Rundschau St. Ingbert

DIE RUNDSCHAU – Oktober 2026 8 „BAUM DER GEWERKE“ IN DER ST. INGBERTER INNENSTADT EINGEWEIHT 24 Gewerke sind an dem Baum vertreten – von klassischen Handwerksberufen bis hin zu Handel und Dienstleistungen. Damit macht der Baum sichtbar, wie vielfältig die Arbeits- und Wirtschaftswelt in St. Ingbert ist. „Er steht für die Vielfalt und Lebendigkeit unserer Stadt“, betonte Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer. Die Idee entstand nach dem Abbau des bisherigen Zunftbaums. Ortsvorsteherin Irene Kaiser setzte sich dafür ein, dass diese liebgewonnene Tradition in der Innenstadt fortgeführt wird. Gemeinsam mit der Abteilung Wirtschaftsförderung wurde die Umsetzung des neuen „Baum der Gewerke“ auf den Weg gebracht. Irene Kaiser zeigte sich erfreut über die dauerhafte Lösung: „Mit dieser nachhaltigen und zukunftsorientierten Lösung können wir Tradition bewahren, Zukunft gestalten und Gemeinschaft erleben.“ Der neue Baum knüpft damit an eine fast 40-jährige Tradition des Zunftbaums in St. Ingbert an und entwickelt sie gleichzeitig weiter. Dr. Carsten Meier, Geschäftsführer der IHK Saarland, hob die Bedeutung des neuen Symbols für St. Ingbert hervor: „Die 24 Gewerke machen die wirtschaftliche Vielfalt St. Ingberts sichtbar.“ Handel, Handwerk, Gastronomie und Dienstleistungen seien eng miteinander verbunden und machten St. Ingbert zu einem lebendigen und starken Wirtschaftsstandort. Das bestätigte auch Nico Ganster, Vorsitzender vom Verein Handel und Gewerbe St. Ingbert e.V. (HGSI) in seinem Grußwort. Für einen besonderen Moment sorgten die 24 Vertreterinnen und Vertreter der dargestellten Gewerke. Sie zogen gemeinsam zum Baum und brachten jeweils einen passenden Kuchen mit. Aus den einzelnen Beiträgen entstand ein großes Kuchenbuffet, das anschließend mit den Besucherinnen und Besuchern geteilt wurde – ein schönes Zeichen für die Gemeinschaft, die auch der Baum selbst symbolisiert. Auch rund um den Baum gab es einiges zu entdecken. Informationsstände und eine Präsentation der Handwerkskammer boten Einblicke in die verschiedenen Gewerbebereiche. Hans-Ulrich Thalhofer, Hauptgeschäftsführer der Hanfwerkskammer des Saarlandes, unterstrich die Bedeutung des neuen Wahrzeichens für das Handwerk. „Eine Stadt lebt vom Zusammenspiel vieler unterschiedlicher Berufe und Unternehmen“, so Thalhofer. Ein Drehorgelspieler, zwei Stelzenläufer und eine Fotobox sorgten für Unterhaltung und eine lebendige Atmosphäre in der Innenstadt. Gesegnet wurde der neue „Baum der Gewerke“ von Pfarrer Zamilski und Pastor Rossell. Für die musikalische Begleitung sorgte die Bergkapelle St. Ingbert. Gefördert wurde das Projekt durch das „Landesförderprogramm für Kommunen zur Stärkung des saarländischen Einzelhandels“. HIGHTECH AUS ST. INGBERT: FIRMA IMAR STELLT IHR NEUES GRABENLOSES BOHRVERFAHREN VOR Das St. Ingberter Unternehmen iMAR Navigation GmbH hat vor kurzem eine neue unterirdische Highspeed-Datenleitung zur Verbindung zweier zu einander entfernt liegender Betriebsgebäude in einem Gewerbegebiet in Rohrbach errichtet. Bei der Durchführung der Bohrung der Trasse kam ein innovatives Mess- und Ortungsverfahren, das die Firma entwickelt hat, zum Einsatz. Auf dem Betriebsgelände der iMAR in der Güterbahnhofstraße in Rohrbach wurde eine Stelle des Bodens freigelegt, um dort mit der Bohrung zu beginnen. Bei der neuen Systementwicklung