Rundschau St. Ingbert

FROHEWEIHNACHTEN ST. INGBERT Liebe St. Ingberterinnen und St. Ingberter, majestätisch steht er auf seinem angestammte Platz vor der Engelbertskirche: Der St. Ingberter Weihnachtsbaum wurde vor dem alten Gefängnis geschlagen (die Bäume stellten aufgrund ihrer Größe eine Gefährdung dar) und bereits liebevoll geschmückt. Und schon ist es nicht mehr weit bis zum Fest. In vielen Haushalten wird fleißig gebacken, geschmückt und überlegt, was man seinen Liebsten schenken könnte. Zahlreiche St. Ingberter Geschäfte haben mit viel Engagement dafür gesorgt, dass ein vielseitiges Angebot für jeden Geschmack und Geldbeutel bereitsteht. Es lohnt sich also, den Weihnachtseinkauf ganz gemütlich im Lichterglanz der St. Ingberter Innenstadt zu tätigen. MancheWünsche sind lebensnotwendig Aber in dieser Zeit denken wir auch vor allem an die Kinder, denen es nicht so gut geht. Am Kinderwunschbaum finden Bürger die Wünsche benachteiligter Kinder, die sie gern erfüllen dürfen. Auch gibt es einen Verein, der sich mit den späten Opfern, und hier auch vor allem Kindern, des Viet-Nam-Krieges beschäftigt und mit großer Leidenschaft Geld und medizinischeArtikel für Kranken- undWaisenhäuer inViet-Nam sammelt. Helfen macht glücklich: Die Bilder der Überschwemmung aus demAhrtal haben wir alle noch gut vorAugen. Der Winter steht vor der Tür und viele Menschen dort haben kein Holz zum Heizen. So wurde ein Hilfskonvoi mit Brennholz aus St. Ingbert nach Ahrbrück organisiert – „St. Ingberter schicken Mut machende Grüße ins Ahrtal!“ Kultur und Bildung fördern Auch in puncto Kultur und Bildung ist viel los in St. Ingbert: Eine Kita wurde erweitert und eine andere Kita erhielt Lauf- und Fahrräder als Geschenk. An der Gemeinschaftsschule in Rohrbach wurde ein Schülerparlament gegründet, sodass die Schüler hier Mitsprache leben und Demokratie erleben können. Das Schülerforschungs- und Technikzentrum (SFTZ) wurde mit einem großzügigen Scheck bedacht und begrüßte hohen Besuch aus Korea. Außerdem gibt es Neuigkeiten von Albert Weisgerber: Der 1878 in St. Ingbert geborene Künstler war kein Kind von Traurigkeit, wie die kürzlich von der Albert-Weisgerber-Stiftung erworbenen, verschollen geglaubten Briefe bezeugen. Und ein Naturdenkmal ist zum Kunstobjekt geworden: Ein Team aus sieben Bildhauer*Innen erschuf den „Kleinen Stiefel“, der am Ensheimer Kreisel aufgestellt werden soll. Ob sich der Riese Kreuzmann wohl auch hier für ein Opfermahl niederlassen wird? Blick nach vorn und zurück inWirtschaft und Politik Die Mittelstadt entwickelt sich unablässig: Im alten Sinngebäude entstehen modernste Büroflächen, die Firma KettlerAlu-Rad feiert nur fünf Monate nach dem ersten Spatenstich auf dem ehemaligen Klebergelände bereits Richtfest und beim kommunalpolitischen Forum der KonradAdenauer-Stiftung tauschten sich Fachleute und Bürgermeister aus dem In- und Ausland über die Zukunft von Innenstädten aus. Auch dem Thema Holzmangel widmet sich die Stadt mit einer Idee, die für eine effiziente Versorgung mit heimischem Holz sorgt, für mehrere Beteiligte vonVorteil und sogar ressourcenschonend ist. Nicht zuletzt wirft Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer in einem Interview in dieser Ausgabe einen Blick zurück auf die ersten beiden Jahre seiner Amtszeit. Die Zukunft ist offen, aber eines ist sicher: DasWeihnachtsfest steht vor der Tür. Darauf bereiten sich die Bergleute traditionsgemäß mit der Mettenschicht vor, die am 18. Dezember im Besucherbergwerk Rischbachstollen öffentlich gefeiert wird. Und die Redaktion der St. Ingbert Rundschau wünscht Ihnen mit dem festlichen Titelbild FroheWeihnachten und einen guten Start ins neue Jahr! Innenstadt und Ortsteile sind jetzt weihnachtlich geschmückt. Foto: Maria Müller-Lang

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3 Natürlich aus St. Ingbert. Dem Tor zur Biosphärenregion. Dezember 2021 Natürlich für St. Ingbert. „Was soll ich nur schenken?“, ist eine der großen Fragen der Vorweihnachtszeit. Die Suche nach einemWeihnachtsgeschenk für jemanden, der bereits alles hat, oder nach dem perfekten Präsent für die Schwiegereltern kann einen schon zur Verzweiflung treiben. Doch es gibt eine Lösung: Geschenkgutscheine. Sie sind eine gute Alternative zu konkreten Geschenken, die im schlimmsten Fall umgetauscht werden müssen. Und noch einen Vorteil haben Gutscheine in Zeiten der Pandemie: Wer Kontakte vermeiden möchte oder muss, braucht nicht auf Präsente für seine Lieben zu verzichten. In St. Ingbert gibt es jetzt die St. Ingberter Stadtgutscheine. Die Gutscheine können sowohl digital als auch analog eingesetzt werden. Die Kunden können einen gewöhnlichen Kundengutschein aus Papier nutzen oder bequem in der App einen Gutschein von zu Hause aus bestellen,“ erklärt Julia Haberer-Settele vom Stadtmarketing St. Ingbert. Ein weiterer Vorteil: Das Geld bleibt in St. Ingbert. „Keep Local“ ist bereits in anderen saarländischen Städten vertreten. Die App ist VORWEIHNACHTSZEIT IST GESCHENKEZEIT für IOS und Android Endgeräte downloadbar. Die aktuellen Teilnehmer und weitere Informationen findet man auf: www.keeplocal.de REGIONALE PRODUKTE Wer seine Geschenke selbst kaufen möchte, findet in den zahlreichen St. Ingberter Fachgeschäften viele Möglichkeiten und vor allem garantiert für jeden Geldbeutel etwas. In Zeiten von Klimawandel, Umweltschutz und globalen Umdenkens heißt es regionale Kreisläufe zu stärken und zu fördern.Wieso also nicht einen regionalen Bezug bei Geschenken einbringen und lokale Erzeuger, Produzenten und Dienstleister unterstützen? Solche gibt es viele in St. Ingbert. Wo die schönsten Oasen der Ruhe mit den köstlichsten Kuchen und dem besten Kaffee zu finden sind, wusste das Magazin DER FEINSCHMECKER schon 2018: da nannte die Redaktion 525 herausragende Adressen in ganz Deutschland. Eine davon, nämlich das beste Café des Saarlandes ist in St. Ingbert Alexanders Patisserie. Seine Produk- Exquisite Weihnachtsgeschenke gibt es im Modehaus Van Terlaak in der Rickertstraße. Foto: Barbara Hartmann

