6 Die Rundschau für das Biosphärenreservat Bliesgau Juni – August 2026 Wegepaten im Einsatz für den Bliesgau Sie gehen voran, bevor andere den Weg nutzen: Als Wegepatin und Wegepate sorgen Tilli und Willi Sauer dafür, dass Wanderwege im Biosphärenreservat Bliesgau sicher, gepflegt und gut begehbar bleiben. Ihr Einsatz passiert meist im Stillen – bei regelmäßigen Kontrollen, mit wachem Blick für Schäden, Beschilderung und Natur. Wir sprachen für diese Ausgabe mit der jüngsten Patin und dem ältesten Paten. Das Interview zeigt, wie viel Engagement hinter gut funktionierenden Wanderwegen steckt – und warum sich dieser Einsatz lohnt. Fragen an Tilli (jüngste Wegepatin) Tilli, du bist acht Jahre alt und die jüngste Wegepatin im Bliesgau – wie bist du zu dieser besonderen Aufgabe gekommen und was hat dich daran begeistert? Meine Patentante Julia hat mich gefragt, ob ich Wegepatin werden möchte, da ich gerne mit meiner Oma und meinem Opa wandere. Die Natur und die Bäume haben mich begeistert. Mir ist wichtig, dass anderen Wanderern auf meinem Weg nichts passiert. Würde es Wegepaten nicht geben, würde es nicht funktionieren. Wenn du auf „deinem“ Weg unterwegs bist: Worauf achtest du besonders und was macht dir dabei am meisten Spaß? Mein Weg ist die „Klingenklamm“ in Blickweiler. Ich achte besonders darauf, dass keine Äste in den Weg hängen oder Brombeeren auf dem Weg wachsen, sodass niemand stolpert. Beim Beschildern achte ich darauf, die Nägel nicht ganz in den Baum zu schlagen, damit er nicht beschädigt wird. Am meisten Spaß macht es mir, in der Natur unterwegs zu sein und die Wassergeräusche der Klingenklamm zu hören. Engagement, das Wege sichert Was würdest du anderen Kindern in deinem Alter sagen, warum es sich lohnt, sich für Natur und Wanderwege einzusetzen? Es lohnt sich, weil es viel Spaß macht. Kinder sollten auch mal die Natur auf meinem Weg sehen, also die vielen Bäume und das Wasser. Außerdem macht es Spaß, den Weg zu beschildern. Mit der Klingenklamm habe ich sozusagen meinen eigenen Wanderweg, für den ich verantwortlich bin. Das macht mich sehr stolz. Gibt es ein besonderes Erlebnis auf deinem Weg, an das du dich immer wieder gern erinnerst? Es gibt viele besondere Erlebnisse, an die ich gerne denke. Auf meinem Weg gibt es viele Bänke, Holztreppen und einen kleinen Wasserfall. Das ist sehr abenteuerlich. Was mir besonders in Erinnerung geblieben ist, sind zwei Ereignisse bei der Wegekontrolle: Bei unserer ersten Tour habe ich den Wanderweg frisch als Wegepatin übernommen. Die Pfade waren voller Brombeeren und das Gras am Wegesrand war höher als ich. Das Freischneiden hat eine lange Zeit gedauert. Wir mussten uns richtig durchkämpfen. Da es so schlimm war, mussten wir Thomas Menges vom Wegemanagement um Hilfe bitten. Der hat größere Geräte als ich. Nun ist der Wanderweg wieder gut begehbar. Leider gibt es keine Mülleimer unterwegs. Bei unserer letzten Tour musste ich also meine Bananenschale den restlichen Weg tragen. Als ich dann die Hände freihaben wollte zum Beschildern, habe ich sie kurzerhand auf der Mütze gelagert. Bananenschalen und anderer Müll sollten nämlich nicht im Wald landen. Das verrottet nicht so schnell. Fragen an Willi Sauer (ältester Wegepate) Herr Sauer, Sie engagieren sich im Ruhestand und mit 88 Jahren als Wegepate – was hat Sie motiviert, diese Verantwortung zu übernehmen? Ich bin Mitglied im Pfälzer Wanderverein und daher schon ein bisschen „vorbelastet“. Es ist für mich eine schöne Aufgabe, nach dem Wanderweg zu schauen – etwa drei- bis viermal im Jahr. Dazu kommt eine starke Verbundenheit mit der Heimat, die mich zusätzlich motiviert. Welche Herausforderungen begegnen Ihnen bei Ihrer Arbeit als Wegepate am häufigsten? Ein Problem sind immer wieder Hinweisschilder an Kreuzungen, die nicht optimal platziert sind und so immer wieder übersehen werden.. Hier wäre es sinnvoll, diese anders zu platzieren. Ein anderes Problem: Die Schilder werden aus den unterschiedlichsten Gründen entfernt, so dass die Route nicht durchgängig klar markiert ist. Gibt es einen Moment oder eine Begegnung auf dem