Rundschau St. Ingbert

DIE RUNDSCHAU – Juni 2022 18 Abschied und Neuanfang hängen meist eng zusammen. So auch bei den Beauftragten für Nachhaltigkeit in St. Ingbert. Adam Schmitt geht, Claus Günther und Björn Dettenhofer kommen. Wir stellen die drei Experten kurz vor. Adam Schmitt von lokaler Agenda und Nachhaltigkeit verabschiedet In der St. Ingberter Umweltpolitik ist Adam Schmitt schon lange bekannt. Bereits 1998 war er Mitinitiator und Sprecher der Initiative „Lokale Agenda“. Als Stadtratsmitglied für „Die Grünen“ und Beigeordneter für Nachhaltigkeit setzte er sich zwischen 2004 und 2019 für die nachhaltige EntVERABSCHIEDUNG UND BEGRÜSSUNG DER ALTEN UND NEUEN BEAUFTRAGTEN FÜR NACHHALTIGKEIT wicklung der Mittelstadt und die Anpassung an den Klimawandel ein. 2018 ernannte ihn der St. Ingberter Stadtrat zum Nachhaltigkeitsbeauftragten. Es sind wirklich vieleThemen, die ihmwichtig waren und heute noch sind: Abwasserregelung und Regenwasser-Versickerung, umweltverträgliche Abfallpolitik, nachhaltiger Wohnungsbau durch Sanierung von Bestandsbauten, Stadtbegrünung, aber auch lebenswerte Wohngebiete und ein guter Nahverkehr stehen unter anderen auf seiner täglichen To-Do-Liste. So war er z. B. Mitbegründer der Solargenossenschaft St. Ingbert, in deren Kontext schon Anfang der 2000er Jahre zahlreiche Solaranlagen gebaut wurden. Eine für die Stadt St. Ingbert besondere Arbeit: Gemeinsam mit Dr.Markus Monzel initiierte er maßgeblich die Neuorganisation der örtlichen Abfallsammlung und damit die Gründung des eigenständigen Abfall-BewirtschaftungsBetriebes St. Ingbert (ABBS), eine Erfolgsgeschichte. Zudem hat er als Mitglied im Biosphärenverein Bliesgau e.V. maßgeblich dazu beigetragen, dass St. Ingbert Biosphärenstadt ist und dieses Konzept auch dauerhaft mit Leben füllt. „Nachhaltigkeit kann nur durch Vernetzung und gute Partner umgesetzt werden“, erklärt der 70-Jährige, dem man in jeder Geste und jedemWort anmerkt, dass ihm das Thema am Herzen liegt. Dank seiner Arbeit bei der Landesverwaltung als Leiter des Fachbereichs Gewässerökologie, der Mitarbeit im saarländischen Umweltministerium und in zahlreichen Umweltgremien sowie vielen weiteren teils ehrenamtlichen Funktionen im Bereich Umweltschutz, kennt er viele Ideengeber, Initiatoren, Drahtzieher und Entscheidungsträger. Als Nachhaltigkeitsbeauftragter für St. Ingbert ist er nun ausgeschieden, weil er zum Sprecher der Regionalgruppe Bliesgau des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ernannt wurde, ein Amt, das er in Zukunft mit viel Motivation, Kraft und Leidenschaft ausüben möchte. Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer bedankt sich bei Adam Schmitt für sein langjähriges Engagement mit einem Geschenkkorb aus demWeltladen St. Ingbert: „Sie haben sehr viel dazu beigetragen, dass St. Ingbert den Strukturwandel gut hinbekommen hat und als Stadt am Tor der Biosphäre nachhaltig handelt und plant. Dieses besondere Nachhaltigkeitsbewusstsein zeichnet St. Ingbert als attraktive Stadt aus.