Die Biosphäre im Herbst

12 Die Rundschau für das Biosphärenreservat Bliesgau September – November 2022 „Das ist eine tolle AG. Wirmussten ziemlich schwer arbeiten, aber es war total spannend, die Klimastation einzurichten. Jetzt müssen wir nur noch die Daten ablesen“, erzählt ein Schüler aus der eigenen Genossenschaft InnoGrün am Leibniz-Gymnasium St. Ingbert, der die Klimastation auf der Fideliswiese in der St.-Fidelis-Straße in St. Ingbert mit gebaut hat. Professionelle Klimastation Die Schüler wissen genau, wie eine professionelle Klimastation gebaut wird. Sie kennen und erklären die Funktionsweise aus dem Effeff: Sie steht auf einer hindernisfreien Fläche, ist 2 Meter hoch und nach Norden ausgerichtet. Eine trägheitsfreie Windfahne mit elektronisch gesteuerter Heizung misst die Windrichtung. Der Windgeber mit Kugeln erfasst die Windgeschwindigkeit in einem Bereich von 0,3 bis 50 m/sec. Bei Besichtigung herrscht leichter Wind von 1,2 m/sec. Das Pyranometer misst die diffuse Strahlung (in kWh/Jahr/m2), die entsteht, weil das Licht durch Wolken und Nebel gestreut auf den Boden trifft. Das beschattete und belüftete Thermometer und der Feuchtigkeitsmesser sind 2 Meter über dem Boden angebracht, damit die Messwerte aussagekräftig sind. Der Erdoberflächentemperaturgeber (5 cmüber demBoden) misst dieTemperatur inBodennähe und ist wichtig für Glatteiswarnungen. Darüber hinaus wird die Bodentemperatur etwa 25 cm unter demBoden erfasst, umBodenfrost zu ermitteln. Etwas entfernt steht noch ein Niederschlagsgeber, indemdurcheinKippwagedie Niederschlagsmenge und -intensität erfasst werden. DasHighlight dieses Instruments sei seine hohe Messgenauigkeit unddieHeizung, die verhindert, dass dasWasser im Wintereinfriert,erklärteineSchülerin. Bei einer solch professionellen Anlage kommt es auf höchste Präzision und kleinste Faktoren an – das haben die Schüler*innen gelernt. Und natürlich haben sie beimBau auch Spatenund Schippe in die Hand genommen, um selbst Hand anzulegen. Im Datalogger werden alle Daten erfasst und an die Stadt St. Ingbert, die PädagogischeHochschuleHeidelbergund an den Link https://klima.rgeo.de/ stations/de_105_ups_st_ingbert/ übertragen. UNESCO-Projektschule – Bildung für nachhaltige Entwicklung Die Schule hatte sich im Rahmen des Projekts „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ des Klimastationsnetzwerks der Deutschen UNESCO-Kommission beworben und ist heute eine von 13 Projektschulen in Deutschland, die eine professionelle Klimastation betreiben. „In unserer Schuvon Spohns Haus mit Rat und Tat rund um einen insektenfreundlichen Garten zur Seite. Umgesetzt wurden die Bepflanzungen dann unter der fachkundigen Anleitung der FGTS-Mitarbeiterinnen Aileen Kohl und Daniela Sachs. Von Sonnenblumen, Lavendel, Ringelblumen über Gartenkräuter bis zu Tomaten wurde alles eingepflanzt, was einen naturnahen Garten ausmacht. Sichtbaren Spaß hatten alle beteiligten Schüler, die am Nachmittag das offene Angebot gernenutztenundmit Eifer bei der Sache waren. Um das Biosphärenreservat Bliesgau dauerhaft an der Schule sichtbarer zu machen, hatte Schulleiterin Susanne Albrecht noch eine weitere kreative Idee: Gemeinsam mit dem Biosphärenzweckverband Bliesgau und Spohns Haus wurde eine Tafel entwickelt, die den Kindern das Biosphärenreservat erklärt. „Wichtig ist das Sichtbarmachen der Schätze, von denenwir hier im Bliesgau umgeben sind. Denn was man liebt und wertschätzt, das möchte man auch bewahren“, erklärte Susanne Albrecht die Entstehung der Schautafel. „Die neue Tafel ist eine schöne Ergänzung zu den Aktivitäten, die an der Schule zum Biosphärenreservat Bliesgau etabliert sind. Die vielen Bilder der heimischenTierweltmachenLust, raus zu gehen und die Natur zu erforschen“, freut sich Landrat und Verbandsvorsteher des Biosphärenzweckverbandes Bliesgau Dr. Theophil Gallo. „Die Biosphäre muss ein fester Bestandteil in unseren Schulen werden. Die Grundschule Reinheim geht hier schon länger mit gutem Beispiel voraus und sensibilisiert die Kinder auf wichtige Themen in der Biosphäre. Darauf sind wir als Schulträger im Herbachtalschule umgesetzt? An der Mandelbachtalschule gibt es eine eigene Biosphären-AG, es werden Hühner und Bienen gehalten, um die sich die Schüler intensiv kümmern und es gibt eine Streuobstwiese, die bewirtschaftet wird und im Mittelpunkt der jährlich stattfindenden Projektwoche Streuobst steht. Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft berichteten: “Unsmacht es großen Spaß, uns umunsere Tiere und die Natur zu kümmern.“ Eine ganz besonders nachhaltige Reise machen einige Schüler und Schülerinnen der achten und neunten Klasse diesenMonat: Wie die Fahrer der Tour de France, fahren Sie mit dem Fahrrad nach Paris. 