Willkommen in der Biosphäre Aktiv durch den Herbst Kinder für Natur und Umwelt begeistern 11. Jahrgang | Ausgabe 3 September – November 2026 Kostenlos – zum Mitnehmen!
2 Die Rundschau für das Biosphärenreservat Bliesgau September – November 2026 Seit der Einführung am 1. April ist das Biosphärenticket ein echter Erfolgsfaktor für die nachhaltige Mobilität im Saarpfalz-Kreis und der Biosphäre Bliesgau. Für gerade einmal 9,00 Euro können bis zu fünf Personen samstags, sonntags und an Feiertagen das gesamte ÖPNV-Angebot der Region nutzen. Nach dem erfolgreichen Auftakt im Frühjahr – unter anderem mit der Gutschein-Aktion im beliebten Bliessteig-Wanderpass – wird das nachhaltige Mobilitätsangebot nun konsequent weitergedacht. Das Ziel: Auch Übernachtungsgäste sollen die Biosphäre Bliesgau von der ersten Minute an entspannt, komfortabel und umweltschonend ohne Auto erfahren können. Maßgeschneiderte Mobilität für das Wochenende Gerade für Kurzurlauber und Wochenendgäste ist eine unkomplizierte Mobilität vor Ort ein zentraler Baustein für einen gelungenen Aufenthalt. Um den Service für unsere Besucher weiter zu optimieren und den Umstieg auf Bus und Bahn so einfach wie möglich zu machen, wurde nun eine attraktive Aktion ins Leben gerufen: Ab sofort erhalten Übernachtungsgäste bei ihrer Ankunft in vielen Unterkünften einen exklusiven Gutschein für ein Biosphärenticket geschenkt. Da der Großteil der Touristen die Region am Wochenende besucht, passt das Angebot perfekt. Der Gutschein wird dem Gast direkt beim Check-in in der Unterkunft überreicht. Er kann ganz einfach im Bus beim Fahrpersonal eingelöst werden, das daraufhin ein kostenloses Biosphärenticket für den jeweiligen Tag ausstellt. Einfacher Einstieg, dauerhafter Vorteil Die Aktion bietet für die Gäste gleich einen doppelten Mehrwert: Sie genießen nicht nur einen Tag lang kostenfreie Mobilität zu den schönsten Ausflugszielen, Wanderwegen und Sehenswürdigkeiten der Biosphäre, sondern lernen das Tarifsystem kennen. Wer am darauffolgenden Tag erneut auf Entdeckungstour gehen möchte, weiß sofort Bescheid und hat das günstigste Anschlussangebot direkt parat: Für nur 9,00 Euro ist die gesamte Reisegruppe auch am nächsten Tag wieder flexibel mit Bus und Bahn im Saarpfalz-Kreis unterwegs. Starker Service für die Gastgeber der Region Damit das Angebot flächendeckend bei den Urlaubern ankommt, verteilt die Saarpfalz-Touristik die Ticket-Gutscheine ab sofort an alle interessierten Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen und Campingplätze im Kreis. Für die lokalen Gastgeber ist dies ein kostenloser, aber unschätzbar wertvoller Zusatzservice, mit dem sie bei ihren Gästen punkten und gleichzeitig einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz und zur Entlastung der Urlaubsregion leisten können. Gerade für Camping- und Wohnmobilgäste ist dies ein idealer Anreiz, das eigene Fahrzeug auf dem Platz stehenzulassen und die Region entspannt auf Schienen und Straßen zu erkunden. Das Biosphärenticket im Überblick – Das Biosphärenticket kostet 9,00 Euro und ist gültig für bis zu fünf Personen an Samstagen, Sonntagen und gesetzlichen Feiertagen ganztägig bis Betriebsschluss. – Es kann im gesamten ÖPNV – also in allen Bus- und Bahnlinien sowie dem flitsaar – im Saarpfalz-Kreis und der Gemeinde Kleinblittersdorf genutzt werden. – Zusätzlich können bis zu drei Kinder unter sechs Jahren kostenlos mitfahren, und pro Ticket ist die Mitnahme eines Hundes anstelle einer Person möglich. Das Ticket erhalten Sie beim Busfahrer sowie an den Automaten von vlexx und Saarbahn und bei der Deutschen Bahn. Weitere Informationen finden Sie unter www.saarpfalz-touristik. de/service/anreise-mobilitaet/ biosphaerenticket. Willkommen in der Biosphäre! Freie Fahrt für Übernachtungsgäste dank Biosphärenticket-Gutschein Hinweis für Gastgeber und Betreiber von Campingplätzen: Sie führen eine Unterkunft im Saarpfalz-Kreis und möchten Ihren Gästen diesen exklusiven Service anbieten? Wenden Sie sich einfach direkt an die Saarpfalz-Touristik, um Ihr kostenloses Gutschein-Kontingent anzufordern und sich beraten zu lassen. Ansprechpartnerin ist Julia Serov, julia.serov@saarpfalz-kreis.de, 06841 / 104 7174. Maßgeschneiderte Mobilität für Kurzurlauber und Wochenendgäste. Foto: Manuela Mayer
3 Die Rundschau für das Biosphärenreservat Bliesgau September – November 2026 Den Bliesgau neu entdecken Der Fliegenpilz – einer der bekanntesten Pilze überhaupt Der Fliegenpilz (mit wissenschaftlichem Namen: Amanita muscaria) ist aufgrund des markanten Aussehens seines Fruchtkörpers mit seinem roten Hut, der mit weißen Tupfen versehen ist, einer der wenigen Pilze, den die meisten Menschen in unseren Breiten problemlos benennen können. Landläufig wird als „Pilz“ oft nur der Fruchtkörper bezeichnet, dabei bleibt ein großer Teil des eigentlichen Pilzes unsichtbar, denn er befindet sich unter der Erdoberfläche. Beim Fliegenpilz jedenfalls findet man den Fruchtkörper meistens in der Zeit von Juli bis Oktober, abhängig natürlich von der Witterung. Er wird bis zu 20 cm hoch, hat weiße Lamellen und auch der Stiel ist weiß. Sowohl im Saarland als auch deutschlandweit gilt der Fliegenpilz als sehr häufig und daher ungefährdet. Finden kann man ihn meistens unter Fichten oder Birken auf sauren Böden und daher eher auf den Sandböden des nördlichen Biosphärenreservats. Heute findet man ihn oft als Glückssymbol, ähnlich wie Hufeisen und Kleeblatt. In einigen Kulturkreisen, vor allem in Sibirien, wurde der Fliegenpilz auch als Rauschmittel verwendet. Davon ist jedoch unbedingt abzuraten. Er ist zwar nicht so giftig wie seine Verwandten zu denen auch verschiedene Knollenblätterpilze gehören. Aber bei einer Vergiftung mit Fliegenpilzen können unter anderem Symptome wie Verwirrung, Sprachstörungen, Störung des Zeitgefühls und Krämpfe auftreten. Natur entdecken, Wissen vertiefen Wer sich bezüglich Pilzen selbst auf Spurensuche begeben möchte, findet dazu bald Gelegenheit: Die Kreisvolkshochschule des Saarpfalz-Kreises nimmt das Thema Pilze in ihr neues Jahresprogramm auf. Geplant sind sowohl Einführungskurse zur Pilzkunde als auch Exkursionen in die Wälder des Bliesgaus, bei denen Teilnehmende heimische Arten kennenlernen und Wissenswertes über ihre Bedeutung für das Ökosystem erfahren können. Damit wird aus dem Lesen unmittelbar eigenes Entdecken, ganz im Sinne einer Bildungsarbeit, die Naturerlebnis und Wissen miteinander verbindet. Pilzwissen zum Mitmachen Die neuen Angebote sollen sich an Einsteigerinnen und Einsteiger Fliegenpilz, Wald und Weiterbildung: Pilze im Bliesgau neu entdecken ebenso richten wie an Naturinteressierte, die ihre Kenntnisse vertiefen möchten. Neben der Bestimmung häufiger Arten stehen auch Fragen des Naturschutzes, der Lebensräume im Bliesgau und der verantwortungsvollen Nutzung von Wildpilzen im Mittelpunkt. Die Exkursionen ermöglichen dabei einen direkten Zugang zur Natur und machen die besondere Vielfalt der Biosphäre vor Ort erlebbar. Neue Leitung, neue Impulse Verantwortet wird das neue Programm von der neuen Leiterin der Kreisvolkshochschule, Sandra Brettar. Sie steht für eine moderne, offene Erwachsenenbildung, die Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen anspricht und zugleich regionale Themen stärker in den Mittelpunkt rückt. Besonders wichtig seien ihr praxisnahe Angebote, Kooperationen mit Einrichtungen im Saarpfalz-Kreis sowie Formate, die Lernen mit gemeinschaftlichem Erleben verbinden, so die neue Leiterin bei ihrer Vorstellung. Ein Programm für die ganze Region Das Jahresprogramm der KVHS bleibt dabei bewusst breit aufgestellt: Es reicht von Gesellschaft und Kultur über Gesundheit, Sprachen und digitale Kompetenzen bis hin zu Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen. Gerade diese Verbindung aus regionaler Verwurzelung und zukunftsBildung und Kreativität mit der Kreisvolkshochschule in der Biosphäre Bliesgau: Das Programmheft 2026/27 liegt vor. Foto: Johann Horras Der giftige Fliegenpilz ist den meisten Waldbesuchern bekannt. Foto: Anita Naumann Sandra Brettar ist die neue Leiterin der Kreisvolkshochschule in Blieskastel. Foto: Roman Schmidt orientierter Weiterbildung soll die Kreisvolkshochschule in den kommenden Jahren weiter prägen: „Ich möchte sowohl neue Impulse setzen als auch Orte der Begegnung, des Austauschs und des lebenslangen Lernens für die Menschen im Bliesgau und im gesamten Saarpfalz-Kreis schaffen“. Hier finden Sie die Kurse der Kreisvolkshochschule: https://www.kvhs-saarpfalz.de/ Weitere Informationen:
