Rundschau St. Ingbert

13 Natürlich aus St. Ingbert. Dem Tor zur Biosphärenregion. September 2022 Natürlich für St. Ingbert. Die sagenhaften Wege in St. Ingberts Wäldern werden aufgepimpt. Und zwar durch brandneueWaldbewohner! Auf dem Kettensägen-Event „Spänefliegen rund um den Ingobertus“, das am 13. und 14. August auf der Ingobertuswiese in St. Ingbert stattgefunden hat, ist etwas Spannendes passiert. Dort wurden neue Waldbewohner zum Leben erweckt, die sich bald in St. Ingberts Wäldern verstecken werden. Drei große Figuren aus Holz beim Kettensägen-Event hergestellt Drei neue Figuren aus Holzstämmen wurden dort für die Stadt St. Ingbert gezaubert: eine geheimnisvolle Kuckucks-Geiß, ein echt riesiger Riese und ein prächtiger Kobold und sein Zauberkristall. Die neuen Waldbewohner werden auf verschiedenen Sagenwegen platziert; „Die KuckucksGeiß finden Waldnutzer auf dem Sagenweg ‘Fröschenpfuhl’ in Hassel, den Riesen auf dem Sagenweg ‘Riese Kreuzmann’ am Stiefel und die Suche nach dem Kobold kann auf dem Sagenweg ‘Zauberkristall’ in Oberwürzbach starten“, verrät die verantwortliche Mitarbeiterin der Stadt Melanie Fritsch. Und fügt hinzu: „Wir freuen uns über die neuen Merkmale für unsere Sagenwege. Ein großer Dank gilt an dieser Stelle allen Beteiligten, die sich dafür engagiert haben, dass die neuen Figuren für die Sagenwege auf dem KettensägenEvent geschnitzt werden konnten.“ SAGENWEGE MIT NEUEN HIGHLIGHTS Neue Portalschilder für die Sagenwege in Planung Das Team Tourismus der Stadt St. Ingbert arbeitet zurzeit an neuen Portalschildern, die schon bald den Beginn jedes Sagenweges kennzeichnen sollen. Auf diesen wird zusätzlich ein QR-Code zum Scannen zu finden sein, der über die SmartphoneApp „Actionbound“ direkt zu den Informationen und spannenden Geschichten des Sagenweges führt. Und dann kann dasAbenteuer auch schon beginnen!WeiBeim Kettensägen-Wettbewerb wurde auch ein furchteinflößender Riese für den Sagenweg hergestellt.Foto: Hartmann tere Informationen zu den Figuren und deren genauen Standorten werden zeitnah folgen, damit ihr euch bald gemeinsam mit der Familie auf die Suche nach den neuen Ausstattungsmerkmalen auf den Sagenwegen machen könnt. Wer auf dem neusten Stand bleiben möchte, folgt dem Instagram-Account „freizeit_st_ingbert“ und dem Facebook-Account „Freizeit in St. Ingbert“, denn dort werden Updates zu den Standorten der Figuren veröffentlicht. Die Kuckucks-Geiß Wie wurde eigentlich aus dem Gauch (Kuckuck) eine Geiß (Ziege)? Und wie entstand daraus die Kuckucks-Geiß? In Hassel wohnte einst ein Gauch (Kuckuck), das wähs nitmols de Günter Jauch. Ihm wuchsen Bart und Hörner auch und er wurd zum Geißegauch. Dann Beine, Hufe, Schwanz am Steiß. Fertig war die Kuckucks-Geiß. Der Zauberkristall Der Sagenweg „Zauberkristall“ in Oberwürzbach führt an der Lourdes Grotte vorbei. Man erhält dort in der Actionbound-App eine Beschreibung, die benötigt wird, um einen eigenen Zauberkristall zu züchten. Am Brunnen kann man sich das Wasser abfüllen, das man dann zum Züchten des Zauberkristalls verwenden kann. Der Riese Kreuzmann auf dem Stiefel Es heißt, dass der Riese Kreuzmann hoch oben auf dem Berg beim Stiefelfelsen im Wald wohnt. Wenn er Hunger hat, steigt er den Berg hinab und geht in den umliegenden Dörfern auf die Jagd. Dann schnappt er sich ein paar Dorfbewohner, schleppt sie auf den Berg und steckt sie in einen