DIE RUNDSCHAU –Dezember 2021 4 te sind individuell, handgemacht und aus besten Zutaten hergestellt. In derAdvents- und Weihnachtszeit gibt es eine große Auswahl an verschiedenen Schoko-Nikoläusen, Tee-Sorten und Gebäck. Für die Festtage können spezielle Weihnachtstorten und -törtchen gerne auch vorbestellt werden.Die Öffnungszeiten: Di - Fr 9.30 - 18.00, Sa 9.30 - 14.00, So 14.00 - 17.00 Uhr. Montag Ruhetag. Regionale Pfälzer Spezialitäten wie hausgemacht verspricht das Pfälzer Spezialitätenhaus in der Rickertstraße: Regionale Produkte, beste Qualität und faire Herstellung, darauf wird hier Wert gelegt. Beliebte Weine und Biere, Liköre, Chutneys, Gelees, Honig und Marmeladen, Tee und Gewürze, natürlich auch Saumagen und Wurstspezialitäten, aber auch Essig und Öle, klassisch schöne Servietten und vieles mehr zum Verschenken oder selbst Vernaschen. Passend zur Jahreszeit gibt es Maronen- oder Steinpilznudeln, ausgefallene Pestos und auch neuen Wein. Viele Produkte sind BIO oder VEGAN. Ein Großteil kommt aus kleinen pfälzischen Manufakturen und wird zumTeil noch von Hand hergestellt. Die Produkte werden liebevoll vom jungen Inhaber auch als Geschenk verpackt oder verschickt. Sie suchen ein exquisites Weihnachtsgeschenk für Ihre Partnerin oder Ihren Partner? Bei Van Terlaak Mode finden Sie für Sie und Ihn außergewöhnliche Bekleidung. Ganz sicher einer der Höhepunkte bei der Bescherung. Il Gattopardo – italienische Feinkost zu Weihnachten: Wer nach einem ausgefallenen kulinarischen Weihnachtsgeschenk sucht, wird beim Feinkosthändler für italienische Speisen und Getränke in der Rickertstraße sicher fündig. Das typische Weihnachtsgeschenk aus Italien, ein Kuchen, Panettone genannt, gibt es bei „Il Gattopardo“ in wunderschönen Geschenkverpackungen. Ganz frisches Olivenöl, direkt aus Sizilien, hausgemachte Kekse, zahlreiche weitere Spezialitäten und feine Getränke können in attraktiven Präsentkörben vorbestellt und gekauft werden. Wer lieber den Beschenkten entscheiden lässt, kann einen Gutschein erwerben, und wer sich beim Wein nicht entscheiden kann, kommt am 11. Dezember zwischen 13-18 Uhr zur kostenfreien Weinverkostung vorbei. Und wer einfach mal so vorbeischauen möchte, ist herzlich willkommen. Über Blumen und Wohndekor freuen sich alle an Weihnachten. Stadtbekannt für den guten Geschmack und trendige Styles ist der Stilwerk Conceptstore St. Ingbert in der Alten Bahnhofstraße.Advents- und Weihnachtsschmuck im nordischen Feine italienische Spezialitäten gibt es im Gourmet Shop in der Rickertstraße. Foto: Hartmann Geschmackvolle Weihnachtsdeko aus dem Stilwerk Conceptstore in der alten Bahnhofstraße. Foto: Hartmann

5 Natürlich aus St. Ingbert. Dem Tor zur Biosphärenregion. Dezember 2021 Natürlich für St. Ingbert. Stil ist 2021 angesagt. Skandinavische Gemütlichkeit für zu Hause mit Wohnaccessoires von Storefactory oder patentierte LED-Kerzen von uyuni. Kissen, Wohnplaids und natürlich Blumen. All das vereint Stilwerk Conceptstore in inspirierendemAmbiente. Wer freut sich nicht über trendige Modemarken unterm Weihnachtsbaum? In der beliebten Modeboutique „GaVonne“ in der Rickerstraße finden modebewusste Herren und Damen bestimmt etwas für Partner, Kinder, Freunde, Bekannte. Oder warum nicht einfach mal sich sich selbst beschenken? Guter Geschmack des GaVonne-Teams und eingehende, individuelle Beratung machen das Besondere dieses Bekleidungsgeschäftes aus. FAIRE PRODUKTE In St. Ingbert ist „fair einkaufen“ einfach. Im Weltladen erhält man ein breites Sortiment fair gehandelter Lebensmittel und außergewöhnliche Geschenke. Aber auch im BioFrischMarkt, im Unverpackt-Laden in der Alten Bahnhofstraße, der gerade sein einjähriges Jubiläum in St. ingbert feiert, im Reformhaus Escher und den großen Supermärkten sind Produkte wie Kaffee, Tee und Säfte zu finden. Fair gehanLeckere Weihnachtsgeschenke aus der Pfalz. Foto: Barbara Hartmann Wer freut sich nicht über köstliche Leckereien zur Adventszeit. Foto: Alexanders Patisserie delte Blumen für die Liebsten finden Interessierte bei Stielwerk, Blume 2000 und Blumen Martin auf Bestellung. Wer Produkte wie Kaffee und Tee direkt probieren möchte, wird in der St. Ingberter Gastronomie fündig. LEBENSMITTELEINKAUF VOR ORT Egal was zu Weihnachten geplant ist, für die passenden Zutaten muss keiner einen weiten Weg in Kauf nehmen. Alles, was benötigt wird, finden St. Ingberter dehemm in der Mittelstadt. In guter Qualität und am besten im Fachgeschäft. Egal ob Metzger, Bäcker, Supermarkt. Sie alle geben sich größte Mühe, ihre Kunden mit besten Produkten, einem besonderen Service und manchmal auch einem kleinen Extra zu beglücken. Und das auch selten teurer als im Discounter.

DIE RUNDSCHAU –Dezember 2021 6 NEUES AUS DER INNENSTADT . . . WEIHNACHTSGESCHENKE FÜR BENACHTEILIGTE ST. INGBERTER KINDER Viele viele Wünsche hängen jetzt wieder an den Kinderwunschbäumen im Friseurladen Ganster in der Alten Bahnhofstraße, im Friseurladen icut und bei Fashion Companies in der Fußgängerzone. Die Mitarbeiterinnen der Kleiderkammer des Deutschen Kinderschutzbundes hatten in den letzten WochenWünsche von St. Ingberter Kindern und Jugendlichen, denen es nicht so gut geht, gesammelt und auf Wunschzetteln notiert. Noch bis zum 20. Dezember hängen die kleinen Zettel dort und freuen sich auf zahlreiche Wunscherfüller. Den Organisatoren des Kinderschutzbundes war es wichtig, dass es sich dabei wirklich um Herzenswünsche der Kinder handelt, um Spielsachen für die Kleineren oder einen Kleiderwunsch für die Größeren. Die Wünsche können jetzt von der Bevölkerung erfüllt werden. Einfach einen Zettel vom Baum abnehmen und das schön verpackte Geschenk, gerne noch aufgefüllt mit etwas Weihnachtlichem, im Friseurladen Ganster wieder unter den Weihnachtsbaum lede Messe hatte ihre eigenen Herausforderungen. Welche? Können Sie uns darüber ein bisschen erzählen? Die 40.Messe als Jubiläumsmesse, sowie die 41. Messe in Verbindung mit 100 Jahre Handel & Gewerbe St. Ingbert. Die 42. Messe war komplett ausgeplant, bevor kurz vor der Durchführung das Aus von Amtswegen wegen den verschärften Corona-Maßnahmen kam. Besonders in Erinnerung bleibenmir die 43. Messe, meine erste Messe die ich eigenverantwortlich durchführen durfte, sowie die 37. Messe mit erstmals über 200 Ausstellern. Die 43. Messe, meine letzte Messe die unter Corona-Bedingungen stattfand, stellte mich, aber auch die Aussteller und Besucher vor besondere Herausforderungen. Abschließend kann man aber sagen, dass diese Messe in diesem besonderen Format, auch mit weniger Ausstellern und Besuchern als in denVorjahren ein Erfolg war. Was ist Ihre Meinung: Wohin entwickeln sich Verbrauchermessen wie die Ingobertusmesse in Zukunft? Verbrauchermessen werden auch in den kommenden Jahren ihren Platz im Bereich der Präsentation vonWaren und Dienstleistungen haben. Die vergangenen Messen haben gezeigt, dass die Kunden den persönlichen Kontakt und die persönliche Beratung mit Blick in die Augen des Anbieters immer noch suchen und schätzen. Für die Aussteller ist, neben vielen anderen Werbemaßnahmen, die Teilnahme an einer Messe immer noch die beste Gelegenheit, ihr Unternehmen und ihr Leistungsspektrum zu präsentieren. Es gibt aber auch den Trend zu reinen Themenmessen wie zum Beispiel, Bauen und Wohnen oder Reisen und Wellness usw. Haben die Messen den Menschen Jörg Benz verändert? Nach 33 Dienstjahren als Berufsoffizier in der Bundeswehr war die Leitung einer Verbrauchermesse schon eine andereWelt und eine neue Herausforderung für mich. Als Betriebswirt mit jahrelanger Erfahrung im Bereich Projektmanagement