Die UHU-Runde in Niederwürzbach nachhaltig erleben Der Spätsommer und beginnende Herbst im September bieten die idealen Bedingungen für ausgedehnte Wandertouren. Wer Naturerlebnis, regionale Geschichte und kulinarischen Genuss miteinander verbinden möchte, findet in Niederwürzbach ein perfektes Ziel: Die rund neun Kilometer lange UHU-Runde ist ein abwechslungsreicher Rundweg, der sich hervorragend für einen entspannten Wochenendausflug eignet. Das Besondere: Dank der exzellenten Anbindung an Bus und Bahn gelingt die Anreise vollkommen stressfrei und umweltschonend ohne Auto. Die Highlights der Tour: Von Buntsandstein bis zu Panoramaausblicken Der Wanderweg startet zentral an der Würzbachhalle, in direkter Nähe des markanten Würzbacher Weihers. Schon zu Beginn der Tour passieren Wanderer historische Stationen wie den geschichtsträchtigen Gutshof Junkerwald aus dem Jahr 1908. Anschließend führt die Route hinein in das schattige Geißbachtal, vorbei an beeindruckenden Buntsandsteinformationen und entlang naturnaher Bachläufe. Ein idealer Rastplatz auf halber Strecke ist der UHU-Brunnen, der mit einer kleinen Schutzhütte zur Pause einlädt. Nach einem moderaten Anstieg auf den Bergrücken zwischen Franzosenberg und Lambertsberg öffnet sich der Wald und gibt weite Panoramaausblicke über das Tal und die saarländische Biosphärenregion frei, bevor der Weg wieder zurück zum Ausgangspunkt führt. Kulinarischer Ausklang direkt am Wasser Ein gelungener Wandertag wird erst durch die passende Gastronomie perfekt. Niederwürzbach bietet rund um den Weiher hervorragende Einkehrmöglichkeiten. Ein absolutes touristisches Highlight direkt am Ufer ist der historische Annahof. Das einstige barocke Gut der Reichsgrafen von der Leyen lädt heute als Hotel-Restaurant mit seiner idyllischen Seeterrasse zu regionaler und gehobener KüAktiv durch den herbstlichen Bliesgau Wandertouren im Spätsommer und im Herbst che ein – ideal, um die Wanderung bei einem guten Essen oder einem Kaffee mit Blick aufs Wasser ausklingen zu lassen. Ergänzt wird das kulinarische Angebot vor Ort durch weitere gemütliche Einkehrmöglichkeiten und Biergärten in direkter Seenähe. Komfortable Anreise mit Bus und Bahn Niederwürzbach beweist, dass ein gelungener Ausflug keine lange Parkplatzsuche erfordert. Die UHU-Runde ist optimal an den öffentlichen Nahverkehr angebunden: • Mit der Bahn: Die Regionalbahn RB 68 (Saarbrücken – Zweibrücken – Pirmasens) verkehrt auch am Wochenende im regelmäßigen Takt. Vom Haltepunkt „Würzbach BHF“ sind es nur wenige Gehminuten bis zum Startpunkt der Wanderung. • Mit dem Bus: Die Linie 506 verbindet Niederwürzbach direkt mit den umliegenden Zentren St. Ingbert und Blieskastel (Ausstieg an der Haltestelle „Abzw. Bahnhof, Niederwürzbach“). Attraktive Tarife für den Wochenendausflug Für die Fahrt im saarVV stehen maßgeschneiderte und kostengünstige Ticket-Angebote bereit, die flexibel genutzt werden können: Das Biosphärenticket Für gerade einmal 9,00 Euro können bis zu fünf Personen einen ganzen Tag lang alle Busse und Bahnen im gesamten Saarpfalz-Kreis sowie in der Gemeinde Kleinblittersdorf nutzen. Das Ticket gilt samstags, sonntags sowie an Feiertagen und ist ideal für lokale Entdeckertouren. Das Ticket ist an den Fahrkartenautomaten der DB sowie beim Busfahrer erhältlich. Die Tageskarte Wochenende Wer aus anderen Teilen des Saarlandes anreist, nutzt die landesweit gültige Tageskarte Wochenende. Ebenfalls für bis zu fünf Personen ausgelegt, bietet für 12,80€ eine extrem günstige Möglichkeit, die Gruppe sicher und komfortabel aus dem gesamten Saarland ans Ziel zu bringen. Café Saisonal in Herbitzheim in der Biosphäre Bliesgau. Foto: Eike Dubois, Saarpfalz-Touristik Das Landhaus Käthchen in Homburg. Foto: Dirk Meyer, Tourismus-Zentrale Saarland 4 Die Rundschau für das Biosphärenreservat Bliesgau September – November 2026 Wanderbarer Bliesgau
Familientour: Der Räuberweg in Kirkel Für junge Entdecker und Entdeckerinnen! Auf dem Räuberweg erlebt der Besucher eine spannende Rundwanderung über Stock und Stein. Viele Mitmachstationen für kleine oder große Räuber führen den Wanderer durch das Buntsandsteingebiet im Kirkeler Wald. Auf dem Räuberweg in Kirkel-Neuhäusel sollen vor allem Familien mit Kindern ein spannendes „Mitmach-Märchen“ erwandern können. Von Beginn an im Wald, erreicht der Weg die Wasserfelsen, die im Sommer wie im Winter unablässig Tropfwasser abgeben. Geologen sprechen von einer Schichtquelle. Besonders anziehend sind die Wasserfelsen, wenn an Frosttagen herausquellendes Wasser zu schlanken, meterlangen Eiszapfen gefriert. Von hier oben kann man einen herrlichen Blick über das Dorf und die Burg Kirkel genießen. Familienmomente inklusive Der Weg führt weiter zum Frauenbrunnen, eine weithin bekannte, mystisch anmutende Quelle, die vermutlich schon den Kelten als Kultstätte diente, ein - ein weiterer Grund, warum es den Römern und Rittern hier schon einst gefiel. Der Weg geht auch an der Murmelbahn vorbei, wo große und kleine Wanderer ihre mitgebrachten Murmeln den Hügel runterrollen lassen können. Es ist einer dieser kleinen Familienmomente: Die Kugel rollt los, die Kinder rennen hinterher, das Lachen der Kids hallt – und plötzlich wird aus einer Wanderung ein echtes Abenteuer. Kugelbahnen in der Natur haben etwas Magisches. Sie sind ein Spielplatz, ein Wegbegleiter, manchmal auch ein Motivationswunder – vor allem, wenn die Beine müde werden und die Lust aufs Weiterlaufen schwindet. Tipp! Na, habt Ihr schon etwas bemerkt, als Ihr im Kirkeler Wald unterwegs wart? Vielleicht haben ja schon der oder die eine oder andere von Euch die lustigen Wesen entdeckt, die sich seit 2022 in der Nähe des Felsenpfades herumtreiben. Denn der Kirkeler Wald ist nun Räuberrevier mit dem Räuber selbst, einem Burgwächter, dem König aber auch vielen Waldtieren aus Holz. Weitere Informationen zum Räuberweg erhalten Sie bei der Saarpfalz-Touristik, Paradeplatz 4, 66440 Blieskastel, Tel.: 06841 1047174, E-Mail: touristik@ saarpfalz-kreis.de, www.saarpfalz-touristik.de Kirkel erreicht man auch prima mit Bus und Bahn, Zum Beispiel bequem mit der Regionalbahn oder dem Regionalexpress ab Trier/Saarbrücken/St. Ingbert oder aus Richtung Homburg/Kaiserlautern/Mannheim kommend. Vom Bahnhof Kirkel aus kommt man zum alternativen Einstieg zur Tour in Nähe des Naturfreundehauses in Kirkel in ca. 30 Gehminuten (2,5 km). Mit dem Bus der Linie 547 erreicht man Kirkel täglich ab St. Ingbert oder Blieskastel. Die Haltestelle Kohlroterweg ist nur etwa 15-20 Gehminuten (1,5 km) vom nächstmöglichen Einstiegspunkt in die Tour entfernt. Marterl am Triebscheider Hof in St. Ingbert. Foto: Wolfgang Henn, Saarpfalz-Touristik Landratswanderung 2026 in Niederwürzbach. Foto: Paula Jacob, Saarpfalz-Touristik Die Rundschau für das Biosphärenreservat Bliesgau September – November 2026 5 Regenbogen am Niederwürzbacher Weiher. Foto: Jochen Scher Mit Kindern und Tieren unterwegs: Rast am Sägeweiher in Niederwürzbach. Foto: Katrin Thieser Figuren auf dem Räuberpfad in Kirkel. Foto: Maurice Eickhoff Wandern mit Kindern und Tieren in Kirkel. Foto: Manuela Meyer, Saarpfalz-Touristik
