Rundschau St. Ingbert

DIE RUNDSCHAU – Juni 2022 16 Stadtwerke übernehmen in St. Ingbert für weitere 20 Jahre dieVersorgung mit Strom,Wasser und Gas Wenn es um die Vergabe der Konzessionen für die Energie- undWasserversorgung geht, legen Städte und Gemeinden großen Wert auf eine enge und gut funktionierende Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Aus gutem Grund: Moderne Verteilnetze, die auch die kommunalen Belange berücksichtigen, sind ein entscheidender Standortfaktor. Konzessionsverträge werden üblicherweise für eine Dauer von 20 Jahren abgeschlossen und bilden die Grundlage für den Betrieb der Netze und damit der Versorgung der Bürger mit Strom, Gas undWasser. Zum 31.12.2022 laufen dieVerträge für alle drei Versorgungssparten in der Stadt St. Ingbert aus und so galt es in den vergangenen Monaten dieVerträge neu auszuschreiben und zu verhandeln. Ein durchaus anspruchsvoller Prozess, den die Stadt mit einer Bekanntmachung im Bundesanzeiger im Dezember 2020 angestoßen hat. Stadtwerke St. Ingbert GmbH überzeugten mit Angebot Die Stadtwerke St. Ingbert GmbH, die seit über 100 Jahren Partner der Stadt in Sachen Energie- und Wasserversorgung sind, haben sich für eine Verlängerung der Zusammenarbeit eingesetzt und mit ihrem Angebot überzeugen können. Somit ist es nun bis zum Jahr 2042 die Aufgabe der Stadtwerke eine sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche, effiziente und umweltverträgliche Versorgung von Bürgern und Unternehmen im Stadtgebiet zu gewährleisten. Voraussetzung dafür ist ein modernes und zuverlässiges Versorgungsnetz. Und genau das sind die Netze der Stadtwerke, die in den Sparten Strom, Gas und Wasser nach den Regeln des Technischen Sicherheitsmanagements (TSM) zertifiziert sind und im Bereich der IT-Sicherheit ihre Zuverlässigkeit durch ein erfolgreich zertiZUVERLÄSSIGKEIT BEI DER VERSORGUNG fiziertes Informations-Sicherheits-Management-System (ISMS) nachgewiesen haben. Große Herausforderungen in der Zukunft Alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Stadtwerke haben die Entscheidung zum Vertragsabschluss mit großer Freude aufgenommen. Der Geschäftsführer der Stadtwerke, Jürgen Bach, ist überzeugt, dass die vertrauensvolle Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren, die geprägt war von einem offenen Austausch und der gegenseitigen Rücksichtnahme auf die Belange des Vertragspartners, eine hervorragende Basis für die gemeinsame Gestaltung der Netze der Zukunft bildet. Schließlich stehen die Netze im Rahmen der Energiewende vor großen Herausforderungen. Die Dekarbonisierung der Energieversorgung, die zu einer Vielzahl von dezentralen Einspeisungen insbesondere aus Photovoltaikanlagen führt, ist für das Stromnetz keine einfache Aufgabe. Auch die Zunahme der Elektromobilität und damit die steigende Zahl von Ladestationen ist nur durch entsprechenden Netzausbau möglich.Wie gut die Netze der Stadtwerke ihre Aufgabe erfüllen, zeigt sich auch in der Häufigkeit von Versorgungsunterbrechungen. Diese lagen in St. Ingbert im Jahr 2021 bei gerade einmal einer Minute, im Bundesdurchschnitt waren es über 10 Minuten. Das Recht,Wege zu nutzen Ein Konzessionsvertrag ist die Basis für die Energieversorgung in einer Kommune. Er definiert Rechte und Pflichten der Vertragspartner. Die Regelung der Wegenutzung ist ein zentraler Bestandteil. Sie ermöglicht es demEnergieversorger – hier also den Stadtwerken St. Ingbert GmbH –, unter Straßen, Radwegen, Bürgersteigen und Plätzen Leitungen zu verlegen und zu betreiben. Für diese Wegenutzung zahlen die Stadtwerke an die Stadt St. Ingbert eine jährliche Gebühr – die Konzessionsabgabe – deren Höhe sich ebenfalls aus dem Vertrag und gesetzlichen Regelungen ergibt. Starke Partnerschaft bei Energie und Wasserversorgung: (v.l.) OB Dr. Ulli Meyer, Stadtwerke-Aufsichtsratschef Manfred Herges und Geschäftsführer Jürgen Bach im Umspannwerk in Rohrbach. Foto: G. Faragone Wie wichtig und hilfreich die Digitalisierung ist, erfahren wir täglich in unserem Arbeits- oder privaten Umfeld. Auch für das Stadtarchiv St. Ingbert stand die Digitalisierung ganz oben auf der Tagesordnung. Mit finanzieller Unterstützung des Bundes konnte ein groß angelegtes Digitalisierungsprojekt gestartet werden. Die Bestände des Stadtarchivs aus der Zeit vor der Gebietsreform 1974 sowie die im Archiv vorhandenen Nachlässe wurden in den vergangenen 12 Monaten digital erfasst und zu Findbüchern zusammengestellt. Das sogenannte Alte Archiv beinhaltet in einer thematischen Gliederung Dokumente aus der St. Ingberter Geschichte bis zum Jahr 1974. Zu den bedeutendsten Nachlässen zählen die des Heimatforschers Dr. Wolfgang Krämer und des St. Ingberter Unternehmers und Kunstsammlers Franz Josef Kohl-Weigand. Das jeweilige Findbuch ist sozusagen das Inhaltsverzeichnis zu den entsprechenden Dokumenten. Eine eigenständige Abteilung bildet das Musikarchiv. Es enthält Material zu Komponisten, die in St. Ingbert geboren wurden oder in der Stadt gewirkt haben. Diese Findbücher stehen nun als PDF-Dateien auf der Internetseite der Stadt St. Ingbert allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern online zur Verfügung. Sie vermitteln einen Eindruck DIGITALE PERSPEKTIVE STADTARCHIV ST. INGBERT AM PULS DER ZEIT von den Schätzen des Stadtarchivs.Wer das Archiv besuchen möchte, kann sich nun im Vorfeld online einen Überblick verschaffen und über die Verzeichnisnummern die gewünschten, einzelnen Dokumente bei den Archivmitarbeiterinnen und -mitarbeitern zur Ansicht bestellen. Darüber hinaus besteht nun die Möglichkeit, im Stadtarchiv in der Archivdatenbank selbständig zu recherchieren. Ein besonderes Highlight im Rahmen des Digitalisierungsprojektes des Stadtarchivs sind die Bilder von Erich Isenhuth (1923– 2010). Der St. Ingberter Fotograf hatte 2001 seinen Fotonachlass dem Stadtarchiv St. Ingbert vermacht. Tausende Negative lagerten seitdem im Stadtarchiv. Mit Bundesmitteln, im Rahmen von „Neustart Kultur“, wurden nun rund 76.000 Negative von der Firma dba Media imAuftrag des Stadtarchivs digitalisiert. Sie werden in einer Datenbank verzeichnet, die Interessierte im Stadtarchiv für ihre Recherchen nutzen können. Eine erste kleine Auswahl der Bilder ist ebenfalls auf der Internetseite des Stadtarchivs zu sehen, eine größere Auswahl soll in einer Fotoausstellung im Sommer gezeigt werden. Die Bilder geben einen wunderbaren Eindruck vomLeben in St. Ingbert, insbesondere für den Zeitraum der sechziger und siebziger Jahre des 20. Jahrhundert. Taxistand Altes Stadtbad. Foto: Stadtarchiv

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