hat mich die Planung und Durchführung der Messe von Anfang an begeistert, so dass ich die Messe bis zum Schluss mit sehr viel Herzblut und Freude organisiert habe. Und was planen Sie für Ihre persönliche Zukunft? Mit meiner letzten Messe geht für mich wieder ein Lebens- und Berufsabschnitt zu Ende. Es war eine schöne und interessante Zeit. Ich bin froh, dass die Messe in diesem Jahr trotz der Auflagen stattfinden konnte und ich noch die Gelegenheit hatte, mich von den jahrelangen Wegbegleitern wie den Ausstellern, den Partnerfirmen und den Mitarbeitern der Stadtverwaltung zu verabschieden und mich für die gute Zusammenarbeit zu bedanken. Mein besonderer Dank gilt auch dem Vorstand Handel & Gewerbe, der von Anfang an das Vertrauen in mich setzte, dass ich die Ingobertus-Messe in ihrem Sinne selbständig und eigenverantwortlich planen und durchführen durfte. Und nicht zu vergessen meinen ganz besonderen Dank an meine Messeassistentin Petra Scholl. Da ich mich noch zu jung fühle, meiBald werden sich wieder Geschenke unter dem Christbaum für benachteiligte Kinder in St. Ingbert sammeln. Foto: privat gen.Wichtig:Der Zettel, der amChristbaum hing, muss auf das Geschenk geklebt werden, um es richtig zuordnen zu können. Die Geschenke werden dann kurz vor Weihnachten vom Kinderschutzbund an die Kinder und Jugendlichen überreicht. Und eines ist sicher:Die Kinderaugenwerden glänzen. AUF DEMWEG IN DEN RUHESTAND Jörg Benz ist seit Jahren DAS Gesicht der Ingobertusmesse. Jetzt geht er in den wohlverdienten Ruhestand. Wir sprachen mit ihm über die letzten Jahre und die Zukunft. Herr Benz, wie lange haben Sie für den Verein Handel & Gewerbe die Ingobertusmesse organisiert? Die 43. Ingobertus-Messe 2021 war die zehnte Messe, die ich für Handel & Gewerbe organisieren durfte. Deshalb hat es mich besonders gefreut, dass meine letzte Messe nach zehn erfolgreichen Jahren trotz Corona stattfinden konnte. Was hat sich in diesen Jahren verändert? Keine Messe war wie die andere, jeMesseleiter Jörg Benz geht in den Ruhestand. Foto: Frank Leyendecker

7 Natürlich aus St. Ingbert. Dem Tor zur Biosphärenregion. Dezember 2021 Natürlich für St. Ingbert. Die Unternehmerin des Monats Dezember ist Sabine Lenhart. Foto: Frank Leyendecker hier auf Anhieb wegen der Offenheit und Freundlichkeit der St. Ingberter willkommen und wohl gefühlt. Schnell hatte sie sich eingelebt und St. Ingbert wurde zu ihrer Heimat. Sabine Lenhart schätzt nicht nur die Herzlichkeit der St. Ingberter, sondern auch die kurzen Wege, sei es in das Stadtzentrum oder ins Umland und insbesondere die allgegenwärtige Natur rund um St. Ingbert. Für die Unternehmerin ist St. Ingbert einfach eine herrlich schöne Stadt mit vielen tollen Möglichkeiten. Mit so einer tollen Möglichkeit begann im Juli 2015 für Sabine Lenhart mit ihrer kleinen, aber feinen GenussManufaktur „LuxusGut“ eine aufregende, turbulente, aber auch anstrengende und mittlerweile sehr erfolgreiche Reise als Unternehmerin. Im Jahr 2016 wurde die GenussManufaktur Partner des Biosphärenreservates Bliesgau und zeitlich parallel erfolgte auch die Biozertifizierung, als besondere Herausforderung für einen Betrieb dieser Größenordnung. 2017 war Sabine Lenhart auch klar, dass die Manufaktur noch gerne Saarland Genuss Partner der Tourismuszentrale des Saarlandes werden möchte. Diese Partnerschaft kam durch eine Bewerbung der Manufaktur mit dem regionalen und nachhaltigen Konzept mit Erfolg zustande.Mit Stolz arbeitet Sabine Lenhart sehr gerne und erfolgreich mit diesen zwei starken und zuverlässigen Partnern zusammen. In der St. Ingberter GenussManufaktur „LuxusGut“ entsteht mit viel Kreativität, Leidenschaft und in sorgfältiger Handarbeit eine Auswahl von über mittlerweile 80 außergewöhnliche Feinkost-Leckereien. Bei der Herstellung spielen selbstverständlich Nachhaltigkeit, Regionalität, Bioqualität und insbesondere der Verzicht auf künstliche Zusatz- und Konservierungsstoffe eine große Rolle. Sie ist nicht nur Produzentin ihrer eigenen LuxusGut-Produktvielfalt, sondern auch Produzentin für andere Genusspartner unter deren Label. In den Regalen der GenussManufaktur findet man ein umfassendes Potpourri an Feinkost-Leckereien von süß bis herzhaft, würzig oder salzig, mild bis scharf, die jeden Gourmetgaumen erfreuen. Nicht nur direkt in der Manufaktur kann man bei „LuxusGut“ einkaufen, sondern auch samstags auf dem wunderschönen St. Ingberter Wochenmarkt oder auch 24/7 im Online-Shop. ne Freizeit nur noch mit Sport, Reisen und Gartenarbeit zu verbringen, werde ich auch in Zukunft noch als Dozent und Ausbilder im BereichArbeitssicherheit tätig sein. UNTERNEHMER DES MONATS Nicht-St. Ingberter sehen die Stadt häufig ganz anders als die Einheimischen. Das fällt auf! Während Bewohner der Mittelstadt vieles hier als selbstverständlich betrachten, zeigt ein Blick von außen ein ganz anderes Bild. Der Verein Handel und Gewerbe St. Ingbert (HGSI) e. V. hat Unternehmer und Unternehmerinnen gefunden, die von St. Ingbert als Stadt begeistert sind. In einer kleinen Serie stellen wir solche vor. In dieser Ausgabe: Sabine Lenhart. 1998 zog Sabine Lenhart von Rodalben aus der Pfalz der Liebe wegen nach St. Ingbert. Sie hatte sich nicht nur in einen St. Ingberter, in ihren Ehemann Frank Lenhart verliebt, sondern auch in das schöne Städtchen St. Ingbert. Sabine Lenhart hat sich

DIE RUNDSCHAU –Dezember 2021 8 rene untertägige Schicht vor Weihnachten bezeichnet. Der Name nimmt Bezug auf die folgende Christmette. Der Steiger beendete diese Schicht vorzeitig mit einem analogen Signalschlagen am Schacht, mit dem er die Bergleute, wie man sagt, herausklopfte. Anschließend hielt er im Zechengebäude, das reichlich geschmückt war, eine Art Predigt. Durch das Singen von Bergmannsliedern, wie z.B. dem Steigerlied, bedankten sich die Bergleute für den Bergsegen (Bodenschätze, Kohle). Ein einfaches typisches Essen beendete die Schicht. Die Idee der Mettenschicht wurde ausgehend vom Erzgebirge von vielen Besucherbergwerken zur Gestaltung einer von bergmännischem Brauchtum geprägten Weihnachtsfeier aufgegriffen. Häufig im Bergwerk selbst. Zur diesjährigen traditionellen Mettenschicht lädt der Verein Besucherbergwerk Rischbachstollen e.V. herzlich am Samstag, 18.12.2021 ab 15 Uhr ins Besucherbergwerk ein. Freuen Sie sich auf eine neue Atmosphäre auf dem weihnachtlich geschmückten Außengelände. Erkunden Sie die Festzelte, die beheizte Tagesstrecke und denWeihnachtsmarkt im Zechensaal. Genießen Sie das Programm, das die engagierten Bergwerkfreunde auf der Freiluftbühne zusammengestellt haben. Mitwirkende sind unter anderem der Musikverein Rentrisch und die Gesangsgruppe Quartetto 16. Als besonderer Höhepunkt spielt die Band „The Earls“, die von 19 Uhr bis 22 Uhr garantiert für Stimmung sorgen wird. Zusätzlich finden um 16 Uhr und 17 