6 Die Rundschau für das Biosphärenreservat Bliesgau September – November 2026 Städte und Gemeinden in der Biosphäre Aus einer Herausforderung entsteht eine Vision Manchmal entstehen aus schwierigen Situationen besondere Chancen: Ein Wasserschaden im sanierungsbedürftigen Sportheim am ehemaligen Sportplatz der Gemeinschaftsschule Gersheim hat eine wichtige Zukunftsfrage angestoßen: Wie kann dieser Ort nachhaltig weiterentwickelt und für die Menschen in der Gemeinde und darüber hinaus nutzbar gemacht werden? Die Antwort ist eine Idee mit großer Strahlkraft: das Natur- und Erlebniscamp Gersheim. Für Bürgermeister Michael Clivot ist das Projekt längst mehr als eine Nachnutzung eines ehemaligen Sportgeländes. Es ist ein persönliches Herzensprojekt und steht für seine Vision, Natur, Bildung und Gemeinschaft miteinander zu verbinden. „Wir möchten einen Ort schaffen, an dem Menschen Natur erleben, Zusammenhänge verstehen und nachhaltiges Handeln ganz praktisch erfahren können“, beschreibt er die Grundidee des Projekts. Ein Lern- und Erlebnisort für die nächste Generation Im Mittelpunkt des Natur- und Erlebniscamps steht der pädagogische Charakter. Geplant ist ein Ort, an dem Kinder und Jugendliche nicht nur über Nachhaltigkeit sprechen, sondern sie unmittelbar erleben können. Vorgesehen ist unter anderem ein moderner Jugendzeltplatz mit verschiedenen Zeltbereichen sowie komfortablere Glamping-Angebote, die alle mit einer starken Komponente der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) verbunden werden. Themen wie Klimaschutz, Biodiversität, Wasser, Wald, Ernährung und nachhalKlimaschutz, Bildung und Begegnung Das Natur- und Erlebniscamp Gersheim soll ein neuer Zukunftsort in der Biosphäre Bliesgau werden tiger Konsum sollen durch praktische Angebote erfahrbar werden. Ein Outdoor-Klassenzimmer ermöglicht Lernen unter freiem Himmel. Ergänzend sind ein Biodiversitätsgarten mit heimischen Pflanzen, Wildblumenflächen, Feuchtbiotopen, Bienenangeboten sowie ein Tiny Forest geplant. So entsteht ein lebendiger Lernort, an dem ökologische Zusammenhänge sichtbar werden. Dabei könnte und möchte das Natur- und Erlebniscamp an die langjährige Arbeit von Spohns Haus anknüpfen, das seit vielen Jahren für Umweltbildung und nachhaltige Entwicklung steht. Ein Ort für Gäste, Vereine und die gesamte Bevölkerung Das Konzept richtet sich nicht ausschließlich an Schulklassen und Jugendgruppen. Das Gelände soll bewusst auch der Allgemeinheit offenstehen. Geplant ist ein frei zugänglicher Bereich mit Aufenthaltsmöglichkeiten, einem Park zur Erholung und zum Spazierengehen sowie naturnah gestalteten Flächen, die die Aufenthaltsqualität in Gersheim weiter erhöhen. Auch für Vereine und Gruppen soll das Gelände neue Möglichkeiten bieten: Multifunktionale Flächen können beispielsweise für Tennisfreizeiten, Sportangebote, Veranstaltungen oder Begegnungen genutzt werden. Damit soll ein Ort entstehen, der unterschiedliche Generationen zusammenbringt und vielfältige Nutzungen ermöglicht. Nachhaltigkeit als Erlebnis Gersheim liegt vollständig im UNESCO-Biosphärenreservat Bliesgau und verfügt über eine außergewöhnliche Naturausstattung: Orchideenreiche Kalkmagerrasen, Streuobstwiesen, Wälder und Auenlandschaften prägen die Gemeinde. Gleichzeitig sind die Auswirkungen des Klimawandels längst spürbar. Das Natur- und Erlebniscamp soll deshalb zeigen, wie Klimaschutz und Naturschutz konkret funktionieren können. Die Besucherinnen und Besucher sollen nicht nur über Nachhaltigkeit informiert werden, sondern selbst aktiv werden können so wie beim Anlegen und Pflegen von Gartenflächen, beim Erforschen von Lebensräumen oder beim Erleben nachhaltiger Technologien. Ein Projekt mit Zukunftsperspektive „Mit dem Natur- und Erlebniscamp möchte Gersheim seine Stärken als Naturgemeinde weiterentwickeln und neue Impulse für Bildung und nachhaltigen Tourismus setzen“, so Bürgermeister Michael Clivot. Derzeit stehe der nächste wichtige Schritt an: Die Gemeinde arbeite an einer Machbarkeitsstudie, die bis Ende 2026 abgeschlossen werden soll. Die Studie wird durch Fördermittel aus dem europäischen LEADER-Programm (aus Mitteln des Landes und der Europäischen Union [ELER]) gefördert. Sie soll die wirtschaftlichen, organisatorischen und baulichen Voraussetzungen prüfen und die Grundlage für die weitere Umsetzung schaffen. Im Jahr 2027 soll anschließend die Akquise von Förder- und Finanzmitteln erfolgen, die ebenfalls im Rahmen der Machbarkeitsstudie aufgezeigt werden sollen. Wenn die Finanzierung gesichert werden kann, ist der Baustart vorsichtig für 2028 vorgesehen. Für Bürgermeister Michael Clivot ist das Projekt ein wichtiger Baustein für die Zukunft Gersheims: Ein ehemaliger Sportplatz könnte zu einem Ort werden, an dem Menschen zusammenkommen, lernen, entspannen und die Natur der Biosphäre Bliesgau erleben. Wir stellten ihm einige Fragen zu dem Großprojekt: Herr Clivot, Sie bezeichnen das Natur- und Erlebniscamp als Herzensprojekt. Was wünschen Sie sich, wenn Sie in einigen Jahren auf diesen Ort blicken? Ich würde mir wünschen, dass wir in Spohns Haus, viele Kinder und Jugendliche empfangen konnten und Ihnen die verschiedenen Themen näher gebracht haben. Wichtig ist aber, dass wir den nachhaltigen Tourismus mit dieser neuen Einrichtung angekurbelt haben und alle Gäste sich gerne an Ihren Aufenthalt erinnern werden. Welche Rolle spielt das Projekt für die Zukunft der Gemeinde Gersheim und die Positionierung als Naturgemeinde in der Biosphäre Bliesgau? Gersheim ist eine strukturschwache Gemeinde. Wir haben wenig Gewerbe, immer weniger gastronomische Betriebe. Was wir aber haben, ist eine tolle Landschaft, eine wunderschöne Region und einen schützenswerten Raum, den wir schonend gerne mit andere teilen. Daraus müssen wir eine Stärke machen. Ein stärkerer Tourismus in unserer Gemeinde kann auch Infrastrukturen sichern und die Gemeinde insgesamt attraktiver machen. Ich pflege zu sagen: „Wir leben dort, wo andere Urlaub machen“ Welche Bedeutung hat die Zusammenarbeit mit Einrichtungen wie Spohns Haus für die Entwicklung und spätere Nutzung des Camps? Eine sehr große. Spohns Haus ist die anerkannteste BNE Einrichtung im Saarland. Selbst die UNESCO bescheinigt Spohns Haus seit Jahren ein Alleinstellungsmerkmal in diesem Bereich. Die Erfahrung und die Strukturen von Spohns Haus als Gemeindeeinrichtung möchten wir uns für den Betrieb und die pädagogische Ausrichtung zu nutzen machen. Die Studie soll Ende 2026 abgeschlossen werden, 2027 steht die Finanzmittelaquise an und 2028 könnte der Bau beginnen. Was sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen auf diesem Weg? Die größte Herausforderung wird sicherlich zum einen das Grundstück zur Baureife zu bringen, aber letztlich auf die Höhe der Förderung und wie hoch der Eigenanteil der Gemeinde sein wird. Uns stehen nur sehr wenige eigene Investitionsmittel zur Verfügung. Wir sind auf Unterstützung von außen angewiesen, um solche Projekte umsetzen zu können. Welche Unterstützung wünschen Sie sich von Land, Bund, Förderstellen und möglichen Partnern, damit aus der Idee Wirklichkeit werden kann? Wie gesagt, es kommt am Ende auf die Förderhöhe und ggf. die Kombinationsfähigkeit von unterschiedlichen Förderprogrammen. Alles unter 90% Förderung wird für uns nicht realisierbar sein. Daher ist das Wohlwollen auch der Fördergeldgeber ein optimales Förderpaket zu schnüren entscheidend. Und wir hoffen ausreichend Partner und Unterstützung für den Betrieb und die Pflege der Anlage zu finden. Wir werden das mit dem hauptamtlichen Personal nicht alleine stemmen können. Es soll aber am Ende auch eine Einrichtung für alle sein. Was wäre für Sie persönlich der schönste Moment bei der Eröffnung des Natur- und Erlebniscamps? Das kann ich mir noch gar nicht so richtig vorstellen. Ich glaube ich wäre schon glücklich und hochzufrieden, wenn es überhaupt so weit käme. Solche Projekte sind oft langwierig, man steckt viel Arbeit rein, aber manchmal wird auch nichts daraus, aus vielfältigen Gründen. Da ich aber ungerne Studien für die Schublade erstellen lassen möchte, werden wir alles geben, dass es zur einer Eröffnung kommt. Das wäre ein schöner Moment. Bürgermeister Michael Clivot. Foto: Gemeinde Gersheim Hier wurde in den ländlichen Raum investiert.
