Die Biosphäre im Herbst

5 Die Rundschau für das Biosphärenreservat Bliesgau September – November 2022 einer PV-Freiflächenanlage auf dem ehemaligen Sportplatz Habkirchen ist angedacht. Zur Erhöhung der Energieeffizienz wird momentan die Straßenbeleuchtung vollständig auf LED-Technik umgerüstet, öffentliche Gebäude sollen zeitnah lichtoptimiert werden. Im Quartier sollen gemeindliche Großverbraucher mit Fokus auf den Austausch der Heizzentrale schrittweise energetisch saniert werden. Im Handlungsfeld ruraler Mobilitätsplanung wird an einem Radwegekonzept gearbeitet um sicheres Radfahren auf ausgewiesenen Radwegen zu ermöglichen und das Fahrrad als Alternative zum Auto attraktiver zumachen. Womöchten Sie 2025 undwo 2030 stehen. Was soll bis dahin realisiert sein? Eine Koordinations- & Anlaufstelle gilt es zu verstetigen und Klimaschutz bei jeder Entscheidung mitzudenken. Bis 2025 wäre eine weitestgehend sensibilisierte Klimaschutzcommunity in allen Funktionsbereichen, in intra- und interkommunaler Zusammenarbeit und als aktiver Teil der Biosphärengemeinschaft wünschenswert. Das Osterpaket novelliert eine nahezu treibhausgasneutrale Stromerzeugung bis 2035, Mandelbachtal strebt eine Stromautarkie bis spätestens 2030 an. Hierzu sollen Solarprojekte schnellstmöglich umgesetzt und speziell der private PV-Zubaumithilfe einer PV-Offensive weiter gefördert werden. „300 Solardächer fürMandelbachtal“, so die Bürgermeisterin. Die Wärmewende soll durch den Zubau nichtfossilerWärmealternativen (z.B. Wärmepumpen), durch energetische Quartiersanie Klimaschutzmanager Hans Henning Krämer. Foto: privat Manuel Peter. Foto: privat Drei Fragen an die Klimaschutzmanager des Biosphärenreservates Klimaschutz ist und wird zukünftig ein vorherrschendes Thema in Städten und Gemeinden sein. St. Ingbert, Homburg und das Mandelbachtal beschäftigen dafür einen Klimaschutzmanager. Wir stellten zwei von den drei Experten Fragen dazu und erhielten spannende Antworten. Die Antworten aus Homburg erscheinen in der nächsten Ausgabe. mit Erneuerbaren Energien aufbauen, die sukzessive erweitert werden und an die sich auch private Hauseigentümer anschließen können. In St. Ingbert-Mitte steht der komplette Umbau der Wärmeversorgung an: Zum einen soll das Wärmenetz in den kommenden 10 bis 15 Jahren systematisch erweitert werden, zusätzliche öffentliche Gebäude und Neubaugebiete, ebenso aber auch Bestandsgebäude angeschlossen werden. Zum anderen muss der Erdgasanteil, der aktuell noch etwa dieHälfte der Wärmeerzeugung der Nahwärmeversorgung des Heizwerks auf dem DNA-Gelände ausmacht, kontinuierlich zurückgefahren und durch Abwärme aus Industrie und Gewerbe, Abwärme aus Abwasser, Strom aus Erneuerbaren Energien, SolarthermieundBiomasse ersetzt werden. Hierzu müssen allerdings in der Stadt auch entsprechende Flächen für Erzeugung, Speicherung und Verteilung zur Verfügung stehen. Diese Umstellung bringt nicht nur erhebliche Einsparungen bei den CO2-Emissionen mit sich, sondern entlastet die Bürgerinnen und Bürger auch vor den exorbitant steigenden Preisen bei Erdgas und Heizöl. Womöchten Sie 2025 und wo 2030 stehen? Was soll bis dahin realisiert sein? Wir wollen mit den Stadtwerken eine Art Zehn-Jahres-Plan umsetzen, in dem Ziele zum Netzausbau und zum Ausbau der Erzeugungskapazitäten in der Wärmeversorgung festgelegt sind. Bis 2025wäre es wünschenswert, etwa die Ludwigschule, die „Mess“ aber auch die Alte Schmelz und möglicherweise auch das Neumann-Gelände an das Wärmenetz