Uhr im Stollen an der heiligen Barbara zwei Andachten statt. Schirmherrin der Veranstaltung ist Herdis Behmann, die erste Vorsitzende Auf den Spuren von Albert Weisgerber in der Innenstadt. Foto: Hartmann Klein und Groß können im Rahmen einer Führung in den Rischbachstollen einfahren. Foto: Hartmann Wie die Innenstädte der Zukunft aussehen könnten, wurde international in St. Ingbert diskutiert. Foto: Jürgen Bost STADTRUNDGANG Auf Weisgerbers Spuren durch das königlich-bayerische St. Ingbert“ am 18.12.2021 von 10 Uhr bis 12 Uhr Unter dem Motto „Auf Albert Weisgerbers Spuren durch das königlich-bayerische St. Ingbert“ führt dieser Rundgang entlang der Biographie des Künstlers zu allerlei markanten Stationen, aber auch eher verborgenen Winkeln. Er erschließt, dem Lebenslauf des Künstlers folgend, den Pioniergeist der Gründerzeit, das Lebensgefühl der Jahrzehnte zwischen Reichsgründung und Kriegsbeginn sowie die künstlerischen Strömungen der „Belle Epoque“, an denenWeisgerber maßgeblichen Anteil hatte. In seltener Geschlossenheit erhaltene Bürgerhäuser, Fabrikanlagen und Gotteshäuser stehen dabei ebenso auf dem Programm wie Bruderkrieg und Alltagsleben, Kaiserkult und Klassenkampf: verblüffende Einblicke und ungewöhnliche Ausblicke inklusive. DieTeilnahme ist kostenlos, aber nur durch vorherigeAnmeldung möglich mit Angabe des Namens, Adresse und Telefonnummer der jeweiligen Teilnehmer unter tourismus@st-ingbert.de oder 06894-13 737. Es gelten die aktuellen Corona Verordnungen! TRADITIONELLE METTENSCHICHT 2021 Die Mettenschicht ist ein alter bergmännischer Brauch aus den protestantischen Erzbergwerken. So wird die letzte verfahder SPD Rohrbach. Selbstverständlich gelten an diesem Tag auch die aktuellen Corona Maßnahmen der Landesregierung, die kontrolliert werden. ZUKUNFTSRAUM INNENSTADT Lebendig und lebenswert?! „Die Zukunft der Innenstadt in Deutschland als stationärer Handelsstandort ist eng verzahnt mit der Veränderung des Kaufverhaltens der Konsumenten. Soziale, wirtschaftliche und technologische Veränderungen werden zu Verschiebungen innerhalb der Konsumentengruppen und gleichzeitig zum Entstehen neuer Konsumententypen führen“, so die Studie der FutureManagementGroup (FMG) „Die Zukunft der Innenstadt als stationärer Handelsstandort - Szenarien für das Jahr 2030“. Die Innenstadt bleibt als stationärer Handelsstandort attraktiv, wenn sie sich weiterentwickelt“, so die Herausgeber. Das sahen auch die Teilnehmenden des kommunalpolitischen Forums der KonradAdenauer-Stiftung so und tauschten sich über St. Ingbert im Beckerturm über die Zukunft von Innenstädten aus. Dabei gibt es unterschiedliche Ansatzpunkte: St. Ingbert engagiert sich dafür, dass zahlreiche Neuansiedlungen in der Innenstadt Kunden für Handel und Gastronomie mit sich bringen. Ein besonderes Augenmerk wird hier auf den Verkehr gelegt: „Wir machen eine Verkehrspolitik, die alle Verkehrsteilnehmer berücksichtigt, PKW, Fahrräder, ÖPNV und Fußgänger“, so Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer. Anders agiert Wien. Die Stadt möchte den Autoverkehr eindämmen. Außerdem gibt es da die Initiative „Grätzloasen“. Bürger machen Vorschläge für zeitlich begrenzte Aktionen und Projekte in der Innenstadt. Gemeinsam mit der Verwaltung und den Anwohnern werden diese geplant und durchgeführt. Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Kultur- und Startup-Szene sowie den Hauseigentümern erhofft sich auch Dr. Carsten Meier, Geschäftsführer der IHK im Saarland. Innenstädte müssten zudem nachhaltiger, smarter und agiler werden. Viele Ideen also, die teilweise gar nicht so schwer umzusetzen sind. Der Einkauf in der Innenstadt muss zum „Erlebniseinkauf“ werden, der Besuch der City durch Angebote wie Logistikangebote, Kinderbetreuung, Kommunikationsmöglichkeiten und originelle Verkaufsaktionen attraktiver gestaltet werden.Viel Arbeit und gute Ideen, die die Akteure in St. Ingbert gerne gemeinsam umsetzen werden. KETTLER ALU-RAD FEIERT RICHTFEST AUF DEM KLEBER-AREAL Die zukünftige Produktionsstätte von KETTLER Alu-Rad auf dem ehemaligen Klebergelände in St. Ingbert nimmt Gestalt an. Die Rohbauten des Verwaltungsgebäudes, der Produktionshalle und des Hochregallagers sind errichtet. Im Inneren beginnen die Ausbauarbeiten. Vor fünf Monaten gaben die Bauherren der Zweirad-Einkaufs-Genossenschaft EG (ZEG) und von KETTLER-Alu Rad den Startschuss beim Spatenstich für die neue Fahrradproduktionsstätte. Vergangene Woche feierten die Bauherren, Handwerker, Bauunternehmer sowie alle Beteiligten Richtfest auf der ehemaligen Industriebrache.

9 Natürlich aus St. Ingbert. Dem Tor zur Biosphärenregion. Dezember 2021 Natürlich für St. Ingbert. Das neue KETTLER-Werk wird eine der modernsten Fahrrad- und E-Bike-Produktionsstätten in ganz Europa sein. Zudem wird St. Ingbert der neue Firmensitz des Fahrradproduzenten sein. Der Projektentwickler S.N.E.L. aus Saarbrücken verantwortete den Rückbau der ehemaligen Kleberhallen und die Konversation zu einem neuen zukunftsorientierten Industriestandort. Als Generalunternehmer verantwortet die Firma LIST Bau aus Nordhorn den gesamten Bauablauf. Der Geschäftsführer der KETTLER AluRad GmbH Egbert Hageböck stellte in seiner Ansprache den Verlauf des Projekts dar: „Im Dezember 2020 erteilten wir den Auftrag für den Bau einer neuen Fahrradproduktionsstätte. Bereits im März 2021 genehmigte die Stadt St. Ingbert, unter Leitung von Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer, die Baugenehmigung, sodass am 10.05.2021 der offizielle Spatenstich erfolgte. Das Richtfest wurde am 28.10.2021 gefeiert. Im kommenden Frühjahr planen wir die Fertigstellung und den Einzug in das neue Werk. Von Auftragsvergabe bis zur Fertigstellung dauert das Projekt weniger als 1,5 Jahre, was als absolute Top-Leistung zu sehen ist.“ Der Geschäftsführer dankte allen Beteiligten für die reibungslose Zusammenarbeit und die Einhaltung des Zeitplans. Zudem lobte Egbert Hageböck Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer und das Team der Stadtverwaltung für die geleistete Arbeit: „Dieses Projekt zeigt, dass in Deutschland ehrgeizige Projekte vorangetrieben werden können, wenn die Politik das möchte.“ Oberbürgermeister Ulli Meyer überbrachte den Verantwortlichen von Alu-Kettler Rad ein „Geschenk“. Der Ortsrat St. Ingbert hatte in seiner Sitzung im Oktober beschlossen, dass die Straße umbenannt haft oder auf Zeit anmieten. Dazu werden Besprechungs- und Veranstaltungsräume bereitgestellt, die von allen gemeinsam genutzt werden“, erklärt Ralf Jung von der St. Ingberter Firma Incredible Base, die die Büroräume im Gebäude vermietet und verwaltet. Die beiden unteren Etagen werden offen und licht gestaltet und sind durch eine geschwungene Treppe in der Raummitte miteinander verbunden. Die Straßenfront wird – ganz in der Tradition des ehemaligen Verkaufsraums – mit Glas gestaltet, sodass vorübergehende Bürger sehen können, welche Firmen im Inneren arbeiten. Im Begrüßungsbereich mit CaféTresen werden Besucher willkommen geheißen. „Das Konzept richtet sich vor allem an Startups, die in der ersten Phase ihrer Finanzierung unterstützt werden sollen“, fährt Jung fort. „Aber auch Unternehmen, die z. B. ihren Mitarbeitern im Homeoffice ein Büro bereitstellen möchten, oder Freiberufler, die kurzfristig einen Arbeitsplatz benötigen, können sich hier einmieten.