7 Die Rundschau für das Biosphärenreservat Bliesgau September – November 2026 Natürlich in St. Ingbert Mobilitätswoche in St. Ingbert – nachhaltig unterwegs im Alltag Mobilitätswoche in St. Ingbert – nachhaltig unterwegs im Alltag Wie bewegen wir uns morgen – und was können wir bereits heute dafür tun? Die von der Biosphären-VHS organisierte Mobilitätswoche in St. Ingbert vom 16. bis 22. September 2026 gibt darauf konkrete Antworten. Mit praxisnahen Angeboten lädt sie dazu ein, nachhaltige Mobilität im Alltag kennenzulernen und selbst auszuprobieren. Die Mobilitätswoche setzt auf alltagsnahe Aktionen, die nachhaltige Mobilität unmittelbar erlebbar machen. Ein fester Bestandteil ist das Pendlerfrühstück: Berufspendlerinnen und Berufspendler erhalten am Morgen am Bahnhof und am Rendezvous-Platz eine kleine Aufmerksamkeit – als Dankeschön und zugleich als Anregung, über das eigene Mobilitätsverhalten nachzudenken. Auch mehrere Vorträge greifen zentrale Fragen der Mobilität auf. Am 16. September geht es bei der Auftaktveranstaltung in der Rohrbacher Mühle um die Anfänge des VCD und des ADFC. Am 21. September steht im Kulturhaus die Frage im Mittelpunkt, was sich beim öffentlichen Personennahverkehr ändern muss, damit im Saarland eine wirkliche Mobilitätswende gelingen kann. Begleitend zur Mobilitätswoche findet am Samstag, 19. September, von 10 bis 16 Uhr der Parking Day in der Ludwigstraße statt. Organisiert wird er von einem Aktionsbündnis aus Mobilitätsforum St. Ingbert, der klimafit-Gruppe, dem VCD, FUß e.V., dem ADFC und dem Nachhaltigkeitsbeauftragten der Stadt St. Ingbert. Mit Informations- und Mitmachangeboten zeigen die beteiligten Akteure, wie vielfältig und alltagstauglich nachhaltige Mobilität sein kann. Auch mit dem Fahrrad lässt sich nachhaltige Mobilität praktisch erleben. Am Sonntag, 20. September, laden NABU und ADFC zu einer rund 18 Kilometer langen Klimaradtour durch St. Ingbert und die Umgebung ein. Start ist um 15 Uhr am Rendezvous-Platz. Am Dienstag, 22. September, folgt von 17 bis 19 Uhr eine Feierabendtour des ADFC. Sie beginnt am Eingang zum Stadtpark; eine Voranmeldung ist nicht erforderlich. Ergänzt wird das Programm durch die Segnung von Fahrrädern, Rollatoren und E-Rollern in der Alten Kirche. Sie verbindet den praktischen Alltag mit einem symbolischen Moment der Gemeinschaft und rückt zugleich Sicherheit, gegenseitige Rücksichtnahme und Verantwortung in den Mittelpunkt. Ein weiterer Höhepunkt sind die von der Biosphären-VHS angebotenen Besuche der Fahrradfabrik Kettler am Standort St. Ingbert. Sie finden am 16. und 17. September jeweils von 12 bis 13.30 Uhr statt. Das vollständige Programm, das fortlaufend ergänzt wird, finden Sie auf der Internetseite der VHS unter www.vhs-igb.de mit dem Suchbegriff „Mobilitätswoche“. Biosphären-VHS St. Ingbert mit vielfältigem Herbstprogramm Die Biosphären-VHS St. Ingbert bietet im Herbst ein abwechslungsreiches Programm für Kinder, Familien, Erwachsene sowie Seniorinnen und Senioren. Das Angebot reicht von digitalen Themen über Gesundheit und Sprachen bis hin zu kreativen Kursen und Veranstaltungen rund um Sicherheit und Prävention. Im digitalen Bereich können Interessierte ihre Kenntnisse erweitern und neue Anwendungen kennenlernen. Neben speziellen Smartphone- und iPhone-Kursen für Seniorinnen und Senioren stehen unter anderem ein Excel-Crashkurs sowie der Kurs „Einstieg in Linux und freie Anwendungen“ auf dem Programm. Auch für Kinder gibt es spannende Angebote. Am 12. September können Kinder ab vier Jahren spielerisch Fahrrad fahren lernen. Der Workshop „Prävention, Selbstbehauptung und Selbstverteidigung“ richtet sich an Kinder von sechs bis zwölf Jahren. Altersgerecht lernen sie, Gefahrensituationen zu erkennen, selbstbewusst aufzutreten und bei Bedarf Hilfe zu holen. Sicherheit und Prävention sind auch Themen mehrerer Informationsveranstaltungen für Erwachsene. Dabei geht es unter anderem um den Schutz vor Einbruch sowie um Betrugsmaschen wie den Enkeltrick, falsche Polizeibeamte, falsche Gewinnversprechen und Haustürgeschäfte. Gesundheit, Bewegung und Entspannung nehmen ebenfalls einen breiten Raum im VHS-Programm ein. Angeboten werden unter anderem Qigong, Yoga, Meditation, Waldbaden und Autogenes Training. Weitere Kurse und Vorträge geben Anregungen für mehr Entspannung und Wohlbefinden im Alltag. Familien finden zudem Unterstützung in den Vorträgen und Workshops der Elternschule. Wer eine Fremdsprache lernen oder vorhandene Kenntnisse auffrischen möchte, findet Kurse auf unterschiedlichen Niveaustufen in Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch. Auch Kreative kommen auf ihre Kosten. Das Angebot reicht vom Malen in Abklatschtechnik über moderne Glaskunst nach der Tiffany-Technik, Klöppeln und Makramee bis hin zu weiteren Werk- und Gestaltungskursen. Ergänzt wird das Programm durch einen Fotokurs mit dem Smartphone sowie einen Workshop zum zuckerfreien Backen. Das vollständige Programm und weitere Informationen zur Anmeldung finden Sie unter www. vhs-igb.de. Auskunft erteilt die Biosphären-VHS St. Ingbert außerdem telefonisch unter 06894 13-905 oder per E-Mail an vhs@ st-ingbert.de. Biosphärenmarkt während der Ingobertusmesse Gleich zu Herbstanfang findet der beliebte Biosphärenmarkt dieses Jahr wieder zeitgleich mit der Ingobertusmesse vom 2. bis 4. Oktober 2026 statt. Die Besucher und Besucherinnen erwartet also ein Wochenende mit spannenden Angeboten zu starken Themen wie Biosphäre und Wirtschaft. Während in der Stadthalle und auf dem Freigelände die Messe ihr Publikum findet, wird der Kuppelsaal des Rathauses wieder zum Marktplatz für frische, gesunde und handwerkliche Erzeugnisse aus der Biosphäre Bliesgau. Ein Magnet für alle, für die Regionalität ein Stück Lebensqualität bedeutet! Der Biosphärenmarkt bietet eine breite Produktvielfalt Wohlfühlprodukte aus der Natur wie Kräuter- und Körnerkissen oder Taschen aus Bio-Baumwolle sind immer schöne Geschenkideen, ebenso wie die außergewöhnlichen Drechselarbeiten oder Schneidebretter aus Hölzern der Biosphäre. Heudekorationen – teilweise sogar bereits mit Weihnachtsmotiven – oder Schmuck und Deko mit Naturmaterialien sind ebenfalls zu finden. Neu und auf jeden Fall eine überraschende Entdeckung für Hobbyköche ist ein Pilz-Zuchtset für Austernseitlinge, das ebenfalls angeboten wird. Der Biosphärenmarkt bietet ein breites Spektrum von regionalen Köstlichkeiten für Genießer: Frisch geerntete Kürbisse, verschiedene Apfelsorten, Quitten sowie Pflaumen schmecken im Herbst am besten und warten auf Käufer. Apfelsaft, Konfitüren und Gelees aus heimischem Obst, feine handgemachte Fruchtaufstriche sowie Hülsenfrüchte und Speiseöle aus dem Bliesgau werden ebenfalls angeboten. Interessierte können an einer Demo-Ölpresse verfolgen, wie Speiseöl gewonnen wird und sich über das Verfahren informieren. An den Marktständen werden frische und getrocknete Pilze sowie veredelte Pilzprodukte, Eier und Nudeln, ausgewählte Kräuteröle, Apfelessig, Senf, leckere Pestos und Grillsaucen, herzhafte Fleisch- und Wurstwaren sowie verschiedene Edelbrände und Liköre aus der Region angeboten. Ein Imker aus der Region ist ebenfalls mit seinem Honig vor Ort. Gehen Sie das Wochenende entspannt an und probieren Sie Herzhaftes vom Grill oder vegetarische Pasta-Gerichte sowie die beliebten „Linsenbällchen mit Dip“ oder auch heiße Crêpes. Kosten Sie eine Tasse Kaffee aus fairem Handel, wählen Sie aus verschiedenen Bieren Ihre Lieblingssorte oder erfrischen Sie sich mit alkoholfreien Getränken – die entspannte Atmosphäre des Biosphärenmarktes lädt zum Verweilen ein. Auch in diesem Jahr informiert die Foodsharing-Gruppe St. Ingbert sowie die Fairtrade-Steuerungsgruppe Saarpfalz-Kreis über ihre Aktivitäten und der Weltladen St. Ingbert bietet ebenfalls fair gehandelte Produkte an. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald lädt zu einer Mitmachaktion ein und gibt Auskunft zum Thema „Nachhaltige Waldwirtschaft“. Der St. Ingberter Gartenwettbewerb 2026 ist erfolgreich abgeschlossen Am Sonntag, 4. Oktober, findet um 15 Uhr der Abschluss des Gartenwettbewerbes 2026 statt. Den erfolgreichen Teilnehmern und Teilnehmerinnen wird für die vorbildliche Gestaltung ihres naturnahen Gartens die St. Ingberter Gartenplakette überreicht. Der Biosphärenmarkt im Kuppelsaal des Rathauses ist freitags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.
8 Die Rundschau für das Biosphärenreservat Bliesgau September – November 2026 Städte und Gemeinden in der Biosphäre „Solange die Erde besteht, sollen nicht aufhören Aussaat und Ernte . . .“ Gen 8, 22 Von Ende August bis Anfang November gibt es ein besonderes Highlight bei uns in der Biosphäre Bliesgau. Initiiert vom Arbeitskreis „Eine Welt“ der Pfarrei Heilige Familie Blieskastel und dem Biosphärenverein in Kooperation mit vielen Partnern aus der Region konnte die Skulptur „Glasarche 3“ in die Biosphäre Bliesgau geholt werden. Sie steht noch bis zum 2.11. am Skulpturenweg in Schwarzenacker. (Ski- und Wanderhütte Einöd, Am Pfänderbach, 66424 Homburg.). Mehr Informationen dazu und zum Rahmenprogramm rund um die Glasarche finden Sie unter: https://www. pfarrei-blkheilige-familie.de/ glauben-leben/ biosphaere-kirche/ glasarche-3/ Lohnender Ausflug Es wird ein lohnender Ausflug sein, diese eindrucksvolle Skulptur aufzusuchen und auf sich wirken zu lassen. Das Leitwort zur Glasarche in der Biosphäre Bliesgau ist der Bibelvers aus Genesis 8: „Solange die Erde besteht, sollen nicht aufhören Aussaat und Ernte …“ Die monumentale Skulptur, die in einer riesigen Hand liegt, regt zum Nachdenken an über den Umgang des Menschen mit der Schöpfung. In einer Region, die sich als Biosphärenreservat auf den Weg gemacht hat, den nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen der Schöpfung in Einklang zu bringen mit den Menschen, die hier bei uns von und mit der Natur leben, kommt dieser Betrachtung eine ganz besondere Rolle zu. In der Biosphäre geht es zwar auch um Naturschutz, aber genauso um die Frage, wie der Mensch mit den von der Natur zur Verfügung gestellten Ressourcen, so umgehen muss, dass auch zukünftige Generationen noch eine lebenswerte und intakte Mitwelt vorfinden, dass Aussaat und Ernte eben auch in Zukunft nicht aufhören. Das zeigt das Symbol der zerbrechlichen Arche, die ja aus Glas gebaut ist, allerdings auch: Im Moment ist der Kreislauf von Aussaat und Ernte durch menschliche Ursachen so stark bedroht wie noch nie. Betrachten wir allein die lange Hitzeperiode mit ihren Hitzerekorden in diesem Sommer, die Tiefststände in den deutschen Flüssen mit ihren weitreichenden ökologischen und wirtschaftlichen Konsequenzen, oder die vielen Waldbrände in Europa und weltweit: Folgen des menschengemachten Klimawandels. Seelsorger Steffen Glombitza (Mitorganisator der „Glasarche 3“) erinnert an Papst Franziskus, der in seiner Enzyklika „Laudato si“ von 2015 an alle Menschen guten Willens bereits im 2. Ab- „Glasarche 3“ im Biosphärenreservat Bliesgau Special Olympics begeistern Homburg Sport, Begegnung und gelebte Inklusion Homburg hat gezeigt, wie Inklusion gelebt werden kann: Mit den Special Olympics Nationalen Spielen Saarland 2026 wurde die Stadt im Juni zum Treffpunkt für Sportlerinnen und Sportler, Familien, Ehrenamtliche sowie Besucherinnen und Besucher aus dem Saarland, Deutschland und darüber hinaus. Was blieb, war weit mehr als die Erinnerung an spannende Wettkämpfe: Es waren Begegnungen, Emotionen und viele strahlende Gesichter. Ein besonderer Höhepunkt war der Fackellauf durch die Homburger Innenstadt. Die „Flamme der Hoffnung“ wurde in Form einer Grubenlampe vom Historischen Marktplatz bis zum Christian-Weber-Platz getragen. Zahlreiche Menschen säumten die Strecke und begrüßten die Fackelträger mit großem Applaus. Der Lauf wurde damit zu einem sichtbaren Zeichen für Gemeinschaft, Respekt und gelebte Inklusion. Homburg feiert ein Fest für alle Beim anschließenden Stadtfest der Inklusion wurde die Innenstadt zur großen Begegnungsstätte. Musik, Tanz, Kinderprogramm, Informationsstände und zahlreiche Mitmachangebote lockten tausende Besucherinnen und Besucher an. Vereine, Institutionen, Tanzgruppen und Organisationen machten deutlich, wie vielfältig eine Stadtgesellschaft sein kann, wenn alle selbstverständlich dazugehören. Auch die Blaulichtmeile am Vauban Carrée war ein Publikumsmagnet. Im Mittelpunkt standen jedoch die Athletinnen und Athleten. Im Sportzentrum Erbach wurden die Judo-Wettbewerbe ausgetragen. Auf der Matte ging es um sportlichen Ehrgeiz und Leistung – genauso wichtig waren aber Fairness, gegenseitiger Respekt und die Freude am gemeinsamen Wettbewerb. Unterstützt wurden die Wettkämpfe von den Erbacher Judokas, der SG Erbach und zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. Italienische Gäste werden zu Freunden Besonders herzlich war die Begegnung mit der italienischen Delegation des Vereins Libertà e Coraggio. Im Rahmen des Host-TownProgramms waren die Gäste vom 12. bis 15. Juni in Homburg zu Gast. Neben dem Sport lernten sie die Stadt und ihre Menschen kennen, besuchten unter anderem die Schlossberghöhlen und das Ronald McDonald Haus und nahmen am Stadtfest der Inklusion teil. Ein starkes Zeichen für Homburg Auch abseits der Wettkämpfe sorgte „Lost in Homburg“ für Begeisterung. Das rund 900 Quadratmeter große Erlebnislabyrinth aus mehr als 10.000 Getränkekisten wurde zu einem besonderen Publikumsmagneten. Die Special Olympics haben damit in Homburg gezeigt, was Sport bewegen kann: Er bringt Menschen zusammen, schafft Begegnungen und baut Barrieren ab. Für die Stadt waren die Spiele deshalb nicht nur ein sportliches Großereignis, sondern ein Zeichen für eine offene, vielfältige und inklusive Gesellschaft. Und vielleicht ist genau das die wichtigste Medaille, die von diesen besonderen Tagen bleibt. schnitt schreibt: „Wir vergessen, dass wir selber Erde sind (vgl. Gen 2,7). Unser eigener Körper ist aus den Elementen des Planeten gebildet; seine Luft ist es, die uns den Atem gibt, und sein Wasser belebt und erquickt uns. Nichts von dieser Welt ist für uns gleichgültig.“ Die Organisatoren der Glasarche laden dazu ein, sich inspirieren zu lassen von all den Spuren nach einem guten Umgang mit unserer Mitwelt, die in der Biosphäre Bliesgau gefunden werden können und die dafür sorgen, „… dass Aussaat und Ernte nicht aufhören,“ in den Veranstaltungen rund um die Glasarche, in den Begegnungen untereinander, an den Orten, an denen die Menschen leben, arbeiten, feiern. Stadtfest der Inklusion auf dem Christian-Weber-Platz. Foto: Stadt Homburg Special Olympics – Siegerehrung bei den Judo Wettkämpfen. Foto: Stadt Homburg Foto: Stadt Homburg Foto: Stadt Homburg
