Die Rundschau für das Biosphärenreservat Bliesgau März – Mai 2022 12 Junge Biosphäre Der Biosphärenzweckverband Bliesgau hat mittlerweile sieben weiterführende Schulen als Biosphärenschulen ausgezeichnet. Sie sind wichtige Lernorte für nachhaltige Entwicklung, vermitteln grundlegende Informationen über das Biosphärenreservat Bliesgau, beziehen regionale Akteure in den Schulalltag ein, machen nachhaltige Erlebnisse möglich und arbeiten im Netzwerk intensiv mit dem Biosphärenzweckverband und den anderen Biosphärenschulen zusammen. Aber was tun die Schulen konkret? Hier ein kleiner Einblick: Ein Schwerpunkt in allen Biosphärenschulen ist das Kennenlernen und der Umgang mit regionalen Produkten: Die Mandelbachtalschule hat z.B. im vergangenen Jahr Kartoffeln auf dem Bliesgau-Weltacker gesetzt, gepflegt und geerntet und sich mit einem Kartoffelstand beim Kartoffelfestival auf dem Stadtbauernhof Saarbrücken beteiligt. Die Gemeinschaftsschule Kleinblittersdorf hat auf den Feldern des Wintringer Hofes ebenfalls Kartoffeln angebaut und bei anderen Arbeiten des Hofes mitangepackt. Streuobstwiesen als Lebensraum und prägendes Element der Kulturlandschaft sind natürlich an allen Biosphärenschulen wichtige Lernorte. Die Gemeinschaftsschule Mandelbachtal feiert z.B. jedes Jahr ein großes Apfelfest, die Gemeinschaftsschule Kleinblittersdorf war mit Bliesgau Obst e.V. und der Jungen Biosphäre auf ihrer Wiese unter anderem aktiv beim Reinigen der Nistkästen und Anlegen von Totholzhaufen. Das Christian-von-Mannlich-Gymnasium arbeitet eng mit dem Obst- und Gartenbauverein Kirrberg zusammen und hat neben Äpfeln auch Wildkräuter und Walnüsse geerntet und zu leckerem Pesto verarbeitet. Beim Johanneum gab es eine große Apfelausstellung mit 50 verschiedenen Sorten zum Kennenlernen und Genießen. Satte 185 Liter Apfelsaft hat die Geschwister-Scholl-Schule beim Obst- und Gartenbauverein Rubenheim pressen lassen. Naturschutz wird hier gemeinsam mit dem NABU Blieskastel gefördert, für den Winter wurden Futterglocken für die Vögel hergestellt. Ausgezeichnete Erzieherinnen und Erzieher im und für das Biosphärenreservat: In den vergangenen anderthalb Jahren haben 27 Erzieherinnen und Erzieher an einer großen Fortbildung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (kurz BNE) im Elementarbereich teilgenommen. Der Biosphärenzweckverband Bliesgau führte diesen Zertifikatskurs gemeinsam mit dem Umweltministerium durch. Die feierliche Übergabe der Zertifikate am Freitag, dem 16. Januar übernahmen Umwelt-Abteilungsleiter Dr. Werner-Steffen Meyer sowie der Verbandsvorsteher Landrat Frank John. Wie entsteht der Treibhauseffekt? Welche Folgen hat der Klimawandel für den Eisbären? Wie faszinierend ist das Leben auf der heimischen Wiese? Wie sieht Ernährung weltweit aus – und welche regionalen Lebensmittel wachsen direkt vor unserer Haustür? Mit diesen und vielen ähnlichen Fragen setzten sich die Teilnehmenden im Kurs „BNE-Begleiter:in im Elementarbereich – Hier spielt die Zukunft“ auseinander. Sechs Module à zwei Tage führten sie zu allen Jahreszeiten in und um das Ökologische Schullandheim Spohns Haus in Gersheim. Dort beschäftigten sie sich intensiv mit Natur- und Artenvielfalt, Klimaschutz und Energie, Konsum und Mobilität sowie Ernährung und Landwirtschaft – immer mit dem Blick darauf, wie diese wichtigen Inhalte kindgerecht in ihren Kindertagesstätten vermittelt werden können. Erfahrene BNE-Referentinnen im Elementarbereich, z.B. vom Landesbund für Vogelschutz Bayern e.V. sowie regionale Bildungspartner wie Gabriele Geiger gestalteten das vielseitige Programm. Ergänzend stellte z.B. der Mobilitätsmanager Maurice Eickhoff moderne Ansätze der nachBei milden Temperaturen ging das Müllsammeln mit fast 50 Freiwilligen, die sich vorletzten Samstag am Bliesberger Hof in Limbach eingefunden hatten, gut von der Hand. Eingeladen hatten die Naturwacht des Saarlandes, die BUND Regionalgruppe Bliesgau und der Biosphärenzweckverband Bliesgau. Dazu kamen neben Freiwilligen von Clean-Up Homburg/Saarland, dem NABU Homburg, der Rehkitzrettung Saarpfalz und der Jägerschaft auch viele Freiwillige, die den Aufruf zur Aktion in der Presse gesehen hatten oder