Rundschau St. Ingbert

DIE RUNDSCHAU – Juni 2022 12 Das noch neue SFTZ auf der Alten Schmelz kommt bei Schülern und Lehrern voll gut an. Hier zwei Beispiele aus der letzten Zeit. Girls Day am SFTZ: Wie weit ist der Klimawandel an der Alten Schmelz fortgeschritten? Dieser Frage gingen am Girls Day 2022 im Schülerforschungs- und -technikzentrum (SFTZ) in St. Ingbert 12 Mädchen der Klassen 7 bis 10 aus unterschiedlichen Schulen im Saarland nach. Dabei lernen sie Berufe aus drei MINT-Bereichen kennen: Chemielaborant/Diplomchemiker, Biologielaborant/Diplombiologe sowieWerkstoffprüfer/Materialwissenschaftler. „Ich möchte später Biologie studieren“, erzählt Viola, und Marie findet Chemie auch in der Schule schon toll. „Weil unsere Schulpraktika wegen Corona ausgefallen sind, freue ich mich, dass ich so etwas jetzt hier ausprobieren kann“, fügt sie hinzu. Gleich am frühen Morgen stellt Myriam Backes, Biologielehrerin und ehrenamtliche Mitarbeiterin am SFTZ, den Mädchen diese Aufgabe: Bei strahlendem Sonnenschein sollen sie erkunden, ob der Klimawandel an der Alten Schmelz, dem Standort des SFTZ, bereits erkennbar ist. Dazu sollen sie Löwenzahn ausgraben, dieWurzeln waschen und trocknen. Dann werden sie analysieren, ob die Pflanze bereits unter sogenanntemTrockenstress (also einem verlängerten Wurzelwachstum) leidet, um demWassermangel durch zunehmende Trockenheit entgegenzuwirken. Selbst ausprobieren, soziales Miteinander, Problemlösung, Neugier auf Neues und strukturiertes Arbeiten Aber nicht nur am Löwenzahn kann man dem Klimawandel auf die Spur kommen. Eine andere Mädchengruppe untersucht Baumrinden, eine andere kratzt Flechten von den umliegenden Sandsteinen. Dazu müssen die Schülerinnen auch mal auf einen großen Felsblock klettern – und auch wieder herunterkommen. An diesem Tag üben sie also vielerlei Fertigkeiten. „Am SFTZ sollen die Schüler und Schülerinnen die MINT-Fächer kennenlernen und Dinge selbst ausprobieren“, so SFTZ-Leiter Prof. Dr. Rolf Hempelmann. „Dabei lernen sie auch soziales Miteinander, Problemlösung, Neugier auf Neues und strukturiertesArbeiten. Das ist im ganzen Leben wichtig.“ IM SCHÜLERFORSCHUNGSZENTRUM (SFTZ) WIRD VIEL GEFORSCHT Myriam Backes (hinten) betreut zwei ukrainische Schülerinnen (im Vordergrund) bei einem Versuch im SFTZ. Foto: T. Bastuck Ein toller Tag – ukrainische Schüler forschen am SFTZ in St. Ingbert Sechs Schüler und zwei Schülerinnen aus der Ukraine verbrachten einen Tag am Schülerforschungs- und technikzentrum (SFTZ) in St. Ingbert. Die geflüchteten Kinder und Jugendlichen imAlter von 10 bis 16 Jahren stammen aus Familien, deren Eltern in einer Niederlassung der Firma Dr. Theiss, Homburg arbeiteten. Die Firma hat die Familien aus einem Vorort von Kiew nach Deutschland evakuiert und in Privatunterkünften oder von Fa. Dr. Theiss bereitgestellten Unterkünften untergebracht. Seit etwa vier Wochen gehen die Kinder an die Robert-Bosch-Schule in Homburg. Den Besuch am SFTZ hat Myriam Backes organisiert, selbst ehrenamtliche Praktikumsleiterin am SFTZ. „Ich möchte das für die Kinder und Jugendlichen tun, was in meiner Kraft steht“, erklärt sie. Das Thema Krieg wurde an diesem Tag gar nicht angesprochen, sollten die Kinder doch einen interessanten, lehrreichen und freudigen Ferientag in St. Ingbert verbringen. Alles drehte sich um das Thema Kunststoff und Nachhaltigkeit. So erhielten die Schülerinnen und Schüler unterschiedlich schwierige Aufgaben, bei denen sie z. B. aus abbaubaren Produkten wie Milch und Cola den umweltfreundlichen Kunststoff Polylaktat herstellen oder den Superabsorber in Windeln untersuchen. „Ein toller Tag“, freut sich Nikita, „Chemie interessiert mich schon immer und das hier ist sehr spannend.“ Die sprachlichen Hürden werden dank Victoria Gofferberg überwunden, die ihren Bundesfreiwilligendienst im SFTZ leistet und fließend Russisch spricht. Diese Sprache ist der ukrainischen relativ nah. Zusätzliche Mitarbeitende im SFTZ gesucht Das SFTZ ist nun seit etwa einem halben Jahr im Betrieb und kann sich vor Arbeit kaum retten. „Die Schüler, die bei uns waren, sind immer begeistert. Die meisten wollen unbedingt wiederkommen“, erklärt Rolf Hempelmann. „Daher brauchen wir noch mehr Menschen, die hier mitarbeiten und Projekte übernehmen“, appelliert er. Im Schülerlabor können Kinder und Jugendliche in den Bereichen Mechatronik/Physik, Chemie/Biologie, Elektrochemie und Werkstoffkunde als Unterstützung zum Unterricht praktisch arbeiten, Ferienkurse und Projekte wie z. B. den Girls Day absolvieren, sich außerhalb der Schule zum selbstständigen Forschen treffen, an einer Mathe-Werkstatt teilnehmen und vieles mehr. Weitere Infos sind unter mintcampus.de zu finden.

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