9 Die Rundschau für das Biosphärenreservat Bliesgau September – November 2026 Neues aus der Kreisstadt Herbstliche Erlebnisse in der Biosphäre in Homburg ragenden Nachwuchstalenten und bietet ein vielseitiges Programm auf höchstem musikalischem Niveau. Die Meisterkonzerte werden von der Homburger Kulturgesellschaft veranstaltet, künstlerischer Leiter ist Markus Korselt. Den Auftakt macht am 1. Oktober ein Konzert in Kooperation mit den Internationalen Kammermusiktagen Homburg. Zu Gast sind das renommierte Vogler Quartett sowie das Geister Duo mit den Pianisten David Salmon und Manuel Vieillard. Es folgen die Geigerin Lea Birringer und die Pianistin Esther Birringer am 29. Oktober sowie am 4. Dezember einer der bedeutendsten Pianisten der Gegenwart: Grigori Sokolov, dessen Konzerte weltweit als außergewöhnliche musikalische Ereignisse gelten. Am 28. Januar gastieren die Violinistin Antje Weithaas, die Cellistin Marie-Elisabeth Hecker und der Pianist Martin Helmchen als hochkarätiges Trio in Homburg. Am 11. Februar folgt die vielfach ausgezeichnete Jazz- und Klassikpianistin Johanna Summer, die mit ihren genreübergreifenden Programmen bereits international Aufmerksamkeit erregt hat. Gemeinsam mit den Zagreb Soloists und Oboist Ramon Ortega steht am 11. März ein weiteres Ensemble von internationalem Rang auf der Bühne. Am 22. April ist die italienische Gitarristin Carlotta Dalia zu erleben, bevor die Saison am 27. Mai mit dem jungen Pianisten Vsevolod Zavidov in der Reihe „Meister von morgen“ ihren Abschluss findet. Jahresabonnements können in der Tourist-Info Homburg in der Talstraße 57a abgeschlossen werden. Dort besteht auch die Möglichkeit, ein Schnupperabo zu erwerben, das drei frei wählbare Veranstaltungen der Saison zu einem vergünstigten Preis umfasst. Einzelkarten für die jeweiligen Konzerte und Theatergastspiele sind sowohl in der Tourist-Info als auch online über Ticket Regional sowie – falls noch verfügbar – an der Abendkasse erhältlich. Vorfreude auf das Laternenbasteln von Fiat Lux. Foto: Simone Abel Kunstwerk „gesprengte Mauern, 1990, Künstler August Welker “ am Skulpturenweg Foto: Petra Simon Landmarkt Saar-Pfalz Am Samstag, 26. September, von 9 bis 15 Uhr verwandelt sich die Homburger Innenstadt wieder in einen regionalen Genussmarkt. Auf dem Historischen Marktplatz und in der Eisenbahnstraße bis zum Rondell werden saisonale Produkte aus der Region angeboten. Die Palette reicht von Äpfeln, Kürbissen und Wildprodukten über Ziegenkäse, Fleisch- und Wurstwaren bis zu Honig, Backwaren, Marmeladen, Apfelsaft und regionalen Ölen. Auch das Lernort-Natur-Mobil der Jäger des Saarpfalz-Kreises ist wieder dabei und vermittelt Wissenswertes über die heimische Tier- und Pflanzenwelt. Vorverkauf für die Homburger Meisterkonzerte und die Homburger Theater- gastspiele gestartet Internationale Spitzenkünstler und vielversprechende Nachwuchstalente kommen in den Saalbau. Die Homburger Meisterkonzerte und die Homburger Theatergastspiele gehen in die neue Saison 2026/27: Ab sofort können Karten erworben werden. Theater- und Musikliebhaberinnen und -liebhaber dürfen sich auf unterhaltsame Theaterabende und hochkarätige klassische Konzerte im Kulturzentrum Saalbau freuen. Die Konzertreihe verbindet dabei international renommierte Künstlerpersönlichkeiten mit heraus- Ausstellung „Federleicht – Wenn Gedanken Flügel tragen“ Katharina Pieper stellt Schriftkunst vom 14. September bis 4. Oktober in der Galerie im Kulturzentrum Saalbau aus Vom 14. September bis zum 4. Oktober präsentiert die Galerie im Kulturzentrum Saalbau zwei- und dreidimensionale Schrift-Kunstwerke der international renommierten Schriftkünstlerin Katharina Pieper. Unter dem Titel „Federleicht – Wenn Gedanken Flügel tragen“ werden zahlreiche Arbeiten aus jüngster Zeit gezeigt, die eigens für die Einzelschau in Homburg entstanden sind. Dass hierbei einige Exponate nicht nur optisch aus der Zweidimensionalität ausbrechen, ist bezeichnend für Pieper, die durch die Verbindung von Schrift und freier Kunst immer wieder gestalterische Grenzen neu auslotet. Katharina Pieper zählt im deutschsprachigen und internationalen Raum zu den gefragtesten Schriftkünstlerinnen und Dozentinnen für moderne Kalligrafie. Ihr Aktionsradius als Künstlerin und Dozentin erstreckt sich über mehrere Kontinente. Ihre Werke befinden sich in namhaften Sammlungen rund um die Welt. Das Zentrum ihres Wirkens liegt seit vielen Jahren im Saarpfalzkreis, wo sie lebt und arbeitet. Im Jahr 2016 gründete sie den gemeinnützigen Verein „Stiftung Schriftkultur e.V.“ mit Sitz in Homburg. 2017 zog die Stiftung Schriftkultur in Räumlichkeiten des historischen Gut Königsbruch. Mit einem Ausstellungs- und Museumsbereich, dem Jean-Larcher-Archiv, Kursräumen und einer Fachbibliothek hat sich der Ort als eine zentrale Institution in der deutschsprachigen Schreib- und Kunstszene etabliert und Homburg zum Hotspot für Kalligrafie gemacht, berichtet die Kuratorin der Ausstellung, Dr. Françoise Mathis-Sandmaier. Buchstaben sind für Pieper lebendige Gestaltungselemente, die weitaus mehr als nur den sachlichen Textinhalt transportieren. Der Weg von der klassischen Schrift zum ausdrucksstrakten Schriftbild nimmt Ende der 1980er-Jahre mit der Mitwirkung der Farbe Fahrt auf. Das Niedergeschriebene fließt einfühlsam in seine Umgebung ein. Schriftzug und Farbe, das Grafische und das Malerische interagieren dynamisch im Bildraum. Als skulpturale Elemente und Installationen greifen die kalligrafischen Schöpfungen u.a. auch in den physischen Raum ein, so Dr. Mathis-Sandmaier. Durch die Befreiung der Schrift von ihrer rein dienenden Funktion erobert Piepers Schriftkunst neue, unkonventionelle Felder. „Formen und Farben verschmelzen zu visuell spannungsvollen und beflügelnden Kompositionen. Der Zauber der bildgewordenen Sprache liegt in der Kombination von ästhetischer Dimension und meditativer Wirkung. Einfühlsam bannt die lyrisch beschwingte Geste das Wort und animiert es kunstvoll mit Leben. Gedanken im freien Flug – fesselnd federleicht“, macht die Kuratorin neugierig auf die Ausstellung. Die Vernissage findet in der Galerie im Kulturzentrum Saalbau am Montag, 14. September, um 18.30 Uhr statt. Die Begrüßungsworte spricht der Kulturbeigeordnete Raimund Konrad. In die Schau führt die Kuratorin Dr. Françoise Mathis-Sandmaier ein. Die