des Unternehmens handelt es sich um iANARO, ein einzigartiges gyrobasiertes Bohrkopf-Lenk- und Führungswerkzeug, welches direkt im Bohrgestänge hinter dem Bohrkopf montiert wird. Dieses wurde speziell für das sog. Horizontalbohrverfahren (HDD) entwickelt und liefert in Echtzeit beim Bohren präzise Kurs-, Neigungs- und Positionsinformationen. Damit ist es möglich, Bohrungen sehr genau auszuführen und auch deren Ist-Lage sehr präzise für die Katasterkarten zur Verfügung zu stellen. Dies wird im Rahmen zunehmender Leitungsdichte in Stadt und Land im Untergrund zunehmend wichtiger. Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer, Ortsvorsteher Martin Biedermann sowie Vertreter der Stadtverwaltung verschafften sich vor Ort selbst ein Bild. Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer: ,,Diese Bohrung mit dem innovativen Verfahren von iMAR ist besonders beeindruckend. Ich freue mich sehr, dass ein St. Ingberter Unternehmen eine solche innovative Technologie entwickelt hat, die weltweit zum Einsatz kommt.“ Das Bohrverfahren mit der neuen Meßkopf-Generation iANARO aus St. Ingbert wird bereits bei vielen anspruchsvollen Infrastruktur-Projekten in Deutschland, Europa und USA erfolgreich durch iMAR eingesetzt. Gemeinsam mit der Rohrleitungsfirma Paasch wurden 190 m Rohrleitung vom Hauptsitz in der Straße Im Reihersbruch bis zu einem Gebäude in der Güterbahnhofstraße verlegt. Das Verfahren hat den Vorteil, dass der Boden nur an einer kleinen Eintrittsstelle geöffnet werden muss, anders als beim klassischen Verlegen von Rohren. iANARO mißt unter Verwendung äußerst präziser und dennoch robuster sog. Trägheitssensoren (lat. „Inertial-Sensoren“) während der Bohrung u.a. die dreidimensionalen Vektoren von Erddrehrate und Erdschwere für die Bestimmung der Bewegungskurve des Bohrkopfes. Die iMAR-Technologie erlaubt es dabei, dass der Bohrkopf ganz individuell auch einer komplexen Raumkurve folgen und damit z.B. andere bereits vorhandenen Leitungen mit hoher Genauigkeit umgehen kann. BÄCKEREI KAYSER IN ST. INGBERT WIEDERERÖFFNET Nach fast einem Jahr Schließung hat die Bäckerei Kayser unter der Leitung von Inhaber Jens Groß am Dienstag, 1. September, wiedereröffnet. Zuvor musste der Betrieb aufgrund zu hoher Kosten und wegen Personalmangel geschlossen werden. In der Zwischenzeit hat Groß gemeinsam mit seinem Team die Weichen für die Zukunft gestellt und Überlegungen angestellt, wie sich die Bäckerei langfristig erfolgreich aufstellen lässt. Er wird künftig alleine in der Backstube stehen, während vier Mitarbeiterinnen den Verkauf hinter der Theke übernehmen. Auch das Sortiment wurde angepasst: Torten gibt es nicht mehr, Kuchen wird künftig zweimal pro Woche angeboten. Zum täglichen Angebot gehören frisches Brot, Brötchen, Baguettes, belegte Brötchen und allerlei Feingebäck. Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer und die Ortsvorsteherin Irene Kaiser besuchten die wiedereröffnete Bäckerei und kamen dabei mit dem Inhaber über die Neuausrichtung und die Herausforderungen des Betriebs ins Gespräch: „Es freut mich sehr, dass die Bäckerei Kayser wieder zurück ist. Die WieDie Firma iMAR stellte in Rohrbach ein innovatives Bohrverfahren vor. Bild: Florian Jung Mit dem „Baum der Gewerke“ erhält die St. Ingberter Innenstadt ein weiteres Wahrzeichen. Bild: Giusi Faragone.

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