Die Biosphäre Bliesgau im Sommer

7 Die Rundschau für das Biosphärenreservat Bliesgau Juni – August 2024 Projekte in der Region Slow Food Saarland und der Biosphärenzweckverband Bliesgau haben mit Sechstklässlern der Robert-Bosch-Schule die alte Kartoffelsorte Bamberger Hörnchen gesetzt und Linsen gesät. Fast schon Tradition haben die Besuche an der Robert-Bosch-Schule rund um die Kartoffel von Slow Food Saarland und dem Biosphärenzweckverband Bliesgau im Frühjahr und Herbst. Dieses Mal gab es dazu noch Linsen und Leindotter als Stützpflanze, damit die Linsen auch gut in die Höhe wachsen können. Roland Kästner und Patric Bies von Slow Food Saarland erzählten den Schülerinnen und Schülern der 6. Klasse im Fach Arbeitslehre interessante Informationen über die Kartoffel, z.B. dass sie im Vergleich zu anderen Lebensmitteln extrem wenig Wasser benötigt. Das mitgebrachte Bamberger Hörnchen ist eine alte Sorte und „Passagier auf der Arche des Geschmacks“, mit der Slow Food Lebensmittel vor dem Vergessen und Verschwinden rettet. Es hat einen besonders feinen, nussigen Geschmack. Auch Hülsenfrüchte wie Linsen waren fast in Vergessenheit geraten, erfahren aber erfreulicherweise in den letzten Jahren eine Renaissance in unseren Küchen. Auch dafür leistet Slow Food Saarland eiKartoffeln und Linsen auf dem Schulacker nen wichtigen Beitrag z.B. mit den Hülsenfrüchtewochen. Patric Bies vom Partnerbetrieb des Biosphärenreservates, der Bliesgau-Ölmühle arbeitet eng mit Landwirten zusammen, die Hülsenfrüchte im Bliesgau und der Nachbarschaft anbauen. Der Verbandsvorsteher des Biosphärenzweckverbandes Bliesgau Landrat Dr. Theophil Gallo lobte den global-regionalen Ansatz der Aktion: „Kartoffeln und Hülsenfrüchte sind optimal geeignet für eine gesunde Ernährung. Wenn sie bei uns im Bliesgau wachsen, schonen sie zudem das Klima durch die kurzen Transportwege vom Acker auf den Teller. Hülsenfrüchte sind besonders wertvoll für den Speiseplan der Zukunft. Sie sind nämlich als pflanzliche Eiweißquelle gut geeignet um die wachsende Weltbevölkerung gut zu versorgen“. Schulleiterin Barbara Neumann unterstrich die Wichtigkeit regionaler Produkte: „Ich bin als Kind auf dem Land aufgewachsen. Das hat mich geprägt. Daher kaufe ich, wann immer es möglich ist, regionale und saisonale Produkte. Ich finde es wichtig, dass man den Kindern die Möglichkeit gibt, dieses Wissen zu erlangen und auch ein bisschen ‚Landkind‘ zu werden“. Die Kartoffeln werden zuhause in Pflanzsäcke gepflanzt Bild S.Lagaly wichtigsten Kulturpflanzen, die auf unserer Erde angebaut werden und wie sehen die überhaupt aus? Wer sich für Antworten interessiert, ist auf einer Führung auf dem Bliesgau-Weltacker richtig. Durch eine finanzielle Förderung des Ministeriums für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz des Saarlandes finden im Sommer alle zwei Wochen kostenlose und offene Sonntagsführungen durch Mitglieder des Vereins Bliesgau Weltacker e.V. statt. Der Biosphärenzweckverband Bliesgau koordiniert die Termine. Nähere Informationen gibt es bei Stefanie Lagaly vom Biosphärenzweckverband Bliesgau (Tel: 06842-9600913, E-Mail: s.lagaly@biosphaere-bliesgau.eu). Die Termine im Überblick: 02.06., 10 Uhr 16.06., 10 Uhr 14.07., 10 Uhr 28.07., 10 Uhr 11.08., 10 Uhr 25.08., 10 Uhr 08.09., 10 Uhr 15.09., 10:15 Uhr (Gottesdienst, anschließend Führung) 22.09., 10 Uhr 06.10., 10 Uhr 20.10.,10 Uhr Sonntags auf den Bliesgau-Weltacker – kostenlose offene Führungen Auf dem Bliesgau-Weltacker finden ab dem 2. Juni alle zwei Wochen sonntags kostenlose Führungen statt. Wieviel fruchtbares Ackerland steht jedem Menschen gerecht verteilt zu? Was sind die tigkeit nicht ausschließen Ein Steinbruch in Lautzkirchen wird zum Biotop Bild privat melsteich“, eine größere Wasserfläche, die sich in einem Abschnitt der ehemaligen Sandgrube gebildet hat. Gespeist von Regenwasser, bietet dieser Teich nun zahlreichen Vögeln, Insekten und Amphibien einen Lebensraum. Unter der fachkundigen Leitung von Dr. Christoph Bernd, einem renommierten Feldbiologen, hat sich der Himmelsteich zu einem wahren Hotspot der Biodiversität entwickelt. Hier finden sich nicht nur seltene Vogelarten wie der Uhu, sondern auch verschiedene Lurche wie Bergmolch, Fadenmolch, Seefrosch und Erdkröte. Nachhaltige Antriebsysteme beim Fuhrpark Die Schaffung solcher Biotopstrukturen ist entscheidend für den Erhalt bedrohter Arten und das Gleichgewicht der ökologischen Systeme. Das Unternehmen hinter diesem ehrgeizigen Projekt, das Sand- und Natursteinwerk Lautzkirchen, nimmt seine Verantwortung für den Naturschutz ernst. Obwohl der ökonomische Nutzen schwer zu beziffern ist, investiert das Unternehmen mit großem Engagement in die Renaturierung des Geländes. Neben dem Sandabbau, der heute nur noch einen Teil des Umsatzes ausmacht, hat das Unternehmen sein Geschäftsmodell diversifiziert. Es erwirtschaftet Umsätze mit Natursteinen, Gartengestaltungsprodukten und einer Vielzahl von Schüttgut-Produkten. Geplant ist sogar der Bau einer Photovoltaik-Anlage, die einen Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung leisten soll. In Bezug auf den Fuhrpark des Unternehmens stellt sich die Frage nach einem adäquaten Antriebssystem. Zwar scheiden Elektroantriebe für die schweren Lkws aufgrund ihrer begrenzten Reichweite aus, doch das Unternehmen zeigt dennoch ein klares Bekenntnis zur Nachhaltigkeit. Mit einem Elektro-Van und einem Elektromotorrad im Fuhrpark demonstriert es seinen Willen, umweltfreundlichere Transportlösungen zu nutzen. Die Geschichte des Sand- und Natursteinwerks Lautzkirchen reicht weit zurück, bis zu seiner erstmaligen Erwähnung im Jahr 1693. Seit 1927 ist es ein Familienunternehmen mit einer wechselvollen Geschichte, das heute von der Familie Berchem-Trockle geführt wird. Trotz seiner Größe, mit rund 15 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von etwa drei Millionen Euro, bleibt das Unternehmen seiner Verpflichtung zum Naturschutz treu und setzt damit ein Beispiel für nachhaltiges Wirtschaften in der Region. ANZEIGE

RkJQdWJsaXNoZXIy NjQ0NDQ=