Holzkäfig. Verspeisen soll er sie dort oben an seinem großen Steintisch. Schon einmal versuchten die Dorfbewohner, den Riesen zu vertreiben. Das bemerkte dieser und wurde noch wütender. Lange Zeit traute sich kein Mensch mehr auf den Berg, nun aber wird es Zeit, den Riesen zu finden und ihm den Garaus zu machen. Schön ist der Platz am Thume Eck geworden, allerdings sind die Bäume noch klein und die an- und eingrenzenden Mauerwände etwas farblos. So kam der Ingberter Graffiti-Künstler Fabio Kuhn auf die Idee, bei der Stadt nachzufragen, ob er an dem Platz sein eigenes Kunstwerk anbringen dürfte. Die Mauer des ehemaligen Edelweiß-Hotel bot sich an, weil sie glatt ist und bereits mit grauer Farbe getüncht war – nach einiger Prüfung der ideale Untergrund für ein Graffiti. Daher stimmte die Stadt seiner Idee zur Erweiterung des Thume Eck um ein farbenfrohes Kunstwerk gern zu. Der 23-jährige Fabio Kuhn ist Student der Hochschule für Bildende Künste (HBK) in Saarbrücken. Neben klassischen Kunstformen wie Akt- und Gesichtszeichnen, Aquarellieren usw. sucht sich Kuhn seine Kunstrichtung an der Hochschule ganz GRAFFITI-KUNST AMTHUME ECK frei aus. „Graffiti war für mich schon immer spannend. Ich arbeite mit Buchstaben (Lettering), aber auch die abstrakten Formen faszinieren mich“, berichtet er. Zum Werk am Thume Eck habe ihn die klassische Moderne inspiriert, „aber eigentlich habe ich mein eigenes Ding gemacht“, fügt er hinzu. Mit Sprühflaschen in lila, blauen, grünen und gelben Farbtönen hat er Freihand ein Bild über die gesamte Breite des Hauses geschaffen. Freihand – das heißt, alle Linien sind ohne Lineal und Schablonen gezogen. Lediglich den oberen Rand und die Kante zum Boden hat er abgeklebt. „Zwar habe ich mir vorab ein Grundkonzept überlegt, aber keine fertige Skizze gemacht. Das Bild ist beim Sprühen entstanden. Ich mag die ‚unsauberen‘ Linien, das entspricht mehr meinem Charakter“, so Kuhn. Drei Tage hat die Arbeit gedauert, am Anfang kam aufgrund einer Anzeige die Polizei vorbei – aber diese Street Art war und ist genehmigt. Sie soll Fabio Kuhn vor seinem Kunstwerk. Foto: Martina Panzer nicht provozieren, sondern verschönern, erweitern und Raum für eigene Ideen geben. Neben der Skulptur „Nessie“, dem Stahlkunstwerk des Metallbildhauers Hans Peters, und den Bänken ist der Platz damit zu einem geselligen Ort mitten in der Stadt geworden. Kuhns Kunstwerk verleiht dem Thume Ecke mehr Farbe und Persönlichkeit – ein Gemälde, das nicht im Museum zu bewundern ist, sondern im Kontext des urbanen Raums im Spiel mit Licht und Schatten eine ganz individuelle Interpretation durch den Betrachter erlaubt. Es ist die erste große Wandmalerei von Fabio Kuhn. „Aber dieser junge, ideenreiche Künstler wird St. Ingbert sicher noch mehr Kunstwerke bescheren“, so Ortsvorsteherin Irene Kaiser, die sich für die Arbeit am Thume Eck eingesetzt hat. Einige private Aufträge unterschiedlichster Art (ein Kinderzimmer, einen Anhänger usw.) hat Kuhn schon angenommen und natürlich hofft er, dass das Graffiti mitten in St. Ingbert für ihn zu einemAushängeschild wird. Derzeit ist er dabei, seine eigene Website zu entwickeln. Wer unterdessen Interesse an einem individuellen Werk von Fabio Kuhn hat, kann ihn per Telefon unter 0152 2636 5299 oder per E-Mail unter kontakt@kuhn-einrichtungshaus.de erreichen.

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