Künstlerin ist anwesend. Der Eintritt ist frei. Die Ausstellung ist von Mittwoch bis Sonntag jeweils von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Es gibt auch einige Sonderveranstaltungen: Führungen durch die Ausstellung: Katharina Pieper bietet an allen drei Sonntagen der Ausstellung jeweils um 15 Uhr bei freiem Eintritt eine exklusive Führung an. Lesung und Gespräch mit Birgit Herold: Die im Saarland lebende Autorin Birgit Herold liest am Mittwoch, 23. September, um 19 Uhr aus ihrem Roman „Die Schreiberin“ – ein faszinierender Blick auf das bewegte Leben von Clara Hätzlerin, der einzigen urkundlich belegten Lohnschreiberin des Mittelalters. Auch hier ist der Eintritt frei. „Das Kunstgedächtnis der Stadt Homburg – Teil 2“ Ab Ende Oktober 2026 in der Kleinen Galerie im Alten Rathaus II, Stadtarchiv, Kaiserstraße 41, 66424 Homburg. Öffnungszeiten Mittwoch 14 – 18 Uhr, Donnerstag 9 – 13 Uhr, sowie nach Vereinbarung. Kontakt: stadtarchiv@homburg. de; Tel. 06841 994625 Römermuseum in Schwarzenacker Laternenzauber Zum Saisonabschluss lädt das Römermuseum am Samstag, 24. Oktober 2026, zu einem besonderen Nachmittag für Familien ein. Ab 16 Uhr können Kinder ihre eigene Laterne gestalten. Anschließend geht es beim Lichterumzug ab 18.45 Uhr durchdenstimmungsvollbeleuchteten Barockgarten. Für das leibliche Wohl sorgen herzhafte und süße Überraschungen, Glühwein und Kinderpunsch. Kreativmaterial: 5 Euro pro Person, Verzehr nicht inbegriffen; es gelten die regulären Eintrittspreise des Museums. Weitere Infos: https://www.roemermuseum-schwarzenacker.de/index.php/component/k2/item/45das-saison-abschluss-highlight Vortrag „Hin & Weg – K&K. Kunstgeschichte trifft Kammerzofe“ Donnerstag, 29. Oktober – Beginn 19:00 Uhr mit anschließendem Rundgang durch die Gemäldegalerie bis max. 21:00 Uhr, Römermuseum Homburg-Schwarzenacker, Edelhaus. Eintritt frei Saarperlen Skulpturen- weg & Weingenusstour in Homburg-Schwarzenacker Sonntag, 20.9.2026, 16.30 Uhr Sonntag, 18.10.2026, 17.00 Uhr Sonntag, 01.11.2026, 15.30 Uhr Treffpunkt: Parkplatz Römermuseum, Teilnahmegebühr: 20 EUR/ Person. Anmeldung über Tourist-Info Homburg, touristik@ homburg.de, Tel. 06841 101820 Saarperlentour Marktbrunnen Homburg Dienstag, 8.9.2026, 17 Uhr Donnerstag, 15.10.2026, 16:30 Uhr So schön kann der Herbst sein, Landmarkt SaarPfalz. Foto: KatrinThieser
10 Die Rundschau für das Biosphärenreservat Bliesgau September – November 2026 Die Leader-Region Hier wurde in den ländlichen Raum investiert. Abschied nach zehn Jahren im Dienst der Biosphäre Zehn Jahre lang hat Dr. Gerhard Mörsch als Geschäftsführer des Biosphärenzweckverbandes Bliesgau die Entwicklung der Region mitgestaltet. In dieser Zeit hat sich das UNESCO-Biosphärenreservat zu einem bundesweit anerkannten Beispiel für nachhaltige Regionalentwicklung entwickelt. Nun geht er in den Ruhestand. Im Gespräch blickt er auf wichtige Meilensteine, besondere Begegnungen und Projekte zurück, spricht über die Herausforderungen der vergangenen Jahre und darüber, was er sich für die Zukunft des Bliesgaus wünscht. Dabei wird deutlich, wie sehr ihn die Arbeit für die Biosphäre persönlich geprägt hat – und warum ihm der Abschied trotz Vorfreude auf die kommende Zeit nicht ganz leichtfällt. Herr Dr. Mörsch, Sie haben die Entwicklung des UNESCO-Biosphärenreservats Bliesgau von den ersten Ideen bis heute maßgeblich begleitet. Wenn Sie zurückblicken: Welche Momente waren aus Ihrer Sicht die wichtigsten Meilensteine? Von Anfang an habe ich die Entwicklung des Biosphärenreservates nicht begleitet. Bis 2016 war ich noch Geschäftsbereichsleiter in der Kreisverwaltung in Homburg und habe bis dahin die Entwicklung des Biosphärenreservates oft nur von außen mitbekommen, obwohl ich damals schon für Naturschutz, Landschaftspflege und Landwirtschaft zuständig war. Erst im Juli 2016 wurde ich zusammen mit Holger Zeck vom Umweltministerium als Geschäftsführer zum Biosphärenzweckverband abgeordnet. Erst mit einer halben Stelle und später in Vollzeit. Aus meiner Sicht waren die ersten großen und wichtigen Meilensteine des Biosphärenreservates, die rechtliche Festsetzung des Biosphärenreservates im saarländischen Naturschutzgesetz 2006 und natürlich die UNESCO Anerkennung 2009. Ich hatte damals nicht geglaubt, dass sich alles so gut entwickeln wird. Die Evaluierung 2019 war dann ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung des Biosphärenreservates. Diese Evaluierung erfolgreich bestanden zu haben, wäre ohne das große Engagement vieler Akteure in der Region sowie der Kolleginnen und Kollegen in der Geschäftsstelle, aber auch in der Kreisverwaltung und dem Umweltministerium nicht möglich gewesen. So ist die Evaluierung gelungen und das Biosphärenreservat ist bis 2029 zur nächsten Evaluierung weiter als UNESCO-Biosphärenreservat anerkannt. Ein Meilenstein in der Zukunft könnte die Gestaltung des Biosphärenhauses sein. Als die Idee eines Biosphärenreservats entstand, gab es viele Chancen, aber sicherlich auch Skepsis. Welche Hürden waren in den Anfangsjahren am größten – und wie ist es gelungen, Menschen für die gemeinsame Vision zu gewinnen? Die größte Hürde am Anfang war, und ist sie manchmal heute immer noch, dass die Menschen nicht genau wissen, was ein UNESCO-Biosphärenreservat ist und was seine Verwaltung macht. Daher haben einige Menschen Angst, dass ihr Leben einschränkt wird und sich ein Biosphärenreservat negativ auf sie auswirken könnte. Das ist natürlich nicht der Fall. Die einzigen Vorgaben, die ein Biosphärenreservat rechtlich macht, ist die Festlegung und rechtliche Sicherung seiner Zonierung. Danach ist quasi alles „freiwillig“ und ein Biosphärenreservat will mit seiner MAB-Strategie (Mensch und Biosphäre im Einklang) eine nachhaltige Entwicklung für die Region und für die Menschen erreichen. Jeder ist aufgefordert, sich einzubringen, sein Verhalten nachhaltiger zu gestalten und mitzuhelfen, die Region nachhaltig im Einklang mit Natur und Umwelt in die Zukunft zu führen. Am Anfang hatte die Landwirtschaft die größten Vorbehalte gegen das Biosphärenreservat. Man fürchtete Verbote und Nachteile für die Bewirtschaftung. Aber so ist es nicht gekommen. Nach der Festlegung der Zonierung, gab es keine weiteren Einschränkungen mehr und der Biosphärenzweckverband hat von Anfang an die Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft angeboten und regionale Produkte unterstützt, wenn ihre Produzenten dies wollten. Aktuell haben wir über die EU-LEADER Förderung sogar ein Konzept zur Einführung der teilmobilen Schlachtung im Biosphärenreservat Bliesgau erarbeiten lassen, das den Landwirten helfen soll, ihre Tiere mit mehr Rücksicht auf das Tierwohl und die Fleischqualität auf dem eigenen Hof zu schlachten und in einem nahe gelegenen Zerlegebetrieb weiter verarbeiten zu lassen. Um die Biosphärenidee für eine nachhaltige Entwicklung der Region weiter voranzubringen, braucht der Biosphärenzweckverband viele Mitstreiter, nicht nur Landwirte, sondern auch Partner- und Kooperationsbetriebe, die