Die Biosphäre Bliesgau im Frühling 2026

6 Die Rundschau für das Biosphärenreservat Bliesgau März – Mai 2026 Biosphärenwege Druck, Lager- & Versandlogistik, Shopsysteme Wir beraten Sie gerne: Tel. 06531 509-335 · www.johnen-gruppe.de · Bornwiese 5 · 54470 Bernkastel-Kues QR-Code scannen & weitere Informationen erhalten AbenteuerWege-Team unterstützt Naturschutz im Bliesgau Das Team des Reiseveranstalters AbenteuerWege war schon in den vergangenen Jahren gemeinsam mit Anita Naumann vom Biosphärenzweckverband bei zwei Einsätzen in der Landschaftspflege aktiv. Auch jetzt engagierten sich die Mitarbeitenden wieder für den Naturschutz und halfen im Europäischen Kulturpark in Reinheim gemeinsam mit dem Ranger ein Gewässer wieder freizustellen. Der kleine Weiher war in den vergangenen Jahren zunehmend von Sträuchern und jungen Bäumen umwuchert worden. Durch das Entfernen des Bewuchses gelangt nun wieder deutlich mehr Licht und Wärme ans Wasser, was den Lebensraum für Amphibien und Insekten verbessert. „Solche Pflegemaßnahmen sind wichtig, damit die Teiche als wertvolle Biotope erhalten bleiben“, so die Mitarbeitenden. Aus dem anfallenden Schnittgut legte das Team im Anschluss eine sogenannte Benjeshecke an. Dafür werden zwei Reihen Holzpfähle in den Boden gesetzt und die abgeschnittenen Äste dazwischen aufgeschichtet. Mit der Zeit entsteht daraus ein natürlicher Rückzugsraum für Kleintiere und Vögel – ein ökologisch wertvolles Strukturelement, das gleichzeitig die Landschaft aufwertet. Und was sagt die Belegschaft nach getaner Arbeit? Swenja Staudt dazu: „Der Tag hat uns als Team noch mal enger zusammengeschweißt. Draußen zu arbeiten, zu lernen, warum solche Biotope so wichtig sind, und am Ende das Ergebnis direkt vor Augen zu haben – das war für uns alle sehr motivierend.“ Und Klara Becker ergänzt: „Es ist schön, einen Tag zu haben, an dem wir aktiv rauskommen und auch noch etwas Gutes für die Region tun – und das während der Arbeitszeit! Dies ist nun schon die dritte Freiwilligenaktion mit dem Biosphären-Reservat und auch dieses Mal hatten wir alle sehr viel Spaß, danke für die Organisation!“ Engagement, das Wege sichert Sie gehen voran, bevor andere den Weg nutzen: Als Wegepatin und Wegepate sorgen Olga Fartovski und Harald Gries dafür, dass Wanderwege im Biosphärenreservat Bliesgau sicher, gepflegt und gut begehbar bleiben. Ihr Einsatz passiert meist im Stillen – bei regelmäßigen Kontrollen, mit wachem Blick für Schäden, Beschilderung und Natur. Am 6. Februar trafen sich alle Wegepaten der Saarpfalz-Touristik im Hubertushof in Niederwürzbach, um sich auszutauschen, Informationen zu erhalten und ihre Erfahrungen zu teilen. Im Rahmen dieses Treffens geben Olga Fartovski und Harald Gries Einblicke in ihre Arbeit, ihre Motivation und die Verantwortung, die mit dieser ehrenamtlichen Aufgabe verbunden ist. Das Interview zeigt, wie viel Engagement hinter gut funktionierenden Wanderwegen steckt – und warum sich dieser Einsatz lohnt. Frau Fartovski, Sie betreuen regelmäßig einen festen Wanderweg im Biosphärenreservat Bliesgau. Was genau gehört bei Ihren Kontrollen zu Ihren Aufgaben, und worauf achten Sie besonders? Zu meinen Aufgaben gehört es, die Wege und Schilder von Bewuchs freizuhalten, die Begehbarkeit zu gewährleisten und fehlende Schilder zu ersetzen. Somit bin ich dafür verantwortlich, dass sich die Wanderer gut auf „meinem“ Wanderweg zurechtfinden. Im Biosphärenreservat gibt es ein einheitliches Beschilderungssystem, an dem sich alle Wanderwegepaten orientieren. Harald Gries, Sie machen ähnliche Rundgänge auf Ihrem Weg. Wo liegen aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen bei der Wegepatenschaft, gerade im Hinblick auf Natur, Nutzung und Sicherheit? Die größten