Die Biosphäre Bliesgau im Sommer 2026

8 Die Rundschau für das Biosphärenreservat Bliesgau Juni – August 2026 Städte und Gemeinden in der Biosphäre Hof Hochscheid im Biosphärenreservat Bliesgau Der Biohof Hochscheid bei St. Ingbert zeigt, wie sich Landwirtschaft, Gemeinschaft und regionale Vermarktung zu einem funktionierenden Gesamtkonzept verbinden lassen. Der Betrieb setzt dabei bewusst nicht auf klassische Strukturen, sondern auf ein Modell, das Verantwortung, Transparenz und direkte Beziehungen zwischen Erzeugern und Verbrauchern in den Mittelpunkt stellt. Solidarische Landwirtschaft als tragende Säule Kern des Hofes im Biosphärenreservat Bliesgau ist die solidarische Landwirtschaft (SoLaWi). Eine feste Gemeinschaft aus Mitgliedern finanziert gemeinsam die laufende Produktion und erhält im Gegenzug regelmäßig Anteile der Ernte. „Wir wirtschaften nicht für einen abstrakten Absatzmarkt, sondern für Menschen aus der Region“, beschreibt Ayleen Hunsicker das Grundprinzip. „Die Mitglieder tragen dabei auch Schwankungen mit – etwa bei wetterbedingten Ernteausfällen oder bei besonders ertragreichen Phasen.“ Das schaffe Planungssicherheit auf der einen Seite und geteilte Verantwortung auf der anderen. Die Zusammensetzung der Ernteanteile richtet sich nach Saison und Verfügbarkeit. Standardisierte Warenkörbe gibt es bewusst nicht. Stattdessen bestimmt das, was die Natur gerade hervorbringt, den Inhalt. Beteiligung ausdrücklich erwünscht Die Mitglieder der SoLaWi sind nicht einfach nur Abnehmer oder Verbraucher. Jeder kann auf den Hof kommen, in alle Bereiche hineinschauen, eigene Ideen einbringen und bei einer Vielzahl an Aktionen mitwirken. Neben den Landwirtschaft neu gedacht „Kräuterhexen“, die sich um das Anlegen und Pflegen von permanenten oder temporären Kräuterbeeten für die Solawi kümmern, gibt es die „Beerenbande“, eine Gruppe, die Beerensträucher pflanzt, bewässert und pflegt. Andere Mitglieder sind beispielsweise in der Tomatenanzucht aktiv. So kann jedes Mitglied etwas lernen, direkt auf den Erfolg der Ernte einwirken und jede Menge Erfahrungen auf diesem vielseitigen Bauernhof sammeln. Die Kinder der Mitglieder sind auch gerne auf dem Hof mit dabei. Eine Vielzahl an tierischen Bewohnern freut sich immer über eine extra Streicheleinheit oder ein paar leckere Gemüsereste, die von der Ernte übrig geblieben sind. Wochenmärkte in St. Ingbert und Kirkel Neben der SoLaWi bietet der Hof hochwertige Lebensmittel auch im direkten Verkauf an. Auf den Wochenmärkten in St. Ingbert und Kirkel präsentieren die Betreiber dreimal pro Woche ihre Produkte. Im Angebot stehen saisonales Gemüse sowie ausgewählte Erzeugnisse aus regionaler Produktion. Die Marktstände sind dabei mehr als nur Verkaufsflächen: Sie Das Team um Ayleen Hunsicker freut sich über die große Nachfrage. Foto: Hof Hochscheid dienen als direkter Kontaktpunkt zur Bevölkerung. Viele Menschen kommen hier erstmals mit dem Hof in Berührung und informieren sich anschließend über die SoLaWi oder weitere Angebote. Wanderhütte als Ort der Begegnung Ergänzend betreibt das Team auf Hof Hochscheid eine Wanderhütte, die sich an Spaziergänger, Wanderer und Ausflügler im Bliesgau richtet. Sie ist bewusst einfach gehalten und fügt sich in das naturnahe Gesamtkonzept ein. Sonntags von 11-17 Uhr werden dort Speisen und Getränke angeboten, ein Ort der Begegnung mitten in der Natur. Mit Speisen aus Bioprodukten des eigenen Anbaus, selbstgebackenem Kuchen, eigenem Bio-Rindfleisch und wechselnden Tagesgerichten ergänzt die Hütte das Hofkonzept um einen sozialen und touristischen Baustein, der den Hof stärker in die Region öffnet. Hier können Besucher einen Blick auf die