“ Größe und Ausstattung der Arbeitsplätze sowie Mietdauer sind flexibel. Der integrierteVeranstaltungsraum ist frei buchbar und im Sommer können „Coworker“ der unterschiedlichsten Branchen auf der rückwärtigen Terrasse untereinander Kontakte knüpfen. Büroräume für den CISPA Campus Weitere drei Etagen sind bereits per Vertrag an den CISPA Campus vermietet. Hier entstehen größtenteils Einzelbüros, die durch Flure verbunden sind, sowie Besprechungs- und Aufenthaltsräume. Auf den angebauten Terrassen auf der Gebäuderückseite können Pausenzeiten angenehm genutzt werden. Die vierte Etage des Gebäudes ist neu entstanden, wurde also auf das Dach des alten Gebäudes aufgesetzt. Von hier aus haben die Büronutzer einen wunderbaren Blick über St. Ingbert, in Hinterhöfe traditioneller Bürgerhäuser und über die Wälder rund um St. Ingbert. Das gesamte Gebäude wird Platz für ca. 100 Büroplätze bereitstellen. Für Parkmöglichkeiten der Nutzer wird im Tiefgeschoss gesorgt. Weitere Pläne für dasWoolworth-Gebäude Auch im alten Woolworth-Gebäude werden in Kürze Bauarbeiten starten. Geplant ist, dass in der unteren Etage nach dem Umbau Verkaufsraum für Woolworth entsteht. Dieser wird jedoch etwas kleiner sein als bisher, sodass am Übergang zum Bürogebäude ein Gastronomiebereich in einem zeitgemäßen Konzept entstehen wird. Die oberen Etagen werden zuWohnraum umgestaltet. Der Bauantrag ist bereits gestellt. Bei rechtzeitiger Genehmigung wird von einem Baubeginn Anfang 2022 ausgegangen. Richtige Strategie für eine belebte Innenstadt „Das Sinn-Gebäude war früher das Herz der Unterstadt und drohte nach der Schließung des Geschäfts zu verkommen. Das neue Bürokonzept erweckt diesen Teil der Kaiserstraße zu neuem Leben. Es kommen Berufstätige und Unternehmen nach St. Ingbert, die hier auch einkaufen und das gastronomischeAngebot nutzen“, bekräftigt Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer. „Da der großflächige Handel in der Zukunft immer weiter zurückgehen wird, ist dies ein Musterbeispiel für positive Impulse. Mit St. Ingbert als IT-Stadt und dem erweitertenAngebot an Büroräumen verfolgen wir hier die richtige Strategie, damit unsere Innenstadt belebt bleibt und Handel und Gastronomie weiter florieren.“ Im ehemaligen Sinn-Gebäude schreitet der Ausbau zu einem modernen Büro und Coworking-Space voran. Foto: G. Faragone wird. Zukünftig heißt die Kleberstraße Heinz-Kettler-Straße. Die Personalrekrutierung für das neue Werk in St. Ingbert läuft auf Hochtouren. 100 Neueinstellungen sind in der nächsten Zeit geplant. Bewerbungen können direkt an KETTLER Alu-Rad gerichtet werden (bewerbungsaar@kettler-alu-rad.de ). Bis zu 350 neue Arbeitsplätze sollen am neuen Produktionsstandort entstehen. ALTES SINN-GEBÄUDE WIRD ZU MODERNEM BÜRO- UND COWORKING-SPACE Das alte Sinn-Gebäude hat seit der Schließung des Bekleidungsgeschäfts bereits verschiedene Geschäfte beherbergt, drohte jedoch zu verfallen. Nun wird es zu einem hochmodernen Bürogebäude umgearbeitet. Seit Juni 2021 wird hinter der Bauverkleidung des alten „Sinn“ unter Hochleistung gearbeitet. Das Bauende ist für Juni 2022 geplant. „Wenn alles nach Plan läuft, ist das auch realistisch“, freut sich Architekt und Bauherr Gerlando Giarrizzo. Sein Unternehmen hat das Sinn-Gebäude und das angrenzende Woolworth-Gebäude erworben und baut es zu einem Komplex aus, der neuen Schwung nach St. Ingbert bringen wird. Flexibles Coworking-Space Im Sinn-Gebäude werden die beiden unteren Etagen als sogenanntes Coworking-Space eingerichtet. „Hier können Freiberufler und Unternehmen Büroplätze im Großraum oder Einzelbüros dauerDas Fahrradwerk Kettler nimmt schnell seine Form an und feierte vor kurzem Richtfest. Foto: Stadt St. Ingbert

DIE RUNDSCHAU –Dezember 2021 10 Vor Kurzem jährte sich die Amtszeit von Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer zum zweiten Mal.Was ist in den letzten zwei Jahren in der Stadt passiert? Wie hat sie sich weiterentwickelt? Wir sprachen mit dem OB. Herr Dr. Meyer, wie geht es Ihnen nach den ersten zwei Jahren? Sehr gut. Ich bin immer noch jeden Tag überrascht, wie vielfältig diese Aufgabe ist, und freue mich aufs Büro und mein Team, mit dem ich sehr gut zusammenarbeite. Worauf sind Sie besonders stolz bei dem, was Sie bisher geschaffen haben? Ich freue mich zuerst einmal, dass wir so Vieles gemeinsammit denAkteuren schon angestoßen haben. Beim Thema Bildung beispielsweise sind wir beim neuen Bildungscampus Ludwigschule schon weit in der Planung vorangeschritten. Genauso beim Neubau der KITAs im Schmelzerwald und in Rohrbach.Ähnlich sieht es bei anderen Bildungseinrichtungen aus, die ausgebaut bzw. saniert werden oder umziehen. Sie haben immer für ein sicheres St. Ingbert geworben.Wie sieht es heute mit der Ordnung und Sicherheit in der Stadt aus? Sie haben Recht, da haben wir schon viel erreicht. Neben dem Ausbau des kommuZWEI JAHRE AMTSZEIT OB DR. ULLI MEYER: EINE BILANZ nalen Ordnungsdienstes und einer Sicherheitspartnerschaft mit der hiesigen Polizei, machen wir die Feuerwehr für Extremwetterereignisse fit. Das schon gute Sirenen-Warnsystem modernisieren und bauen wir kontinuierlich aus. Eine Müllfeuerwehr und eine Mülldetektivin sorgen schon seit Anfang des Jahres dafür, dass das Müllproblem in St. Ingbert klein bleibt, im Idealfall gar nicht erst entsteht. In die verschiedenen Standorte der Feuerwehr investieren wir derzeit viel, damit diese jederzeit einsatzbereit sind – zum Schutz undWohl Bevölkerung. St. Ingbert ist Biosphären- stadt. Das Thema Umwelt sollte auch Priorität haben! Das Thema Umwelt ist mir sehr wichtig: Innerstädtische Biotope und Schutzinseln wie die Pfuhl- und die Fideliswiese wurden weiterentwickelt, genauso die Gustav-Clauss-Anlage. Mit einer Neuordnung des Innenstadt-Verkehrs und den damit verbundenenVeränderungen in der Innenstadt wird die Autostadt St. Ingbert Schritt für Schritt zu einer Stadt, in der alle Verkehrsteilnehmer gleichrangig behandelt werden. Mit unserem Waldentwicklungskonzept, bei dem uns ehrenamtliche Experten unterstützen, sind wir ebenfalls auf einem gutenWeg. Der Erfolg einer Stadt wird häufig amWirtschaftswachstum gemessen.Was können Sie da schon vorweisen? Ich möchte St. Ingbert als Herz der IT im Saarland weiterentwickeln. Das benötigt einen langen Atem. Die zwei