“ Neue Nachhaltigkeitsbeauftragte für St. Ingbert: Claus Günther und Björn Dettenhofer Den Treffpunkt an der Fideliswiese hat Claus Günther ganz bewusst ausgewählt: „Diese Obstbaum- und Blühwiese direkt neben dem Bolzplatz ist etwas ganz Besonderes. Ich bin froh, dass die Bürgerinitiative sich so für den Erhalt eingesetzt hat. Die vom Rotary Club gespendeten Bäume sind sehr gut angewachsen. Auf der Wiese und imTotholzstapel tummeln sich die Insekten und auf der Bank im Schatten eines Baumes kann man die Natur in Ruhe genießen. Das ist Nachhaltigkeit!“, freut sich der gelernte Biogeograph und Landschaftsgärtner. Für St. Ingbert ist ihm wichtig, dass solche Biotope erhalten und vermehrt werden. „St. Ingbert ist Biosphärenstadt, das ist ein großerWert, den wir pflegen und in der Region, aber auch bundesweit herausstellen müssen.“ Günther ist zudem Natur- und Landschaftsführer Bliesgau, die Biosphäre ist ihm eine Herzensangelegenheit. Er hat Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer dankt Adam Schmitt mit einem kleinen Präsent für sein jahrelanges Engagement. Foto: T. Bastuck Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer (rechts) freut sich über das ehrenamtliche Engagement der beiden neuen Nachhaltigkeitsbeauftragten Claus Günther (Mitte) und Björn Dettenhofer (links). Foto: Giusi Faragone das Ehrenamt übernommen, weil er bei der Stadt und den Bürgern das Bewusstsein dafür wecken möchte, dass Nachhaltigkeit in allen Bereichen eine Rolle spielt: in der Natur, aber auch in der Wirtschaft. „St. Ingbert als IT-Standort kann nur Erfolg haben, wenn wir nachhaltig und ökologisch denken“, erklärt er. Sein Stellvertreter, Björn Dettenhofer, engagiert sich schon seit etwa 20 Jahren privat und ehrenamtlich für die Umwelt. „Ein Umdenken kann nur stattfinden,wennman von Kindesbeinen an lernt, nachhaltig und umweltfreundlich zu handeln.“ Das Thema Müllvermeidung ist dem Angestellten der Biosphären-Stadtwerke St. Ingbert wichtig. In Zusammenarbeit mit Schulen der Region hat er bereits zahlreiche Müllsammelaktionen durchgeführt. „Als Nächstes würde ich gernmit Kindern zusammen die Zigarettenkippen in der Fußgängerzone einsammeln und diese Aktion eine Woche später wiederholen. Mal sehen, wie viel Dreck dabei zusammenkommt. Dabei ist es so einfach, seine Zigarette in einen Mülleimer und nicht auf die Straße zu werfen.“ Über seine Facebook-Seite „4Forest Saar“ kämpft Dettenhofer für verantwortungsvollen Umgang mit Müll, baut und verlost Bienenhotels und Nistkästen. Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer heißt die beiden Nachhaltigkeitsbeauftragen willkommen: „Mit Verboten werden wir nicht viel erreichen.Aber wenn wir bei den Menschen – den Bürgern und den Entscheidungsträgern – das Bewusstsein für umweltfreundliches Verhalten wecken und sie davon überzeugen, dass es nicht mehr kostet und auch nicht mehr Zeit in Anspruch nimmt, die Umwelt wertzuschätzen und zu pflegen, dann können wir etwas erreichen. Ich danke Ihnen, dass Sie mit Ihrem Engagement dazu beitragen werden.“ Die beiden Nachhaltigkeitsexperten kennen sich über den Gartenwettbewerb – Björn Dettenhofer als Teilnehmer, Claus Günther als Jurymitglied. Beide sehen es als persönliches Anliegen und auch Pflicht, dass wir unseren Kindern und Enkeln eine gute Zukunft aufbauen. Dafür werden Sie sich natürlich auch bei den von der Stadt durchgeführten Projekten einsetzen.

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