über einen Mailverteiler des Zweckverbandes eingeladen wurden. Der Baubetriebshof der Stadt Homburg hatte vorab Handschuhe und Müllsäcke bereitgestellt. Patric Heintz, Ranger der Naturwacht Saarland, begrüßte die Anwesenden und wies darauf hin, dass Teile des Gebiets unter Schutz stehen und man den frühen Termin gewählt habe, um nicht in der Brut- und Setzzeit die Schutzgebiete abseits der Wege zu betreten. Auch wurde das Betreten der Schutzgebiete mit dem Umweltministerium abgestimmt, die zum Zweck des Müllsammelns natürlich eine Ausnahmegenehmigung erteilt haben. Er teilte Gruppen ein, die auf der Limbacher Seite der Blies, am gegenüberliegenden Ufer, entlang des Radwegs Richtung L119 und in Gegenrichtung zum Beeder Biotop die Wiesen und Weiden, Böschungen, Ufer und Gebüsche nach Engagiert für Mensch und Natur Was machen die Biosphärenschulen im Bliesgau? Als MINT-Schule gibt es hier auch viele digitale Ansätze, wie interaktive Steckbriefe zu verschiedenen Tier- und Pflanzenarten. Digital ist auch die Gemeinschaftsschule Gersheim unterwegs und hat z.B. extra eine biosphärische Folge ihres Podcastkanals aufgenommen. Die Schüler sind aber auch nicht nur digital kreativ und haben eine alte geographische Wandkarte zu einer Biosphärenkarte umgestaltet. Die Region erkundet haben auch einige Klassen des Christian von-Mannlich-Gymnasiums: Sie gingen nach intensiver Vorbereitung im Unterricht mit dem Bliesgau-Ranger auf Entdeckertour durch die Kernzone Kirkel. In den Unialltag am Umweltcampus Birkenfeld haben die 5ten Klassen der Robert-Bosch-Schule geschnuppert. Die Biosphärenschulen engagieren sich auch sozial: So hat z.B. die Gemeinschaftsschule Kleinblittersdorf bei der Tafel geholfen und für den Kältebus gekocht. „Es ist wunderbar, wie vielfältig die Schulen das Biosphärenschule-Konzept mit Leben füllen. Beim Biosphärenfest war sehr gut zusehen, mit wieviel Eifer und Stolz die Schülerinnen und Schüler ihre Schulstände betreut haben,“ erinnert sich Verbandsvorsteher Landrat Frank John gerne. Weitere Informationen zu den Biosphärenschulen gibt es bei Stefanie Lagaly vom Biosphärenzweckverband Bliesgau (Tel: 06842-9600913). Neue BNE-Begleiter und Begleiterinnen im Elementarbereich haltigen Mobilität in der Region vor oder der Klimaschutzmanager Hans-Henning Krämer Klimaschutzaktivitäten in der Region. Abgerundet wurde das Programm durch Exkursionen, z.B. zu den Windrädern in Einöd, zu einem konventionell und einem biologisch geführten Landwirtschaftsbetrieb oder nach St. Ingbert zu einem weltbewussten Stadtrundgang mit dem Netzwerk Entwicklungspolitik. „Die frisch ausgebildeten BNE-Begleiter:innen tragen nun als wichtige Multiplikator:innen im Biosphärenreservat dazu bei, Kinder für Natur, Umwelt und globale Gerechtigkeit zu sensibilisieren, Wissen zu vermitteln und Werte zu fördern, mit denen sie ihre Welt aktiv mitgestalten können‚“ fasst der Verbandsvorsteher des Biosphärenzweckverbandes, Landrat Frank John, bei der Übergabe der Zertifikate zusammen. Der Kurs wird vom Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz finanziert und mitorganisiert. Eine nächste Runde startet voraussichtlich im Herbst 2027. Informationen gibt es bei Stefanie Lagaly vom Biosphärenzweckverband Bliesgau (Tel: 068429600913, E-Mail: s.lagaly@biosphaere-bliesgau.eu). Gemeinsam viel gescha BNE-Begleiterinnen und Begleiter freuen sich riesig über ihre Zertifikate. Foto: S.Seibner-Mörsch Seit dem Jahr 2004 wandert das beliebte Biosphärenfest durch die Kommunen des Biosphärenreservates Bliesgau – im kommenden Sommer macht es zum dritten Mal in der Gemeinde Gersheim Station. Bürgermeister Michael Clivot, Ortsvorsteher Rainer Bachmann und der Verbandsvorsteher des Biosphärenzweckverbands Bliesgau, Frank John, freuen sich den Termin für das „Biosphärenfest 2026“ bekanntzugeben: Der große Tag des UNESCO-Biosphärenreservates Bliesgau findet am Sonntag, den 30. August 2026 im Gersheimer Ortsteil Walsheim statt. Die Kartoffel steht bei vielen Aktivitäten der Biosphärenschulen wie bei der Gemeinschaftsschule Kleinblittersdorf hoch im Kurs. Foto: Gemeinschaftsschule Kleinblittersdorf „Biosphärenfest am 30. August in
RkJQdWJsaXNoZXIy NjQ0NDQ=