Gemüsefelder werfen, tierische Bewohner kennenlernen oder einfach nur in absolut ruhiger Lage die Natur und das Essen genießen. Geplant sind auch Workshops und weitere Veranstaltungen. Vortragsreihe Die Stiftung für Umwelt und Kultur der Kreissparkasse Saarpfalz und der Biosphärenzweckverband Bliesgau laden in diesem Jahr zu einer Vortragsreihe ein, die die Region aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet: wissenschaftlich fundiert, regional verankert und für ein breites Publikum verständlich aufbereitet. Die Resonanz auf die ersten Termine zeigt: Das Interesse an der Biosphäre ist groß. Bereits zwei Veranstaltungen haben stattgefunden. Zum Auftakt Neue Perspektiven auf die Biosphäre Bliesgau führte Dr. Dieter Dorda die Zuhörerinnen und Zuhörer in die beeindruckende Artenvielfalt des Bliesgaus ein. Besonders das europaweit bedeutsame Orchideenvorkommen in Gersheim sorgte für Staunen und machte deutlich, wie wertvoll und zugleich sensibel dieser Lebensraum ist. Beim zweiten Termin widmete sich Prof. Dr. Jürgen Rissland einem Thema, das zunehmend an Bedeutung gewinnt: Klimawandel und Gesundheit. Er zeigte auf, wie steigende Temperaturen, neue Krankheitserreger und veränderte Umweltbedingungen auch im SaarDie St. Ingbert präsentiert sich beim diesjährigen Biosphärenfest am 30. August in Walsheim mit einem eigenen Infostand zu aktuellen Projekten, Veranstaltungen und Angeboten der Stadt. Besucherinnen und Besucher erhalten dort Einblicke in laufende Entwicklungen sowie Informationen zu verschiedenen Aktionen und Initiativen in St. Ingbert. Eine besondere Mitmachaktion erwartet Gäste in diesem Jahr gemeinsam mit Lehrkräften der Musikschule: Beim Panflötenbau aus Stängeln des Japanischen Knöterichs können Kinder und Erwachsene selbst kreativ werden. Dabei werden die Pflanzenstängel zunächst mithilfe einer Schablone markiert, anschlieMitmachaktion beim Biosphärenfest am Stand der Stadt St.Ingbert. Foto: C.Pfaff pfalz-Kreis spürbar werden und welche Herausforderungen auf Kommunen und Bevölkerung zukommen. Die nächsten Termine: Einladung an die Öffentlichkeit Streuobstwiesen im Fokus – 15. September 2026 Die dritte Veranstaltung richtet den Blick auf einen der prägendsten Lebensräume des Bliesgaus: die Streuobstwiesen. Harry Lavall, ausgewiesener Kenner der Materie, erläutert ihre ökologische Bedeutung, ihren kulturellen Wert und die Vielfalt der Produkte, die aus ihnen entstehen. Ein Thema, das Naturfreunde ebenso anspricht wie Menschen, die regionale Wertschöpfung schätzen. Stadt-Land-Beziehungen – 3. November 2026 Zum Abschluss der Reihe beleuchtet Dr. Susanne Nimmesgern die historischen und gesellschaftlichen Verflechtungen zwischen der Industriestadt St. Ingbert und ihrem ländlichen Umland. Der Vortrag zeigt, wie eng wirtschaftliche Entwicklung, Landschaftsbild und Alltagskultur miteinander verbunden sind und wie diese Beziehungen die Region bis heute prägen. Ein Angebot für alle, die den Bliesgau besser verstehen möchten Die Vortragsreihe macht deutlich, wie vielfältig die Themen rund um die Biosphäre Bliesgau sind: von Natur- und Artenschutz über Gesundheitsfragen bis hin zu historischen Perspektiven. Die kommenden Termine bieten erneut die Gelegenheit, die Region aus neuen Blickwinkeln kennenzulernen. Die Stiftung für Umwelt und Kultur der Kreissparkasse Saarpfalz und der Biosphärenzweckverband laden alle Interessierten herzlich ein, die nächsten Vorträge zu besuchen. ßend zugeschnitten und auf ihre Tonhöhe getestet. Zum Schluss werden mehrere Röhren zu einer eigenen kleinen Panflöte zusammengebunden. Stadt St. Ingbert beim Biosphärenfest vertreten

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