Jahre haben aber bereits gereicht, sehr erfolgreiche IT-Unternehmen wie abat+, Daimler-Protics, das Forschungszentrum CISPA mit seinen Ausgründungen und zusätzlich Großunternehmen wie Kettler Alu-Rad sowie die Lidl-Verwaltung in St. Ingbert anzusiedeln. Neue Unternehmen und Arbeitsplätze bedeuten aber auch weitere Einwohner und dazu notwendiger neuer Wohnraum. Wo kommt dieser her? Beim Thema Wohnen arbeiten wir parallel an mehreren Projekten: Beim Wohnraumflächenentwicklungskonzept „Grünes und Lebendiges St. Ingbert“ suchen wir nach Erweiterungen bestehender Wohngebiete. Wir möchten weiterhin alte Gebäude in der Innenstadt sanieren und neugestalten, das WVD-Gelände und der baldige Abriss des Alten Hallenbades schaffen zusätzliche Wohnflächen, auch für sozialen Wohnraum. In Rentrisch werden wir auf Wunsch des Ortsrates ein kleines Neubaugebiet „Im Kirschgrund“ entwickeln, in Rohrbach im Bereich der TGHalle. Gemeinsam mit der Kreissparkasse Saarpfalz bieten wir ein Beratungsprogramm zur Finanzierung von Wohnraum für kleinere und mittlere Einkommen an. „ “ Das alles klingt gut, kostet aber viel. Wo möchten Sie sparen? Wir werden beispielsweise in der Verwaltung sparen. DieAbläufe werden vor allem für die Bürgerinnen und Bürger, digitalisiert, automatisiert und damit einfacher. Ein Teil des Rathauses wird in die Baumwollspinnerei umziehen. Dort können wir dann endlich auch das Albert-WeisgerberMuseum wiedereröffnen. Durch die Nutzung der beiden Organisationen werden durch gemeinsame Effekte Gelder eingespart. Eine großangelegte Sanierung des Rathauses umgehen wir und verhindern eine teure Zwischenlösung für den Umzug der Verwaltung, während einer langwierigen Sanierung des Rathauses. Wenn Sie auf die beiden Jahre zurückschauen, was gefällt Ihnen am besten? Zweifelsohne der Zusammenhalt und das Engagement in der Corona-Pandemie: Da hat jeder St. Ingberter angegriffen und angepackt, wo Not war. Ob als Aushilfe in der Pflege oder im Krankenhaus, bei der Versorgung von älteren und kranken Menschen mit Lebensmitteln, bei der Initiative „St. Ingbert hilft“ oder der Maskenverteilung an alle Haushalte, in vielen Bereichen haben viele Menschen unterschiedlich gewirkt und sich eingebracht. Niemand wurde in dieser schweren Zeit alleine gelassen. Dieses Engagement und der Zusammenhalt der St. Ingberter macht mich stolz. Die Stadtverwaltung und Stadtmarketing St. Ingbert sagen den großenWeihnachtsmarkt in der St. Ingberter Fußgängerzone ab. Dieser sollte amWochenende des 4. Advent stattfinden. Die Absage wurde gemeinsam mit den St. Ingberter Vereinen in einer Videokonferenz mit dem Oberbürgermeister getroffen. Die stark ansteigenden Infektionszahlen und die daraus resultierende unklare Infektionslage in den nächsten Wochen machen eine weitere Planung unmöglich. Auch die Ortsteile Hassel und Oberwürzbach sagen die geplanten Weihnachtsmärkte ab. Für all diejenigen, die noch handgefertigteWeihnachtsdekoration oder ein besonderesWeihnachtsgeschenk suchen, gibt es im Advent auf der Oberwürzbacher Website www.oberwuerzbach.de wieder einen „virtuellenWeihnachtsmarkt“. ABSAGE DER WEIHNACHTSMÄRKTE IN ST. INGBERT, HASSEL UND OBERWÜRZBACH Gut gelaunt blickt Dr. Ulli Meyer auf die ersten beiden Jahre seiner Amtszeit zurück. Foto: Stadt St. Ingbert

11 Natürlich aus St. Ingbert. Dem Tor zur Biosphärenregion. Dezember 2021 Natürlich für St. Ingbert. Sägewerk verkauft St. Ingberter Holz im Kontingent an heimische Handwerker Scharf bläst der Wind auf der höchsten Stelle des Kahlenbergs und dringt in jede Ritze der warmen Jacke. Im strahlenden Sonnenschein rascheln die letzten bunten Blätter auf den Bäumen und der Duft des Herbstwaldes weht durch den Wald. Ein romantisches Bild, wüsste man nicht, dass der Wald mit seinen Bäumen ein Wirtschaftsgut ist, dass derzeit sehr knapp ist. Holz – und vor allem Bauholz – ist sehr teuer geworden. „Aber die größten Sorgen machen uns die langen Lieferzeiten“, erklärt Dachdeckermeister Jochen Gries. Seit geraumer Zeit soll vorrangig sogenanntes zertifiziertes „Konstruktionsvollholz“ (KVH-Holz) für bestimmte Bauzwecke verwendet werden, glatt gehobeltes und getrocknetes Holz ohneAstlöcher, das sehr stabil ist. Bauholz – hohe Preise und geringe Verfügbarkeit „Aber die kleinen Sägewerke wie unseres können dieses Holz nicht schneiden“, klagt Sägewerkbesitzer Sebastian Baus aus Lambsborn. Sein Unternehmen, das im Familienbesitz vom Urgroßvater als Wagnerei betrieben wurde, dann zur Zimmerei wurde und heute ein modernes Sägewerk ist, bekommt nicht genügend Holz, da dies meist an die großen Sägewerke oder ins Ausland verkauft wird. Damit ist der Preis für Holz zum Jahresanfang extrem gestiegen, wobei der Mehrwert nicht bei den Holzbesitzern, Holztransporteuren, Sägewerken und Handwerkern ankommt. Doch die Nachfrage der Handwerker, die auch sogenanntes Schnittholz verwerten können, ist groß. Schnittholz ist ebenfalls ein hochwertiges Baumaterial, das z. B. in der Zimmerei und beim Dachbau eingesetzt wird. „HOLZGIPFEL“ IN ST. INGBERT nun der Stadt, dem Sägewerk und den heimischen Handwerkern zugute. Und es gibt noch einen weiteren Vorteil, wie Melanie Fritsch vom Geschäftsbereich Wirtschaft der Stadt erklärt: „Der Abfall der Sägerei, also die Hackschnitzel, ist vorgesiebt und hat genau die passende Größe für unser Biomasse-Heizkraftwerk.“ Die Hackschnitzel kehren also wieder nach St. Ingbert zurück, um im HolzhackschnitzelHeizkraftwerk der Biosphären Stadtwerke St. Ingbert auf demDrahtwerke NordAreal (DNA) verbrannt zu werden. Über dieses Heizkraftwerk wird das DNA-Gelände effizient mit Wärme versorgt. Außerdem sind das Rathaus, die Ingobertushalle, die Stadthalle, die Feuerwehr und die Albertus-Magnus-Schulen über eine Fernwärmeleitung angeschlossen. So schließt sich der Wertstoffkreislauf. Win-Win-Situation – Kooperation zwischen Sägewerk und Stadt Obwohl sich die Preise für Holz seit dem Sommer wieder etwas erholt haben, besteht nach wie vor ein großer Handlungsbedarf, um die örtlichen Handwerker, Baubetriebe und Bauherren mit Baumaterial zu versorgen. Die Stadt St. Ingbert hat sich vor einigen Monaten mit allen Betroffenen zu einem „Holzgipfel“ getroffen, um die Lage zu erörtern und Lösungen zu erarbeiten. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Nach einigem Suchen hat sich das Sägewerk Baus zu einer Kooperation mit der Stadt bereiterklärt. Es übernimmt in „Kommission“ 25 Festmeter Holz aus dem St. Ingberter Stadtwald. „Das Holz stammt von Bäumen, die im Sommer stark vom Borkenkäfer befallen waren und daher schnellstens geerntet werden mussten, jedoch noch eine hohe Qualität als Bauholz aufweisen. Für diese Idee mussten also keine Bäume gefällt werden“, erklärt Förster Michael Weber. Das Holzkontingent steht den St. Ingberter Unternehmen im Sägewerk Baus zum Kauf zur Verfügung. Sie können ihren Bedarf anmelden und Schnittholz zu stabilen Preisen abrufen. „Es sind die kleinen Schritte, mit denen wir die heimische Holzwirtschaft zukunftsorientiert entwickeln. Wir sorgen für eine stabile Versorgung mit heimischem Holz, das nicht ins Ausland exportiert wird. Damit möchten wir Architekten und Bauherren dafür sensibilisieren, Holz aus der Region zu nutzen“, bestätigt Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer. Wertstoffkreislauf – Hackschnitzel für BiomasseHeizkraftwerk St. Ingbert Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Das Holz der befallenen Bäume könnte zwar im Wald verrotten, kommt aber (V.l.n.r.) Jochen Gries, Ortsvorsteher Roland Weber, Oberbürgermeister Ulli Meyer, Sebastian Baus und Förster Michael Weber vor dem Holzpolder, der demnächst ins Sägewerk nach Lambsborn transportiert wird. Foto: T. Bastuck