der Stadtwerke angeschlossen zu haben. Weiterhin gehen wir davon aus, dass es einen anhaltenden Trend zum Ausbau der Photovoltaik und auch in Richtung Elektromobilität geben wird. Bis 2030 werden wir wahrscheinlich 30 Prozent Elektrofahrzeuge im Bestand haben. Hierzu müssen wir kontinuierlich die Ladeinfrastruktur in der Stadt ausbauen, angefangen von den Lademöglichkeiten zu Hause, über 22-kW-Säulen am Arbeitsplatz bis hin zu zentralen Schnellladeparks an den Einkaufsmärkten und sonstigen Standorten. Voraussetzung ist natürlich, dass das Stromnetz entsprechend vorbereitet ist. Manuel Peter, Klimaschutzmanager der GemeindeMandelbachtal Herr Peter, welches sind die vorrangigen Themen, die Sie derzeit im Mandelbachtal im Rahmen des Klimaschutzes beschäftigen Mandelbachtal begreift sich als integraler Bestandteil der Biosphären-Modellregion Bliesgau und priorisiert im Wissen ihres ländlichen Charakters den Ausbau erneuerbarer Energien. Abseits des Energiezubaus steht der Gedanke der energetischen Gebäudesanierung im Fokus. Hier zielt die Gemeinde vornehmlich auf energetische Großverbraucher wie Schulen und Hallen ab, welche sich vor dem Hintergrund grassierender Energiepreise zu wahren Kostenfallen entwickeln und denGemeindehaushalt stark belasten. Hier ist entschiedenes Handeln notwendig. Als strategische Entscheidungsgrundlage und valides Instrument zur lokalen Planung des Klimaschutzes, wird momentan ein integriertes kommunales Klimaschutzkonzept erstellt. Hierzu werden sämtliche Energie- & Treibhausgasemissionen der Gemeinde Mandelbachtal erfasst, ausgewertet und einer Potenzialanalyse zugeführt. Die kommunenspezifische Ermittlung von Einsparpotenzialen mündet in der finalen Katalogisierung und Umsetzung wirkungsvoller Klimaschutzmaßnahmen zur regionalen Wertschöpfung und lokalen Gemeinwohlförderung. Wie gehen Sie damit um und welche ganz konkreten Projekte sind in Planung? Die ökologische Katastrophe muss als Gemeinschaftsaufgabe verstanden werden, an der sich jeder Einzelne beteiligenmuss. Daher ist es entscheidend, alle Akteure insbesondere fachliche und politische Entscheidungsträger für die Sache zu sensibilisieren, motivieren und gemeinsam an einer Lösung zu arbeitendiese Jahrhundertaufgabezu meistern. Die Gemeinde verspricht sichdurchdenZubau solarerDach- & Freiflächenanlagen bereits mittelfristig eine Abkopplung von teuren Stromzukäufen. Konkret wird eine 50 kWp starke PV-Anlage auf dem Dach der Theo-Carlen-Schule in Ormesheim installiert. DGHs werden im kommenden Jahr projektiert. Die zeitnahe Errichtung rung und bewussteres Verbraucherverhaltenvollzogen, dieMobilitätswende durch Elektrifizierung des kommunalen Fuhrparks, Ausbau der E-Ladeinfrastruktur und Stärkung nichtmotorisierter Mobilitätsalternativen vorangetriebenwerden. Dr. Hans-Henning Krämer, Klimaschutzmanager der Stadt St. Ingbert Herr Dr. Krämer, welches sind die vorrangigen Themen, die Sie derzeit in St. Ingbert im Rahmen des Klimaschutzes beschäftigen? Zentrales Thema wird in den kommenden Jahren der Umbau der Wärmeversorgung weg von fossilen Energieträgern wie Heizöl und Erdgas hin zu Erneuerbaren Energien wie Solarthermie, Biomasse, Abwärme und Wärme aus regenerativ erzeugtemStrom sein. Wie gehen Sie damit um und welche ganz konkreten Projekte sind in Planung? Wir werden zum einen – wie gerade in Hassel – in der Entwicklung im Umfeld öffentlicher Gebäude Nahwärmeversorgungen Das Klima in der Biosphäre

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