511 Kilometer, 11 Tage und Hürden, die sie gemeinsam bewältigen müssen. Im Rahmen des Kennenlernnachmittages der neuen 5. Klässler unterzeichnete der stellvertretenden Verbandsvorsteher Bürgermeister Frank John mit Schulleiterin Christina Linz den Kooperationsvertrag und übergab die Zertifizierungsurkunde. Weitere Informationen zum Projekt „Biosphärenschulen“ gibt es bei Stefanie Lagaly vom Biosphärenzweckverband Bliesgau (Tel: 06842-9600913, E-Mail: s.lagaly@biosphaere-bliesgau.eu). Die Schülerinnen und Schüler präsentierenmit Erkundelehrerin Svenja Braun den Gästen die neue Klimastation auf der Fideliswiese. Foto: G. Faragone Natur hautnah - Imkern an der Mandelbachtalschule. Foto: ManuelaMeyer Das Biosphärenreservat Bliesgau macht Schule Leibniz-Gymnasium baut erste Klimastation in St. Ingbert le lautet das Motto „Vom Wissen zum Handeln“, erklärt Schülersprecher Simon. Wir setzen die Theorien zu nachhaltigem Verhalten in ganze Projekte um, die wir gemeinsammit den Lehrerinnen und Lehrer gestalten.“ So gibt es am „Leibniz“ bereits ein Müllsammelprojekt und alle Plastikflaschen wurden durch Trinkbehälter aus nachhaltigem Material ersetzt. Alle ziehen an einem Strang – „hier stimmt das Schulklima!“, fügt Simon hinzu. Wichtige Daten für Stadtplanung, Wissenschaft, Klimaschutz und Bürger Dass die Klimastation wirklich professionell und ein Vorzeigeprojekt ist, sieht man am hochkarätigen Besuch, der zur Einweihung gekommen ist: Sebastian Thul, Staatsekretär für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz: „In puncto Nachhaltigkeit seid ihr eine echte Streberschule“, lobt er die Schülerinnen und Schüler. „Hier passiert nicht nur reine Wissensvermittlung, sondern die Schülerinnen und Schüler werden auf das Leben vorbereitet. Eure Aufgabe ist es jetzt: Macht es besser als die Generationen vor euch.“ Für Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer ist das Leibniz eher eine „Mitmachschule, in der die Schülerinnen und Schüler lernen, Fakten zu erkennenund einzuordnen, umentsprechend zu handeln.“ Die Daten aus der Klimastationwerdenunter anderem an die Stadt St. Ingbert übertragen und gehen in das Starkregenkataster ein, in dem wichtige Wetterdaten analysiert werden, umkünftige Bebauungs- und Freiflächenpläne daraus abzuleiten. Grundschule Reinheim bringt die Biosphäre Bliesgau auf den Schulhof Der Schulhof der Grundschule Reinheim wurde von Kindern der Garten- AG der FGTS naturnah gestaltet und eine neue Info-Tafel informiert über das Biosphärenreservat. Die Grundschule Reinheim ist gerne dabei, wenn es um Aktionen und Zusammenarbeit mit dem Biosphärenreservat Bliesgau geht: Die Erstklässler erhalten zumSchulstart ihreBliesgau-BioBrotbox, die Umweltpädagoginnen Sylvia Lerchner und Andrea Lippmann vom Ökologischen Schullandheim Spohns Haus sind regelmäßige und gern gesehene Gäste mit dem Modul „Zuhause im Biosphärenreservat“, beim Biosphärenfest in Reinheim hat die Schule sich mit einem eigenen Stand beteiligt. Stolz präsentieren Schülerinnen und Schüler der Garten-AG nun ihre neuen Schulbeete. Auch hier standen die Umweltpädagoginnen zen der Biosphäre sehr stolz“, so Michael Clivot, Bürgermeister der Gemeinde Gersheim. Die Kosten für die Grafik und Herstellung der Tafel hat der Förderverein der Grundschule Reinheim e.V. übernommen. Der Biosphärenzweckverband steht auch allen anderen Schulen als Ansprechpartner für solche oder ähnliche Projekte gerne zur Verfügung. Kontakt: Stefanie Lagaly vom Biosphärenzweckverband Bliesgau (E-Mail: s.lagaly@biosphaerebliesgau.eu, Tel.: 06842 9600913). Gemeinschaftsschule Mandelbachtalschule als erste Biosphärenschule ausgezeichnet Die Gemeinschaftsschule Mandelbachtal ist eine von drei Pilotschulen im Kooperationsprojekt „Biosphärenschulen“ des Biosphärenzweckverbandes Bliesgau und wurde nun offiziell ausgezeichnet. Endlich war es soweit: Seit über zwei Jahren arbeitet die Mandelbachtalschule intensivmit demBiosphärenzweckverband Bliesgau unddenbeidenanderenPilotschulen, dem Christian-von-Mannlich-Gymnasium und der Robert-Bosch-Schule, als „Pilot-Biosphärenschulen“ zusammen. Biosphärenschulen sind wichtige Lernorte für nachhaltige Entwicklung, vermitteln grundlegende Informationenüber das Biosphärenreservat Bliesgau, beziehen regionale Akteure in den Schulalltag ein und machen nachhaltige Erlebnisse möglich. Die Grundlage der Schulkooperation bietet ein Kriterienkatalog, der in deutschen Biosphärenreservaten, National- undNaturparks ähnlich ist. Wie werden die Biosphären-Kriterien praktisch an der Mandel-

RkJQdWJsaXNoZXIy NjQ0NDQ=