DIE RUNDSCHAU –Dezember 2021 12 Gabi Klein, links, ein Urgestein im St. Ingberter Handel, geht in den wohl verdienten Ruhestand. Foto: Hartmann Es gibt wohl kaum einen Menschen in Sankt Ingbert, der Gaby Klein nicht kennt. Als Mit-Inhaberin der Boutique GaVonne in der Rickertstraße ist sie insgesamt fast 50 Jahre alsVerkaufsberaterin für Damen und Herrenmode in unserer Stadt im Einsatz. Nun möchte sie aus dem aktiven Arbeitsleben ausscheiden. In Sankt Ingbert geht damit eine Ära zu Ende. Gaby Klein begann ihre Karriere bei Herrenmoden Jung, einem damals schon großen und bekannten Herrenausstatter, der in der Kaiserstraße unterhalb der Josephskirche angesiedelt war. Der damalige Inhaber betrieb zusätzlich das eher auf Freizeitmode spezialisierte Geschäft Jung Jeunesse in der Rickertstraße. Dorthin wechselte sie bereits nach kurzer Zeit. Da ihr damaliger Chef Jürgen Braun ihr bei der Arbeit in Warenpräsentation, Dekoration und Beratung alle Freiheiten ließ, konnte sie nach ihrenVorstellungen arbeiten und sich laufend weiter entwickeln. „Durch diese Gestaltungsmöglichkeiten und Mitsprache hatte ich ein ideales MODEBERATERIN GABY KLEIN GEHT IN DEN RUHESTAND Arbeitsumfeld. So bin ich nie auf den Gedanken gekommen, mich beruflich komplett zu verändern“, erklärt Gaby Klein. Ihr mache es bis heute großen Spaß, Kundinnen und Kunden zu beraten und ihnen dabei zu helfen, sich vorteilhaft zu kleiden. So zeichnet Gaby Klein die kompetente und persönliche Beratung bis heute aus, die von vielen Stammkunden in mehreren Generationen sehr geschätzt wird. „Nach so vielen Jahren in der Modeberatung kommen heute noch Großeltern zu mir, die ich bereits als Jugendliche in den siebziger Jahren eingekleidet habe“, lacht Gaby klein. „Die Wünsche der Kundinnen und Kunden haben sich in den vielen Jahrzehnten aber auch sehr verändert“, berichtet sie weiter.“ Einerseits kommen sie mit ganz klaren Vorstellungen, andererseits herrscht aber auch Unsicherheit, wie die eigenen Vorzüge unterstrichen werden können. Daher ist unsere individuelle Beratung heute wichtiger denn je. Und das ist auch der große Vorteil, den man beim Einkauf im Internet nicht bekommt.“ Und natürlich schätzen alle Stammkundinnen und -kunden die ganz besonders sympathische und familiäre Atmosphäre bei GaVonne. Als Jürgen Braun zum Ende des Jahres 2013 sein Geschäft aus Altersgründen aufgeben wollte, war schnell klar, dass seine langjährige, engagierte Mitarbeiterin das Geschäft mit einer Partnerin weiterführen würde. Mit Yvonne Heil, einer ehemaligen Kollegin, hatte sie das ideale Pendant gefunden, so dass innerhalb weniger Monate ein Konzept für die Geschäftsübernahme erstellt und Ware geordert waren. Mit GaVonne wurde die persönliche Handschrift der beiden sogar im Namen festgeschrieben. Aber auch die Auswahl des Sortiments mit immer mal wieder wechselnden Modemarken erfolgt sorgfältig und nicht nur nach den großen Modetrends, sondern vor allem nach den individuellen Wünschen der Kundinnen und Kunden. Auch Herrenmode ist bis heute ein wichtiges Standbein von GaVonne. Herren seien meist noch beratungsintensiver als Damen und wüssten häufig nicht so recht, was ihnen stehe. Als leitende Mitarbeiterin hatte Gaby Klein bereits ganz unterschiedliche Aufgaben und Verantwortung übernommen, mit der eigenen Selbstständigkeit allerdings wuchs die Verantwortung weiter, vor allem durch die Einstellung des Personals. „Ich musste die Zahlen noch mehr im Blick haben als vorher“, ergänzt sie. Das sei neben persönlicher Kundenansprache die wichtigste Basis, ein Geschäft erfolgreichen zu führen. Wie wichtig der laufende Blick auf die Zahlen ist, hat den beiden Inhaberinnen die extreme Situation der Corona Pandemie mit behördlich angeordneten Geschäftsschließungen gezeigt, die sie dank ihres unternehmerischen Weitblicks gut überstanden haben. Wenn Gaby Klein zum Ende des Jahres in den Ruhestand geht, möchte sie vor allem mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen und alles etwas ruhiger angehen lassen. „Vor allem freue ich mich dann auf längere Spaziergänge mit unseremHundAyko“, schwärmt sie. GaVonne bleibt unserer Stadt natürlich erhalten und wird zukünftig von Yvonne Heil allein betrieben, weiterhin unterstützt durch das ganze Team. Gaby Klein wird in einer Übergangszeit noch freitags und als Urlaubsvertretung in der Boutique anzutreffen sein, schließlich geht man nie so ganz … Rabatt-Aktion zumAbschied Um allen Kundinnen und Kunden den Abschied ihrer langjährigen Beraterin Gaby Klein wenigstens etwas zu versüßen, wird es bei GaVonne in der Zeit vom 4. Dezember bis 11. Dezember eine Aktion mit 30 % Rabatt auf Jacken und Mäntel geben, ausgenommen ist bereits reduzierteWare. 03944-36160 www.wm-aw.de Wir kaufen Wohnmobile+Wohnwagen QR-Code scannen

13 Natürlich aus St. Ingbert. Dem Tor zur Biosphärenregion. Dezember 2021 Natürlich für St. Ingbert. Für die beginnendeWinterperiode ist der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) gut gerüstet. Mobilität bei Eis und Schnee Tag und Nacht zu gewährleisten, ist eine der Aufgaben des Landesbetriebs für Straßenbau. Dazu zählt, dass die wichtigen Straßen für den überregionalen bzw. -örtlichen Verkehr, wozu die Bundesstraßen und die Landstraßen I. und II. Ordnung zählen, im Zeitraum von 06.00 Uhr bis 22.00 Uhr verkehrsbereit gehalten werden. Wenn es also nach den zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beim LfS geht, dann könnte der Winter kommen, denn sie sind sehr gut darauf vorbereitet. Die Salzlager sind voll, die Fahrzeuge sind montiert und die Mitarbeiter in die anstehenden Winterdienstaufgaben eingewiesen. Der Herausforderung „Winterdienst“ stellen sich beim LfS im kommenden Winter rund 192 Mitarbeiter/innen der Straßenmeistereien Sulzbach, Merzig, Rohrbach und St. Wendel sowie der Zentralmeisterei Lebach und der Zentralwerkstatt Theley. Sie nehmen auf rund 295 Kilometern Bundesstraßen und 1.433 Kilometern Landstraßen mit