die Idee einer nachhaltigen Entwicklung in ihren Betrieben leben und ihren Kunden weitergeben. Heute gilt der Bliesgau bundesweit als Vorbild für nachhaltige Regionalentwicklung. Worauf sind Sie persönlich besonders stolz? Ja, das ist tatsächlich so, dass das Biosphärenreservat Bliesgau bundesweit einen guten Namen hat. Allein darauf kann man stolz sein. Besonders stolz bin ich aber darauf, dass wir so viele Partnerbetriebe haben, aktuell 56 Betriebe und Einzelpersonen. Besonders stolz bin ich auch, dass wir so viele engagierte Mitglieder in den „Biosphärenvereinen“ haben, die sich um eine nachhaltige Entwicklung jeweils in ihren Bereichen bemühen. So setzen sich die Mitglieder von Bliesgau Obst unermüdlich für die Erhaltung der Streuobstwiesen und der Kulturlandschaft des Bliesgaus ein. Der Biosphärenverein fördert mit seinen Veranstaltungen das bürgerschaftliche Engagement in der Biosphäre. Die Mitglieder von Bliesgau Genuss e.V. stellen nachhaltige Produkte aus den Ressourcen her, die ihnen die Region und die Natur zu bieten haben. Erst kürzlich haben wir, über eine weitere LEADER Förderung, eine Marketingstrategie erarbeiten lassen, wie wir regionale Produkte und ihren Wert wieder besser für die Kunden und Konsumenten sichtbar machen und die Regionalvermarktung stärken können. Jeden Monat haben wir die Akteure in der Biosphäre zum gemeinsamen Austausch der Aktivitäten eingeladen. Diese gute Tradition zur weiteren Vernetzung untereinander wird auch ohne mich fortgesetzt werden. Ein Biosphärenreservat lebt von den Menschen, die sich engagieren – von Landwirten, Kommunen, Unternehmen, Vereinen und Ehrenamtlichen. Was hat Sie in der Zusammenarbeit mit ihnen besonders beeindruckt? Besonders beeindruckt hat mich immer das Engagement der Menschen, die sich für das Biosphärenreservat eingesetzt haben. Sie waren in der Regel allesamt immer stolz auf die UNESCO-Anerkennung ihrer Region und ihrer Heimat. Viele sind überzeugt von der Biosphärenidee für eine nachhaltige Entwicklung und sie wollen ihren Beitrag dazu leisten. Es ist wichtig, dass ein Biosphärenreservat solche aktiven Unterstützer hat, vor allem auch junge Menschen, die selbst die Biosphärenideen nach vorne bringen wollen. Die relativ kleine Biosphärenverwaltung kann nicht alle Projekte alleine angehen und umsetzen. Es bedarf immer auch Partnern und Akteuren, die sich gleichermaßen für das UNESCO-Biosphärenreservat einsetzen und eine nachhaltige Regionalentwicklung unterstützen. Wenn Sie an die vielen Projekte und Begegnungen der vergangenen Jahre denken: Gibt es eine Geschichte oder einen Moment, der Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben ist? Besondere Freude gemacht hat mir das Projekt „Landwirtschaf(f)t Vielfalt“. Da hat der Biosphärenzweckverband Landwirte mit Saatgut unterstützt, dass sie auf ihren Ackerflächen zusätzlich Blühflächen anlegen für mehr Biodiversität in der Landbewirtschaftung. Die Blühflächen kannte man bis damals noch nicht so im Bliesgau, höchstens mal von Wildäckern. Besonders beeindruckt hat mich, dass am Anfang sofort viele Landwirte und Privatpersonen mitgemacht und Blühflächen angelegt haben. Inzwischen hat sich das Projekt verselbständigt, der Bauernverband bietet das eigene Projekt „Saartenvielfalt“ an und das Land unterstützt in weit höherem Maß auch das Anlegen von blühenden Ackerflächen. Der Biosphärenzweckverband konnte nur das Saatgut kostenfrei zur Verfügung stellen. Besonders in Erinnerung blieb mir ein Acker mit Blühpflanzen zwischen Webenheim und Mimbach. Der blühende Acker wurde auch von vielen Spaziergängern bewundert. Ein vom Biosphärenzweckverband beauftragter Experte konnte eines Tages dort die Malveneule, eine selten gewordene, tagaktive Nachtfalterart, nachweisen, zum ersten Mal im Saarland. Das ist mir gut in Erinnerung geblieben, weil damit klar wurde, dass auch einfache Maßnahmen und Projekte etwas bringen und bewirken können. Und die Landwirte mussten noch nicht einmal groß auf eine Bewirtschaftung verzichten. Sie haben einen großen Teil Ihres Berufslebens in den Dienst der Biosphäre gestellt. Wie hat diese Aufgabe Sie persönlich geprägt? Das stimmt nicht ganz. Ich war vorher viel länger bei der Kreisverwaltung. Dort aber immer schon für den Natur- und Umweltschutz zuständig, aber auch eine Zeitlang für eine Deponie und eine Kompostanlage sowie für die Außenanlagen der weiterführenden Schulen. Das war natürlich auch eine lange und prägende Zeit für mich. Aber besonders geprägt hat mich bei meiner Arbeit für die Biosphäre, dass ich dort im Grunde für eine große Organisation arbeiten durfte, nämlich für die UNESCO und ihr Weltnetz der UNESCO-Biosphärenreservate. Gerade bei den zweijährigen Treffen der europäischen Biosphärenreservate habe ich gespürt, dass der Bliesgau zu dieser großen, weltweiten „Familie“ dazu gehört und wir gemeinsam an einer guten und großen Idee arbeiten. Ich habe gespürt, dass auch unsere gefühlt „kleinen“ Projekte im Bliesgau für mehr Klimaschutz, für mehr Biodiversität und für mehr Nachhaltigkeit auf das große Ganze weltweit einzahlen und wichtig sind. Alles, was wir tun, hat immer auch seine Auswirkungen auf die Entwicklung und den Zustand dieser Welt. Diese Treffen haben mir immer sehr viel „Unterstützung“ mitgegeben, später für die tägliche Arbeit. Alle Bewohner im Biosphärenreservat Bliesgau sollten spüren und stolz sein, dass wir zur großen, die Welt umspannenden UNESCO-Familie gehören. Die UNESCO-Anerkennung ist eine große und einmalige Auszeichnung für die Region, die es wert ist, sich dafür einzusetzen. Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Biosphärenreservats Bliesgau? Welche Themen werden in den kommenden Jahren entscheidend sein? Ich wünsche mir für die Zukunft mehr Unterstützung für das Biosphärenreservat aus der Politik. Man hatte oftmals das Gefühl, dass man völlig allein an der nachhaltigen Entwicklung arbeitet. Wir brauchen mehr Unterstützung von unseren Kommunen und auch von der Landesregierung. Dabei geht es oft nur um die richtige Wertschätzung für die Region und das Biosphärenreservat, die dann auch die Bevölkerung spürt und diese in ihren Aktivitäten stärkt. Wenn alles nur so „unbeachtet dahinplätschert“, ist das schlecht und für viele Akteure demotivierend. Das Biosphärenreservat wird sich in Zukunft noch mehr um die Klimawandelanpassung kümmern müssen. Dafür wird man viele Unterstützer und Fördergeber brauchen, die sich um dieses Thema kümmern, um notwendigen Projekte durchzuführen. Das Wasser beispielsweise wird zukünftig immer weniger für und in den Böden verfügbar sein. Wir brauchen Strategien, um es möglichst lange in der Landschaft und im Boden zu halten für die Natur und für die Landwirtschaft, letztlich auch für die notwendige Trinkwasserneubildung. Mit Ihrem Ruhestand endet ein bedeutendes Kapitel. Fällt Ihnen der Abschied schwer – oder überInterview mit Dr. Gerhard Mörsch Abschied als Geschäftsführer des Biosphärenzweckverbandes Bliesgau
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