Die Biosphäre Bliesgau im Sommer

2 Die Rundschau für das Biosphärenreservat Bliesgau Juni – August 2024 Neues aus der Biosphäre Gemeinsam mit dem Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz organisiert der BiosphärenzweckverBNE-Begleiterinnen und -Begleiter im Elementarbereich gesucht band Bliesgau wieder die beliebte Fortbildung „BNE-Begleiter*in im Elementarbereich“ für Erzieherinnen und Erzieher aus dem UNESCO-Biosphärenreservat. Anmeldungen sind noch möglich. In den Kindertageseinrichtungen des Biosphärenreservates spielt die Zukunft. Um Kita-Kinder bereits spielerisch für die Themen Natur und Artenvielfalt, Klimaschutz und Energie, Landwirtschaft und Ernährung, nachhaltigen Konsum und Mobilität zu begeistern, bietet der Biosphärenzweckverband Bliesgau mit dem saarländischen Umweltministerium ab September eine 1,5 Jahre lange Fortbildung aus insgesamt 6 Modulen an jeweils 2 Tagen an. Die Teilnehmenden erwartet ein abwechslungsreiches Bildungsprogramm in und um das ökologische Schullandheim Spohns Haus in Gersheim - mit Theorie und viel Offener Brief an die Leserinnen und Leser der Biosphärenrundschau vom Mitbegründer des „Jugendnetzwerks Biosphäre“ Jan Peter di Benedetto „In den folgenden Zeilen darf ich Sie mitnehmen auf meine Reise vom Acker quer durch die Bundesrepublik. Hallo alle beisammen, mein Name ist Jan Peter di Benedetto, ich bin 23 Jahre alt. Ein Jahr biologische Landwirtschafts-Ausbildung in Hessen und NRW lag hinter mir. Next stop: Saarland. Reichhaltige Kulturlandschaft und innovative Öko-Infrastruktur. Neues Haus Sonne, Partnerbetrieb der Biosphäre, hieß nun mein neuer Ausbildungsbetrieb. Dort konnte ich über die Landwirtschaft hinaus, auch viel über die soziale Arbeit lernen. Im Bioladen hab ich genau diese Rundschau und weiteres tolles Infomaterial entdecken. Mein Interesse wurde geweckt und so habe ich mein Wissen über die Biosphärenreservate ausgebaut. Lokale Aktionen wie die „Tofu Tour“, die Jugendleiter- oder die Weltackerschulung haben mich hier gut vernetzt. So konnte ich als Zugezogener in der Region total gut fußfassen. Die Stelle für Jugendpartizipation des Saarpfalzkreises schafft die nötigen Ressourcen und so funktioniert unter anderem die Kommunikation zwischen den Akteuren echt gut. Ein Beispiel: durch einen Tipp von euch habe ich mich in weiteren bundesweiten Events engagiert. Eins führte zum andeJugendnetzwerk Biosphäre ren und nun kann ich mich Mitbegründer des „Jugendnetzwerks Biosphäre“ nennen, in dem viele engagierte Menschen, selbstorganisiert und gemeinsam, in die vielen verschiedenen Biosphärenresevate Deutschlands reisen und dort Partizipation gestalten. Wir arbeiten ganz konkret und in enger Absprache mit den lokalen Verwaltungen und regionalen Akteuren zusammen. Weiteres ist in Planung wie z.B. ein Pflegeeinsatz in der Schorfheide Chorin, der mit jungen Menschen vor Ort umgesetzt werden soll. Wir verstehen uns als Stabstelle zwischen den Regionen. Gerne geben wir dann unser Wissen über die „Best Practice“ - Beispiele von einzelnen Biosphären weiter und freuen uns über früchtetragenden Erfahrungsaustausch. Der ganze Gründungsprozess sorgte für viel Öffentlichkeitswirksamkeit. Soviel, dass eine Mitstreiterin und ich praktischen Methoden zur Bildung für nachhaltigen Entwicklung im frühkindlichen Bereich. „Seit 2009 finanziert das Umweltministerium unsere Fortbildungen und ist auch inhaltlich bei der Gestaltung involviert“, erklärt Verbandsvorsteher Landrat Dr. Theophil Gallo. „Gemeinsam konnten wir bereits über 100 BNE-Begleiterinnen und Begleiter schulen.