ihren 12 winterdiensttauglichen Fahrzeugen den Kampf gegen Schnee und Eis auf. Zur Unterstützung können sie dabei auf 27 Fahrzeuge privater Unternehmen zurückgreifen. In 17 Streuguthallen und 17 Soletankstellen, die über das ganze Land verteilt sind, lagern bis zu 9.500 Tonnen Streusalz und rund 1,1 Millionen Liter Salzlösung. Als Streusalz wird Natriumchlorid gestreut, also das „Kochsalz“, das auch in der Küche für Speisen verwendet wird. Gestreut wird dies als sogenanntes „Feuchtsalz“. Das heißt, dass das trockene Streusalz vor dem Streuen mit der Salzlösung angefeuchtet wird. Das ermöglicht eine gezieltere Ausbringung kleinerer Mengen sowie eine schnellere und bessere Wirkung bei geringeren Mengen. Feuchtsalz ist damit sowohl aus wirtschaftlicher als auch aus ökologischer und verkehrstechnischer Sicht die beste Lösung im Winterdienst. Manchmal lässt es sich aber nicht vermeiden, dass es bei starkem Schneefall oder plötzlicher Glätte zu Verkehrsbehinderungen kommt. Die Früherkennung der Wetterentwicklung spielt daher eine große Rolle. Entscheidungshilfen, ob ein Streueinsatz erfolgt oder nicht, sind die seit 1993 vom DeutschenWetterdienst im Zuge des Straßenzustands- und Wetterinformationssystems (SWIS) übermittelten Wetterdaten. SWIS informiert die Meistereien permanent über die Straßenzustände und Wetterprognosen der kommenden 24 Stunden (Kurzzeitprognose) und der kommenden 10 Tage (Langzeitprognose). Die stundengenaue Vorhersage macht einen vorbeugenden Streueinsatz möglich. Einen wesentlichen Beitrag zur potenziellen Früherkennung der winterlichen Straßenzustände bilden die auf den saarländischen Autobahnen, Bundes- und Landstraßen an exponierten Stellen installierten 39 Messstellen der Glatteisfrühwarnanlage. Hiervon stehen 23 Stück an Autobahnen, 8 Stück an Bundesstraßen und 8 Stück an Landstraßen. Die in die Fahrbahnen eingelassenen Sensoren registrieren die aktuelle Lufttemperatur und die Temperatur der Fahrbahndecke. Niederschläge werden unterschieden nach Regen, Schnee oder Eisregen. Die in die Meistereien übertragenen Daten sind eine wertvolle Grundlage für die Entscheidung des für denWinterdienst verantwortlichen Mitarbeiters, einen Streueinsatz anzuordnen. Neben allen technischen Hilfsmitteln bleibt jedoch die eigene Beobachtung des Wettergeschehens durch nächtliche Kontrollfahrten unerlässlich. LANDESBETRIEB FÜR STRASSENBAU DES SAARLANDES FÜR DENWINTER GUT GERÜSTET! Der Winterdienst steht bereit. Foto; pixabay

DIE RUNDSCHAU –Dezember 2021 14 Wer hätte das gedacht, dass sieben Bildhauer in einer Rekordzeit von 40 Tagen und unglaublichen 539 Arbeitsstunden aus drei Steinblöcken einen Miniatur- Stiefel herausarbeiten? Selbst Heike Spohn, die als Bildhauermeisterin die Gesamtleitung des Projektes innehatte, war über die beachtliche Leistung überrascht. „Ich war tatsächlich alles andere als begeistert, als Irene Kaiser während der Sommerakademie 2020 zum ersten Mal mit ihrer Idee zu mir kam, einen kleinen Stiefel aus Stein zu hauen. Allerdings hatte ich nicht mit ihrer Hartnäckigkeit gerechnet. Sie kam immer wieder mit (V.l.n.r.) Das Team um Bildhauermeisterin Heike M. Spohn, Josef Matuschek, Erich Morlo, Egon Irmscher, Maria Blendowski, Horst Altgeld und Udo Wamprecht. Foto: G.Faragone FEIERLICHE ÜBERGABE DES „KLEINEN STIEFELS“ AN DEN ORTSRAT dem Thema auf mich zu, und so ließen wir uns schließlich im Sommer 2021 auf dieses Wagnis ein“, erzählte Heike Spohn schmunzelnd. Heute könne sie im Namen des kompletten Bildhauer-Teams jedoch mit Überzeugung sagen: Danke, dass wir dabei sein durften! Bei der offiziellen Übergabe des fertig geschlagenen Steinobjektes waren neben Ortsvorsteherin Irene Kaiser auch zahlreiche Mitglieder des Ortsrates St. IngbertMitte anwesend. „Ich möchte mich auch im Namen des Ortsrates ganz herzlich bedanken, dass Ihr Euch auf dieses Abenteuer eingelassen habt. Hier und heute kann ich mit Überzeugung sagen, dass sich die manchmal sehr mühevolle Arbeit wirklich gelohnt hat.Wir alle können stolz auf unseren „kleinen Stiefel“ sein“, freute sich die Ortsvorsteherin von St. IngbertMitte. Nach der feierlichen Enthüllung der dunkelroten Stein-Skulptur, die liebevoll mit einer großen roten Schleife geziert war, durfte Irene Kaiser sie mit einer kleinen Flasche Champagner taufen. Die kleinere Version des St. Ingberter Wahrzeichens wurde im Maßstab 1:3 angefertigt und soll auf dem Kreisel Ensheimer Straße platziert werden. Geplant ist, dass das Kunstwerk aus Rothbacher Buntsandstein nach seiner Fertigstellung auf einem extra betonierten Fundament und einem nachempfundenen Felsplateau aufgestellt wird. Die Finanzierung wurde ausschließlich durch Sponsoring und Fördergelder sichergestellt, die sieben Steinbildhauer arbeiteten allesamt ehrenamtlich und ohne Honorar. Neben Bildhauermeisterin Heike Spohn gehörten Egon Irmscher, Udo Wamprecht, Erich Morlo, Josef Matuschek, Horst Altgeld und – als zweite Frau im Bunde – Maria Blendowski zum Team. Stolz und sichtlich glücklich waren sie alle an diesem Nachmittag und auch so ein bisschen Erleichterung war zu spüren, dass dieses große Projekt so hervorragend gelungen ist. Erich Morlo fand dazu die richtigen Worte: „Eine absolut runde Sache. Und ich bin einfach nur glücklich, dass ich dabei sein durfte.“ Nebenbei erwähnte er die Harmonie innerhalb der Gruppe und dass nach getaner Arbeit so manche Pizza gegessen und auch mal eine gute FlascheWein getrunken wurde, was natürlich zur Stärkung der Arbeitsmoral beigetragen habe. Wie aus einer Hand geschlagen „Ganz besonders danke ich natürlich meinen Mitklopfern, die in kurzer Zeit Unglaubliches geleistet haben. Ich bin wirklich begeistert!“, freut sich die „Chefin“ Heike Spohn. Interessant war auch zu erfahren, wer an welchem von den drei Teilen der Skulptur gearbeitet hat. So schufen Heike Spohn und Horst Altgeld den „Hut“, während Josef Matuschek, Erich Morlo und Egon Irmscher den Mittelteil behauen haben. Um den Sockel kümmerten sich Maria Blendowski und Udo Wamprecht. Obwohl jeder Einzelne seine eigene Handschrift beim Behauen mit Hundezahn und Preller hat, mutet das Gesamtbild an, wie aus einer Hand geschlagen. Nach reiflicher Überlegung steht auch schon fest, wie das nachempfundene Stiefel-Wahrzeichen auf dem Kreisel platziert werden soll. Auf die „Egon-Flanke“, benannt nach Egon Irmscher, werden die Verkehrsteilnehmer sehen, die aus Richtung Staffel nach St. Ingbert einfahren. Umgekehrt schauen die Personen, die über die Ensheimer Straße hochkommen, auf die „Josef-Flanke“, also die Seite, die von Josef Matuschek herausgearbeitet wurde. Vielleicht spukt ja schon die ein oder andere Idee in den Köpfen der Hobby-Bildhauer, was sie noch ehrenamtlich für die Stadt St. Ingbert erschaffen könnten.Wollen wir es doch hoffen…

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