Weg, die Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben ist? Ein Abschnitt meines Weges führt zwischen zwei Windrädern entlang. Dort kommt es immer wieder zu Gesprächen und Diskussionen mit Wanderern über das Thema Windkraft im Wald. Die Meinungen gehen dabei weit auseinander. Das ist jedes Mal spannend zu erleben. Was bedeutet Ihnen dieses Ehrenamt persönlich – und was würden Sie Menschen mitgeben, die überlegen, sich ebenfalls zu engagieren? Für mich ist es die enge Verbundenheit mit der Natur. Es ist einfach ein Bedürfnis, der Allgemeinheit etwas Gutes zu tun. Wer gern draußen ist und sich einbringen möchte, für den ist das eine sehr erfüllende Aufgabe. Die jüngste Wegepatin ist gerade acht Jahre alt geworden. Foto: privat Willi Sauer ist der älteste Wegepate mit fast 88 Jahren. Foto: privat Wer klimafreundlich ins Biosphärenreservat Bliesgau reist, wird jetzt nicht nur mit Naturerlebnissen belohnt, sondern auch ganz konkret: Mit der Aktion „Säckchen füll dich“ setzt die Saarpfalz-Touristik ein Zeichen für nachhaltigen Tourismus – und ruft gleichzeitig weitere Gastgeber zur Teilnahme auf. Die Idee ist so einfach wie wirkungsvoll: Gäste, die mit Bus und Bahn, Fahrrad, E-Bike oder E-Auto anreisen, erhalten bei ihrer Unterkunft ein hochwertiges Leinensäckchen. Gefüllt ist es mit ausgewählten regionalen Produkten – etwa Bärlauchsenf von der Bliesgau Ölmühle, Nudeln aus heimischem Gelbweizen, ein Lyonerpfannen-Gewürz oder ein aromatisches Bärlauchsalz. Ergänzt wird das Ganze durch nachhaltige Informationsmaterialien für den Aufenthalt in der Region. Fairtrade ist mit am Start Ein besonderer Akzent liegt zudem auf fairem Handel: In jedem Säckchen steckt eine süße Überraschung – vegane Bio-Fruchtgummis aus Mango-Püree. Die Früchte stammen von den Philippinen und werden teilweise von Angehörigen der indigenen Aeta geerntet. Ein Teil des Erlöses fließt in ein Kinderschutzprojekt vor Ort. Damit knüpft die Aktion auch an das langjährige Engagement des Saarpfalz-Kreises und der Fairtrade-Stadt Homburg an. 17 Unterkunftsbetriebe: Mit dabei Ferienwohnung „Maison baroque“ in Blieskastel Aktuell beteiligen sich 17 Unterkunftsbetriebe im Saarpfalz-Kreis – vom Hotel bis zur Ferienwohnung. Einer davon ist die Ferienwohnung „Maison baroque“ in Blieskastel, ein liebevoll „Säckchen füll Nachhaltig anreisen und belohnt werden – restauriertes Stadthaus aus dem Jahr 1770. Inhaberin Katja Fürst ist zugleich Betreiberin der Boutique ruma und engagierte Partnerin des Biosphärenreservats. Interview mit Katja Fürst, Gastgeberin aus Blieskastel Frau Fürst, warum haben Sie sich entschieden, an der Aktion „Säckchen füll dich“ teilzunehmen? Als Gastgeberin im Biosphärenreservat Bliesgau nehme ich an der Aktion „Säckchen füll dich“ teil, um nachhaltigen Tourismus aktiv zu unterstützen und meinen Gästen einen besonderen Mehrwert zu bieten. Durch die Förderung einer klimafreundlichen Anreise leiste ich gemeinsam mit meinen Gästen einen Beitrag zum Umweltschutz und zur Reduzierung von CO2-Emissionen. Gleichzeitig stärke ich die regionale Wirtschaft, da die im Säckchen enthaltenen Produkte von lokalen Erzeugern und fairen Partnern stammen. Die Aktion ermöglicht es mir, mein nachhaltiges Engagement sichtbar zu machen und Gäste anzusprechen, die bewusst und verantwortungsvoll reisen möchten. Kurz gesagt, ich nehme teil, weil es meine Ferienwohnung nachhaltiger, attraktiver und sichtbarer macht - und gleichzeitig die Region stärkt. Welche Erfahrungen haben Sie bislang mit der Aktion gemacht? Ich habe sehr positive Erfahrungen mit der Aktion gemacht. Meine Gäste reagieren durchweg erfreut auf das nachhaltige Willkommensgeschenk und fühlen sich in ihrem umweltbewussten Reiseverhalten bestärkt. Ich habe außerdem festgestellt, dass es die Möglichkeit bietet mit den Gästen über nachhaltigen Tourismus, regionale Produkte und die BeDruck, Lager- & Versandlogistik, Shopsysteme Wir beraten Sie gerne: Tel. 06531 509-335 · www.johnen-gruppe.de · Bornwiese 5 · 54470 Bernkastel-Kues QR-Code scannen & weitere Informationen erhalten
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