11 Natürlich aus St. Ingbert. Dem Tor zur Biosphärenregion. Dezember 2025 Natürlich für St. Ingbert. Das Großprojekt „Sanierung der Baumwollspinnerei“ in der Wollbachstraße 1 – künftiger Sitz des Albert-Weisgerber-Museums und der Stadtverwaltung – verläuft weiterhin planmäßig. Derzeit laufen die Vorbereitungen für den Innenausbau auf Hochtouren. Sowohl zeitlich als auch finanziell befindet sich das Bauvorhaben im vorgesehenen Rahmen – ein erfreulicher Zwischenstand für Stadtentwicklung und Projektbeteiligte. Das denkmalgeschützte Gebäude ist vollständig eingerüstet. Das historische Ziegel-, Klinker- und Natursteinmauerwerk sowie die Putzarbeiten am ehemaligen Kohlebunker und am Schornstein wurden unter strenger Beachtung der Denkmalschutzauflagen aufwendig saniert. Das Ensemble erstrahlt nun in neuem Glanz. Bereits im ersten Bauabschnitt waren die Sandsteinfassaden an Süd-, West- und Nordseite des Hauptgebäudes instandgesetzt worden und befinden sich nun in sehr gutem Zustand. Innenausbau in vollem Gange Im Inneren des Gebäudes werden derzeit Strahlarbeiten durchgeführt, parallel erfolgt der Einbau moderner, gedämmter Fensterelemente. Die restaurierten historischen Gusseisengitter wurden vor den „BAUMWOLLSPINNEREI“ LIEGT IM ZEIT- UND KOSTENPLAN Fenstern wieder montiert – ein wichtiges Detail, das den ursprünglichen Charakter der ehemaligen Industrieanlage bewahrt. Zwischen Gittern und Funktionsfenstern entstehen zudem Verschattungselemente. Gleichzeitig werden Durchbrüche geschaffen und vorbereitende Maßnahmen für technische Einbauten umgesetzt. Auch die statische Ertüchtigung des Bauwerks schreitet voran. In den kommenden Wochen folgen die Estricharbeiten sowie die Installation der technischen Anlagen und Kabelverlegungen. Dank der bereits verlegten Nahwärmeversorgung der Stadtwerke kann die Baustelle während dieser Phase beheizt werden – ein wichtiger Schritt für den weiteren Innenausbau. Parallel zu den Bauarbeiten bereitet die Stadtverwaltung St. Ingbert ihren künftigen Umzug in das neue Verwaltungsgebäude vor. Gleichzeitig wird die Ausstellungsgestaltung des Albert-WeisgerberMuseums im Detail entwickelt. Mit jedem Baufortschritt rückt die Wiederbelebung des historischen Industriedenkmals als Ort für Kunst, Verwaltung und Begegnung ein Stück näher. Das Projekt wird durch Fördermittel von Bund und Land finanziell unterstützt. Die Putzarbeiten am Schornstein. Foto: F. Jung Der St. Ingberter Stadtrat hatte einstimmig beschlossen, eine Patenschaft mit der 7. Kompanie des 2. Heimatschutzregimentes der Bundeswehr einzugehen. In dieser Kompanie sind die saarländischen Soldatinnen und Soldaten vertreten. Aufgabe der Heimatschützer ist der Schutz der kritischen Infrastruktur, z.B. Kraftwerke oder die Wasserversorgung. Die feierliche Unterzeichnung der Vereinbarung fand im Rahmen eines Festvortrags von Prof. Sönke Neitzel (Universität Potsdam) anlässlich des 70-jährigen Bestehens der Bundeswehr statt. Unter den Gästen befanden sich zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter von Blaulichtorganisationen, der Landes- und Bundespolizei, der Bundeswehr, der Politik und der regionalen Wirtschaft – vereint durch ein gemeinsames Anliegen: die Stärkung der gesellschaftlichen Resilienz in Krisenzeiten. Stärkere Verbindung zwischen Zivilgesellschaft und Bundeswehr Mit der Patenschaft möchte die Stadt St. Ingbert den Austausch zwischen Bürgerschaft und Bundeswehr intensivieren. Im Mittelpunkt steht der Wissenstransfer:Wie kann eine Gesellschaft, die seit Jahrzehnten in Frieden lebt, krisenfest werden? Wie kann sie Verantwortung übernehmen, ohne in Angst zu verfallen? „Es geht darum, die Menschen stark und handlungsfähig zu machen – nicht ängstlich, sondern vorbereitet“, betonte Prof. Neitzel in seinem Vortrag. Klarer Blick auf die Realität Prof. Neitzel sprach offen über die aktuelle Lage der Bundeswehr. Diese sei seit ihrer Gründung 1955 stark von Verwaltung geprägt, während operative Strukturen teils vernachlässigt wurden. „In Deutschland wird zu oft erst reagiert, wenn etwas passiert“, so Neitzel. Der Historiker plädierte für eine Reform, die die Bundeswehr handlungsfähiger, moderner und zukunftsorientierter aufstellt. Ein Bekenntnis zu Verantwortung und Solidarität Oberbürgermeister Prof. Ulli Meyer betonte in seiner Ansprache die Bedeutung dieser neuen Partnerschaft: „Es ist unsere Aufgabe, die Herausforderungen unserer Zeit zu erkennen und – auch wenn es unbequem ist – anzupacken. Die Patenschaft mit der Heimatschutzkompanie ist ein Zeichen, dass St. Ingbert Verantwortung übernimmt.“ Auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Frank Breinig hob hervor: „Die Übernahme der Patenschaft ist für uns ein Zeichen der Wertschätzung und des Respekts gegenüber unseren Soldatinnen und Soldaten. Ihr Einsatz für unser Land verdient höchste Anerkennung.“ Resilienz beginnt vor Ort Mit der neuen Patenschaft setzt St. Ingbert ein deutliches Signal: Sicherheit, Zusammenhalt und Krisenfestigkeit entstehen im Miteinander. Die Kooperation mit der Heimatschutzkompanie soll künftig den Austausch zwischen Zivilgesellschaft und Bundeswehr fördern – durch gemeinsame Projekte, Veranstaltungen und Dialogformate. Denn: Resilienz entsteht dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen – vor Ort, in den Kommunen und im täglichen Handeln. PATENSCHAFT MIT HEIMATSCHUTZKOMPANIE Zum Jubiläum 70 Jahre Bundeswehr wurde auch eine Patenschaft zwischen der Bundeswehr und der Stadt St. Ingbert besiegelt. Foto: Barbara Hartmann
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