“ „Es ist wichtig, bereits den Kleinsten in der Kita die Inhalte der BNE näher zu bringen“, sagt Umweltministerin Petra Berg. „Dafür braucht es engagierte Fachkräfte, die die Grundsteine für nachhaltiges Handeln legen, ihre Kenntnisse spielerisch vermitteln und die Kinder darauf vorbereiten, irgendwann selbst Verantwortung für den Schutz unseres Planeten und unsere Umwelt zu übernehmen.“ Als Lernlandschaft für nachhaltige Entwicklung gibt es im Biosphärenreservat vielfältige Lernangebote für Jung und Alt. In den Kindertageseinrichtungen legen die BNE-Begleiterinnen und BNE-Begleiter wichtige Grundlagen für ein Leben im Einklang mit der Natur und der Welt. Anmelden und informieren kann man sich bei Stefanie Lagaly in der Geschäftsstelle des Biosphärenzweckverbandes Bliesgau, (Tel: 0 68 42-9 60 09 13, E-Mail: s.lagaly@biosphaere-bliesgau.eu). Dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern Mit dem Nachhaltigkeitsziel 8 möchte die Weltgemeinschaft menschenwürdige Arbeit für alle Menschen erreichen, den Anteil junger Menschen ohne Ausbildung verringern und sichere Arbeitsumgebungen fördern. Ziel 8 fordert auch den effizienteren Einsatz von Ressourcen und dass Wirtschaftswachstum nicht mehr mit Umweltzerstörung einhergeht. Obwohl sie arbeiten, leben weltweit 650 Millionen Menschen in Armut. Rund 40 Millionen leben in Zwangsarbeit, überwiegend in der Landwirtschaft, der Textilindustrie oder der Rohstoffgewinnung. Indirekt arbeiten für jeden von uns rund 60 „Sklavinnen“ und „Sklaven“, um unsere Konsumgüter wie Kaffee, Kleidung oder digitale Geräte zu produzieren. Weltweit sehen sich viele Eltern gezwungen, ihre Kinder früh zur Arbeit anstatt in die Schule zu schicken, weil sie nicht genug verdienen, um ihre Familie alleine zu ernähren. UNICEF schätzt, dass weltweit 150 SDG Ziel 8 Millionen Kinder zwischen 5 und 14 Jahren schon berufstätig sind, oft unter ausbeuterischen und gesundheitsbelastenden Umständen. (Quelle 17ziele.de) Diese Zahlen sind schockierend. Doch wie ist die Bilanz des Ziels 8, nachdem mittlerweile mehr als die Hälfte der Aktionszeit seit Verabschiedung der Agenda 2030 im Jahr 2015 verstrichen ist? Sie fällt leider äußerst nüchtern aus. Die Auswirkungen der globalen Krisen unserer Zeit (Corona, Ukrainekrieg und der Klimawandel) haben die Weltwirtschaft stark getroffen und geschwächt. In der Coronakrise z.B. kam es zu Einkommensausfällen, Firmenschließungen und dadurch zu mehr Arbeitslosigkeit. Umso wichtiger ist es, sinnvolle Maßnahmen zu ergreifen und diese Missstände abzubauen. Ein hoffnungsvoller Ansatz in Deutschland und anderen europäischen Ländern ist das Lieferkettengesetz, das in der gesamten Lieferkette Menschen- und Kinderrechte sowie Umweltschutz stärken soll. Insbesondere große Unternehmen ab 1000 Mitarbeitern müssen ihre Lieferketten analysieren und nun größeren Wert auf faire Produktion ihre zugelieferten Produkte legen. „Fair“ ist auch für uns Konsumenten immer die bessere Wahl für eine bessere Wirtschaft und bessere Welt. Unterziel 8.9 „Bis 2030 Politiken zur Förderung eines nachhaltigen Tourismus erarbeiten und umsetzen, der Arbeitsplätze schafft und die lokale Kultur und lokale Produkte fördert.“ ist besonders bedeutsam im UNESCO-Biosphärenreservat Bliesgau. Die Saarpfalz-Touristik kümmert sich mit vielen regionalen Bündnispartnern um die touristische Weiterentwicklung der Region. Mit großem Erfolg: 2023 wurde das Biosphärenreservat Bliesgau als nachhaltigste Tourismusdestination Deutschlands ausgezeichnet.

RkJQdWJsaXNoZXIy NjQ0NDQ=