Rundschau St. Ingbert

DIE RUNDSCHAU –Februar 2024 10 Am Würzbach im St. Ingberter Stadtteil Oberwürzbach entsteht ein neues Retentionsbecken, das Wasser bei Starkregen- oder Hochwasserereignissen auffängt und später wieder ablaufen lässt und somit die Anwohner vor Überschwemmungen schützt. Wie weit der Klimawandel fortgeschritten ist, zeigt sich unter anderem an Dauerregen und Starkregenereignissen. Die Katastrophe, die sich vor etwa zwei Jahren im Ahrtal zugetragen hat, hat allen schmerzlich vor Augen geführt, dass Schutzmaßnahmen nötig sind – und zwar schnell. Im St. Ingberter Stadtteil Oberwürzbach wird daher der bisher ungenutzte Bolzplatz in der Talstraße zur Auffangfläche umgebaut. Baubeginn wird im März/April dieses Jahres sein; die Baukosten sind mit 90.000 Euro veranschlagt. Dazu wird ein Teil der Rasenfläche abgetragen und in Form von kleinen Wällen wieder aufgebaut. So kann sich extremes Wasservolumen auf der Fläche stauen und nach Abklingen des Regenwetters langsam wieder versickern. Der Platz selbst wird anschließend wieder grün und bei gutem Wetter als Rasenfläche nutzbar. „Wir haben ähnliche Retentionsflächen in St. Ingbert bereits am Kleberweiher, am Rohrbach und im Betzental gebaut. Darüber hinaus haben wir an diesen neuralgischen Punkten auch Messstationen installiert, mit denen wir die Pegelstände jederzeit anhand objektiver Daten überwachen können“, erklärt Gerd Lang von der Stabsstelle Umwelt. Oberhalb des Oberwürzbacher Tals am Römerweg werden derzeit zudem Entwässerungsgräben quer zum Hang angelegt, die das Wasser bei Bedarf auf andere Freiflächen ableiten. Zusammen mit der zusätzlichen Rückhaltefläche am im Tal gelegenen Bolzplatz entsteht so ein guter Schutz für die Oberwürzbacher Häuser. „Natürlich müssen die Hausbewohner auch selbst Schutzmaßnahmen für ihre Häuser treffen.Aber das haben die meisten Oberwürzbacher bereits getan“, lobt Ortsvorsteherin Lydia Schaar. Die Schutzmaßnahmen durch die Retentionsflächen in St. Ingbert wirken – das hat sich erst kürzlich bei dem Dauerregen Anfang Januar gezeigt. Für potenzielle Problemlagen floss das Wasser so gut ab, dass die Pegelmesser nicht einmal Meldestufe 1 vermeldeten. „Die zusätzliche Ablauffläche wird den Schutz für das durch die Tallage gefährdete Oberwürzbach nun kurzfristig noch weiter verbessern“, so Gerd Lang. Mit wachsamem Blick sucht er ständig nach weiteren Plätzen, in denen das Wasser auf natürliche Weise abfließen kann. So plant er unter anderem, überschüssigen Erdaushub vom Oberwürzbacher Bolzplatz ins Steckental zu befördern, um dort einen Wall für eine weitere Retentionsfläche zu bauen. SCHUTZVOR EXTREMEN REGENFÄLLEN UND HOCHWASSER Im Rahmen des freiwilligen Bundesprogrammes „Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen des Bundes“ errichtet die Deutsche Bahn im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums in St. Ingbert insgesamt fünf Lärmschutzwände mit einer Gesamtlänge von ca. 3.700 m bis Ende 2025. Beginnen werden die Bauarbeiten an der Wand 3 am Bahnhof St. Ingbert entlang der Rentamtstraße bis zur Hahnackerstraße sowie an der Wand 5, die entlang der Blieskasteler Straße bis zum Ortsausgang Ost verlaufen wird. Die Hauptarbeiten erfolgen nachts von 22.00 bis 5.00 Uhr jeweils von Sonntag bis Freitag in den Zeiträumen von Sonntag, den 08.01.2024, bis Montag, den 08.04.2024. In dem Zeitraum wird es teilweise zur Sperrung der Rentamtstraße kommen. Dafür wird eine Umleitung eingerichtet. Der Bau der weiteren drei Wände wird voraussichtlich ab 2025 erfolgen. Weitere Informationen wird die Bahn rechtzeitig bekannt geben. Für den Bau START BAU VON LÄRMSCHUTZWÄNDEN der Lärmschutzwände setzt die Bahn moderne und lärmgedämpfte Arbeitsgeräte ein. Beeinträchtigungen durch Lärm und Staub lassen sich während der Bauarbeiten leider nicht vermeiden. Die Bahn bittet um Verständnis. Weitere Informationen zum Thema Lärmschutz sind im Internet abrufbar unter: https://laermsanierung.deutschebahn. com/startseite.html https://bauprojekte.deutschebahn.com/ Die Bahn errichtet derzeit Lärmschutzwände an der Bahnlinie vom Bahnhof bis zur Hahnackerstraße. Foto: G. Faragone

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