Die Biosphäre im Winter

Die Rundschau für das Biosphärenreservat Bliesgau Dezember 2020 – Februar 2021 16 Foto: Sebastian Bauer Sau gudd: Nummer 1 im Öko- Landbau. Reinhold Jost Minister für Umwelt und Verbraucherschutz Weitere Informationen unter: landwirtschaft.saarland.de Auszeichnung für besonderes Engagement Vorbild soll Wirkung zeigen Paul-Haffner-Naturschutzmedaille an Biotop-Verein Beeden verliehen Der neue Saarländische Naturschutzpreis trägt den Namen „Paul-Haffner-Naturschutzmedaille“ und ist einemMann gewidmet, der mit seinemSchaffen undWirken über Jahrzehnte einMusterbeispiel für den Einsatz imNatur- und Artenschutz abgab. Dr. h.c. Paul Haffner (1905 – 2001), ehemali- ger Biolo- gie-, Che- mie- und Physikleh- rer ausMer- zig, widmete sich in seiner Frei- zeit voll und ganz der heimischen Pflanzenwelt. Mehr als 30 Neu- funde von Pflanzenarten und die Ausweisung von Schutzgebieten, insbesondere in seiner Heimat- stadt Merzig und Umgebung, ge- hen auf seinen beispiellosen Ein- satz und sein Engagement zurück. Zahlreiche Veröffentlichungen erinnern noch heute an die Leistungen von Paul Haffner in der Erforschung unserer heimi- schen Pflanzen- welt. Das Orchideen- gebiet des loth- ringischen Ortes Montenach im deutsch-französisch-luxembur- gischen Dreiländereck erhielt den Namen „Réserve Paul Haffner“. Auszeichnung für Persönlichkeiten, die sich umErhalt und Pflege der saarländischenNatur und Landschaft verdient gemacht haben „Vorbild soll Wirkung zeigen“ – das ist das Motto hinter der Paul-Haffner-Naturschutzme- daille, die am 12. Oktober 2020 – dem Todestag von Paul Haffner – vonUmweltminister Reinhold Jost (SPD) erstmals verliehen wurde. Damit sollten Persönlichkeiten ausgezeichnet werden, die sich um Erhalt und Pflege der saar- ländischen Natur und Landschaft verdient gemacht haben. „Ohne den Einsatz der vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer im Saar- land ist der Schutz der wildleben- den Tier- und Pflanzenarten und ihrer Lebensräume nicht denk- bar“, sagte Minister Jost in seiner Rede. Beeder Biotop-Verein: Preisträ- ger für jahrelange Arbeit und be- sonderes Engagement Ausgezeichnet wurden auf Vor- schlag einer Fachjury aus Ver- tretern des behördlichen und eh- renamtlichen Naturschutzes ne- ben Mia Jungmann aus Püttlin- gen, Lothar Hayo aus Völklingen und Peter Thomas aus Riegelsberg auch der Beeder Biotop-Verein. Die Paul-Haffner-Naturschutz- medaille nahm der 1. Vorsitzen- de Gerhard Wagner entgegen, der mit denVorstandsmitgliedernRo- land Lambert und Karl Theo Dzi- eia für diese Ehrung nach Saar- brücken gekommen ist. Umwelt- minister Reinhold Jost würdig- te die jahrelange Arbeit und das besonders Engagement des Bio- top-Vereins in seiner Laudatio: „Mit der Paul-Haffner-Natur- schutzmedaille werden nicht nur Einzelpersönlichkeiten geehrt, sondern auch Gruppen und Initia- tiven. Eine solche Initiative ist der Biotop-Verein Beeden. Die Ver- einsgründung war ein lang ge- hegter Wunsch von „Storchenva- ter“Gustav Zimmermann und den beiden anderen „Storchenvätern“ Urban Leis und Kurt Lambert so- wie dem damaligen Ortsvertrau- ensmann GerhardWagner“. Vereinsziel: Artenzusammenset- zung der in der Bliesaue lebenden Tiere verbessern. Mit demWeißstorch, der imFrüh- jahr 1997 in Beeden gelandet ist, fing alles an. Um den Lebensraum für die Störche, die im Bliestal seit 1966 nicht mehr nachgewie- sen wurden, attraktiver zu ma- chen, bot sich das Feuchtgebiet im Beeder Bruch an. Es wurden vom Saarpfalz-Kreis Flutmulden als Wasserflächen angelegt und die Flächen sollten offengehal- ten werden. Hierzu werden sie seit vielen Jahren durch Wasserbüffel, Heckrinder undKoniks - einer Po- nyrasse aus dem mittel- und ost- europäischenRaum- beweidet. So können die Störche auf den Wie- sen Nahrung für ihre Jungen fin- den. Für die Haltung dieser Tiere ist Roland Lambert vom Bliesber- gerhof zuständig, der gleichzeitig auchVorstandsmitglied imBeeder Biotop-Verein ist. Die Wasserflächen ziehen viele Wasservögel wie Enten, Gänse und Reiher an. Die beweideten Flächen umfassen knapp 25 ha, das kom- plette Vogelschutzgebiet knapp 130ha.ImJahr2007wurdederBio- top-Verein Beeden von den Per- sonen gegründet, die sich schon von Anbeginn an für das Projekt im Beeder Bruch einsetzten. Ver- einsziel ist es, die Artenzusam- mensetzung der in der Bliesaue lebenden Tiere zu verbessern. Der Verein unterstützt das Beeder Bio- top-Projekt zum Beispiel in Form von Pflegemaßnahmen und Öf- fentlichkeitsarbeit. Der Arbeit des Biotop-Vereins sei es mit zu ver- danken, dass der Beeder Bruch, wie diese Fläche auch genannt wird, ein Vogelschutzgebiet von europäischem Rang ist und eine Vielzahl von außergewöhnlichen Tieren und Pflanzen beheima- tet. In den Resten der ursprüngli- chen Auwälder, den Schilfbestän- den und Hochstaudenfluren, den Tümpel und Teichen und den aus- gedehnten Wiesenbereichen seien bereits mehr als 140 verschiedene Brut- und Rastvogelartennachge- wiesenworden. Die Paul-Haffner-Naturschutz- medaille soll künftig jähr- lich an im Na- turschutz ver- diente Einzel- p e r s ön l i c h- keiten und/ oder Gruppen verliehen wer- den.

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