Herausforderungen bei der Wegepatenschaft, also der ehrenamtlichen Übernahme von Pflege und Kontrolle von Wanderwegen durch Paten, liegen meiner Meinung nach in dem Gleichgewicht zwischen Naturschutz, steigender Nutzung und Sicherheitsvorschriften. Als ehrenamtlicher Pate muss ich Eingriffe minimieren um Fauna und Flora nicht zu stören, während Pflegearbeiten wie freischneiden notwendig sind. Die zunehmende Wanderbeliebtheit führt oft zu Überbelastung der Wege. Bei auftretenden Schäden wünsche ich mir die notwendige Finanzierung und ein geschultes Personal. Mein zu betreuender Wanderweg, die „Kleberbachtal Runde“ in Rohrbach, wird zweimal jährlich durch mich kontrolliert. Dabei werden auch die Wegweiserpfosten auf ihre Standfestigkeit überprüft. Wenn Sie unterwegs Mängel oder Veränderungen feststellen, Frau Fartovski: Wie läuft die Zusammenarbeit mit der Saarpfalz-Touristik konkret ab, und wie schnell lassen sich Probleme in der Praxis lösen? Kleinere Mängel, die ich unterwegs selbst beheben kann, werden direkt behoben. Bei größeren Anliegen kontaktiere ich das Wegemanagement des Saarpfalz-Kreises mit dem ich eng in Kontakt stehe. Hier läuft die Kommunikation sehr niederschwellig. Das Wegemanagement kann dann entweder direkt selbst ausrücken oder es kontaktiert die Forstverwaltung. Sie erleben Ihren Weg über das Jahr hinweg in ganz unterschiedlichen Zuständen, Herr Gries. Welche Veränderungen fallen Ihnen im Lauf der Jahreszeiten besonders auf – und was sagt das über die Nutzung und den Zustand der Wanderwege aus? Die Veränderungen an meinem zu betreuenden Wanderweg variiert stark je nach Jahreszeit, durch Witterung, Vegetation und Nutzeraktivität, was Einblicke in Zustand und Belastung gibt. Im Frühling werden die Wege durch Regen und Schnee matschig und erodieren leicht. Mit wachsender Vegetation werden die Markierungen verdeckt was Pflegebedarf signalisiert. Im Sommer führen trockene Boden zu Rissen und Staub während hohes Gras Wege verengt und Insekten zunehmen. Im Herbst macht fallendes Laub die Wege rutschig. Starkregen löst Schlamm und kleine Erdrutsche aus. Eis, Schnee und Frost heben im Winter Wurzeln. Frau Fartovski, Wegepatenschaft ist ein Ehrenamt, das Zeit und Aufmerksamkeit erfordert. Was hat Sie ursprünglich motiviert, diese Aufgabe zu übernehmen – und was hält Sie bis heute dabei? Mein Partner, der selbst Wegepate ist, hat mich auf das Thema gestoßen. Da ich sowieso gerne mit meinem Hund im Wald unterwegs bin, hat sich das super ergeben. Zusätzlich freue ich mich, dass ich als neu zugezogene Saarländerin mein Engagement direkt in die Region einbringen kann. Herr Gries, mit Blick nach vorn: Was wünschen Sie sich für die Weiterentwicklung der Wegepatenschaften im Biosphärenreservat Bliesgau, und was würden Sie Menschen sagen, die überlegen, selbst Wegepate zu werden? Für die Weiterentwicklung meiner Wegepatenschaft wünsche ich mir eine bessere Vernetzung der ehrenamtlichen mit Vereinen wie zum Beispiel dem PWV. Mehr Kooperation mit Forstämtern wäre meiner Meinung nach sinnvoll und Schulungen zu Naturschutz und Recht (Verkehrssicherungspflicht) wäre gut. Werdet Wegepate, wenn ihr die Natur liebt und Zeit habt! Startet mit kleinen Wanderwegen. Da jeder der Wanderwege im Saarpfalz-Kreis eine Wegepatin oder Wegepate im Moment hat, führt die Saarpfalz-Touristik eine Warteliste und kontaktiert Sie, wenn ein Weg frei wird. AbenteuerWegeTeam Das Team von Abenteur Wege engagiert sich in der Landschaftspflege. Foto: Klara Becker Wegepaten im Einsatz für den Bliesgau Harald Gries bei seiner Arbeit als Pate auf der „Kleberbachtal Runde“. Foto: privat Olga Fartovski und ihr Mann auf dem Weg „Würzbach Runde“. Foto: privat

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