den Übergangszeiten im Frühjahr und Herbst gelingt das. Im Winter funktioniert das leider nicht, da reicht das Sonnenlicht meistens nicht aus. Vor zwei Jahren ist Gerhard Mörsch privat umgestiegen auf einen Elektro-Kleinwagen. „Ich habe immer gesagt, dass ich erst auf Elektromobilität umsteige, wenn ichmeinen Strom auf Basis von Solarenergie selbst erzeugen kann oder sicher bin, dass ich an öffentlichen Ladesäulen Ökostrom laden kann,“ erläutert er der „Biosphärenrundschau“. „Beides passt auch sehr gut zusammen“ Dank guter Beratung durch einen lokalen Elektromeister-Betrieb hat er erfahren, dass sein Haus, obwohl es ungünstig zur Sonne steht,mit seinemOst-West orientierten Dach dennoch geeignet ist für eine PV-Anlage. Gesagt, getan, die Solaranlage ist seit zwei Jahren auf demDach und so fährt er heute schon imzweiten Jahr elektrisch und klimafreundlich. „Solarenergie auf dem Dach und Elektromobilität passen sehr gut zusammen. Seit April dieses Jahres fahre ich mein Auto rein mit Strom von meinem eigenen Dach. Die Sonne schickt mir keine Rechnung und ich spare so richtig Geld und schone dieUmwelt,“ freut sichMörsch. Mit 15Modulen auf der Westseite und 10Modulen auf der Ostseite des Daches kann GerhardMörsch rund 7.400 kWh Sonnenstrompro Jahr erzeugen, mehr als dreimal so viel, wie er für seinen Haushalt braucht. Foto: privat Solarkataster zeigt Grad der Eignung für Photovoltaik Wer ebenfalls wissen will, ob sein Dach für Photovoltaik geeignet und der Betrieb wirtschaftlich darstellbar ist, der kann jederzeit das Solarkataster des Biosphärenzweckverbandes Bliesgau online nutzen (www.solarkataster-bliesgau.eu). Das Solarkataster geht auf eine Initiative des Klimaschutzmanagers des Biosphärenreservates Dr. Hans-Henning Krämer zurück und zeigt digital, mit wenigen Ausnahmen, für alle Dächer im Biosphärenreservat den Grad der Eignung für Photovoltaik (Stromerzeugung) oder Solarthermie (Warmwasserbereitung). Ein Wirtschaftlichkeitsrechner steht auf der Webseite bereit, um mehrere Alternativen für die Solaranlage und den Eigenverbrauch des produzierten Stroms auf Wirtschaftlichkeit zu prüfen. Prüfen kann der Rechner aber auch, ob sich die Photovoltaikanlage mit einem Elektrofahrzeug wirtschaftlich noch besser darstellen lässt. Mit einem E-Auto wird der Eigenstromverbrauchüber die PV-Anlage erhöht und dieser ersetzt teuren, eingekauften Stromoder teurenBrennstoff von der Tankstelle. Eigenstromverbrauch entlastet auch die Stromnetze. Meist amortisieren sich die Photovoltaikanlagen auf dem Dach schon nach 10, 11 oder 12 Jahren. Nach 20 Jahren Laufzeit, einer technisch üblichen Zeitdauer, werfen die Solaranlagen in der Regel dann noch einen guten Gewinn ab, allein durch denEigenverbrauch.Meist ist eine Rendite von über 4%möglich. Die inzwischen geringe Einspeisevergütung fällt dabei eher weniger ins Gewicht.

RkJQdWJsaXNoZXIy NjQ0NDQ=